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Nach der sechzehnjährigen Amtszeit von Volker Finke übernahm Dutt 2007 den SC © getty

Freiburg geht erstmals als Favorit in das Derby in Stuttgart. An eine Wachablösung glaubt Robin Dutt bei SPORT1 aber nicht.

Von Philipp Langer und Christian Stüwe

München - Zum 24. Mal steigt das baden-württembergische Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg am Sonntag (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Doch während der VfB traditionell die Favoritenrolle innehat, sind die Rollen erstmals vertauscht.

Die Freiburger stehen mit 30 Punkten auf dem siebten Platz, der VfB steckt im Tabellenkeller - dort wo viele eigentlich den Sport-Club erwartet hatten.

"Das fühlt sich besser an als andersrum. Keine Frage", sagt Freiburgs Trainer Robin Dutt im Gespräch SPORT1 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse.

Eine einfache Partie erwartet der 46-jährige Fußballlehrer allerdings trotz der aktuellen Tabellenkonstellation nicht: "Das Spiel wird auch so schwer werden", ist sich Dutt sicher.

Denn der Aufwärtstrend beim Konkurrenten ist nicht zu übersehen.

"Das haben die ersten beiden Spiele der Rückrunde schon gezeigt. Wenn man gegen den Tabellenführer und den Tabellenzweiten vier Punkte holt.", sagt Dutt: "Sie spielen besser gegen den Ball und sehen kompakter aus."

Zudem muss Dutt erneut auf seinen Torjäger Demba Papiss Cisse verzichten.

Ein Vorteil für den VfB? Mitnichten, denn auch Stuttgarts Bruno Labbadia muss mit Cacau und Matthieu Delpierre (beide Adduktorenprobleme) zwei Leistungsträger ersetzen.

Allerdings können sie Schwaben erstmals auf Neuzugang Shinji Okazaki bauen, der bisher für Japan den Asien-Cup bestritt.

"Niemals Zweite Liga!"

Dennoch wollen die Schwaben nach dem 1:0-Sieg gegen Mainz und dem 1:1-Unentschieden in Dortmund die Aufholjagd fortsetzen.

Dabei baut die Labbadia-Elf, die nur eins von elf Heimspielen gegen Freiburg verlor, nicht nur auf die positive Heimbilanz, sondern vor allem auf die Unterstützung der eigenen Anhänger.

Vor dem Derby will der VfB 40.000 Fanschals mit der Backsteinwand der legendären Cannstatter Kurve als Motiv und dem Slogan "Niemals Zweite Liga!" verteilen.

Eine besondere Aktion im Kampf um den Klassenerhalt, die besonders den Zusammenhalt von Mannschaft, Verein und Fans demonstrieren soll.

Gelassenheit im Breisgau

In Freiburg will man sich von der Aktion jedoch nicht beeindrucken lassen. Vielmehr denkt Dutt an den 2:1-Sieg im Hinspiel.

"Da haben wir mit viel Leidenschaft und einer sehr großen Energieleistung einen Rückstand gedreht. Diese Faktoren werden auch diesmal wieder wichtig sein", glaubt der Freiburger Trainer.

Doch selbst wenn die Freiburger auch das zweite Derby in dieser Saison gewinnen sollten, glaubt Dutt nicht an eine dauerhafte Wachablösung.

"Die Grundvoraussetzunge sind zu unterschiedlich"

"Dafür sind die Grundvoraussetzungen der Vereine einfach zu unterschiedlich. Wenn wir eine außergewöhnlich gute Saison spielen, müssen wir einfach damit rechnen, dass uns zwei, drei Leistungsträger verlassen", sagt Dutt.

Längst haben andere Vereine die Fühler nach Torjäger Cisse und Verteidiger Felix Bastians ausgestreckt. Sollten finanzstärkere Klubs ernst machen, sieht Dutt offenbar wenig Chancen, die beiden im Breisgau zu halten.

"Deswegen wird normalerweise ein Verein wie der VfB Stuttgart, der diese Möglichkeiten hat, über dem SC Freiburg die Ziellinie erreichen", glaubt der Freiburger Trainer.

Zumindest in dieser Hinsicht sind die Kräfteverhältnisse also wie immer.

Umso mehr werden sich die Freiburger also anstrengen, dem großen Rivalen am Sonntag ein weiteres Schnippchen zu schlagen.

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