Bremen steckt nach dem 1:3 gegen Bayern im Keller fest. Wie tief der Frust sitzt, zeigt Wieses "Kung-Fu-Einlage".

Die Nummer eins im Norden - mit diesem Slogan konnte Werder Bremen in den vergangenen Jahren voller Stolz werben.

Meister 2004, Pokalsieger 1999, 2004 und 2009, Vizemeister 2006 und 2008 - die Bilanz unter Trainer Thomas Schaaf kann sich mehr als sehen lassen.

Mit relativ kleinem Geld eine große Mannschaft zusammenstellen, war stets das Erfolgsrezept von Schaaf und Sportchef Klaus Allofs.

Doch in dieser Saison sieht die Lage an der Weser anders aus:

Im Sommer wurde in Mesut Özil der beste Spieler an Real Madrid verkauft, in der Winterpause ließen die Norddeutschen in Hugo Almeida ihren bis dahin erfolgreichsten Torschützen zu Besiktas Istanbul ziehen.

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Die Folgen: In der Offensive fehlt es an Kreativität und Durchschlagskraft, in der Defensive wird der langzeitverletzte Abwehrchef Naldo schmerzlich vermisst.

Beim 1:3 gegen den FC Bayern wurden nach einem passablen Start die Schwächen in Werders Hintermannschaft wieder überdeutlich.

Nach dem Ausgleich der Bayern ließen sich die Bremer hängen, anstatt sich gemeinsam gegen die drohende Niederlage zu stemmen.

Nur drei Punkte trennen Werder, das auf Rang 15 abrutschte, vom Relegationsplatz.

Werder ist nicht mehr die Nummer eins, sondern momentan hinter Hannover, dem HSV, Wolfsburg und St. Pauli nur die Nummer fünf.

"Der Tabellenplatz hat nichts mit unserer Vorgehensweise zu tun", sagte Allofs bei "LIGA total!" und stärkte Schaaf noch einmal den Rücken.

Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer sei "absolut intakt", weshalb die Vereinsführung Schaaf auch nie in Frage gestellt habe: "Und das bleibt natürlich weiterhin auch so."

Schaaf nimmt die Diskussion um seine Person zur Kenntnis, sie interessiert ihn aber nicht.

Wie tief der Frust aber in den Bremer Spielern steckt, zeigte das Foul von Tim Wiese an Thomas Müller 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag).

Der Nationaltorwart fehlt Werder nicht nur am kommenden Samstag in Mainz - ihm droht eine längere Sperre.

Wenn die Spieler nicht bald erkennen, wie ernst die Lage ist, sind sie bald vielleicht die Nummer eins im Norden - in der Zweiten Liga.

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