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Armin Veh hat mit dem HSV sechs von elf Auswärtsspielen verloren © getty

Nach der Pleite in Nürnberg geht HSV-Coach Veh mit seinem Team hart ins Gericht - und hadert mit dem Schiedsrichter.

Nürnberg - Erst die Posse um Matthias Sammer, dann das Theater um Ruud van Nistelrooy - und jetzt ein herber sportlicher Rückschlag.

Der Chaos-Klub Hamburger SV kommt im neuen Jahr einfach nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das 0:2 (0:0) beim 1. FC Nürnberg dürfte die brenzlige Lage bei den Hanseaten, die außerdem atmosphärische Störungen zwischen Trainer Armin Veh und Sportchef Bastian Reinhardt belasten, sicherlich nicht entspannen.

Entsprechend groß war bei Veh die Enttäuschung, dass sein Team nicht nur den besten Rückrundenstart seit 1968 verpasste, sondern auch im Kampf um die Europapokal-Plätze wertvollen Boden einbüßte.

Veh fordert Derby-Sieg

Vor dem brisanten Derby gegen den FC St. Pauli am nächsten Sonntag wird der Druck bei den Norddeutschen, die zuletzt drei Mal in Folge gewonnen hatten, wieder größer.

"Das sind wir uns schuldig, dass wir jetzt gegen St. Pauli gewinnen", sagte Veh, der am Dienstag wahrscheinlich nicht allzu fröhlich seinen 50. Geburtstag feiern wird.

Die Pleite in Nürnberg wollte er erst gar nicht schönreden. "Wir haben nicht ansatzweise das gezeigt, wozu wir fähig sind. Wir waren schwach wie zu alten Zeiten. Das ist nicht zu erklären", schimpfte der HSV-Coach.343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

"Waren viel zu lethargisch"

Vor allem die Einstellung seiner Stars gefiel dem früheren Profi überhaupt nicht: "Wir waren viel zu lethargisch. Wir müssen lernen, dass wir in jedem Spiel alles geben müssen. Wenn uns das gelingt, sind wir nur schwer zu schlagen. Wenn nicht, dann kann uns jeder schlagen."

Auch der 1. FC Nürnberg, dem Kampf und Leidenschaft reichten, um den schwachen HSV vor 36.202 Zuschauern in die Knie zu zwingen.

Erst verwandelte Timmy Simons einen Foulelfmeter (59.), Torwart Frank Rost hatte Christian Eigler zu Fall gebracht. Dann gelang Almog Cohen (70.) das 2:0. Für beide Schützen war es das jeweils erste Bundesliga-Tor.

Kacar sieht Rot

Nur eine Minute zuvor hatte HSV-Innenverteidiger Gojko Kacar nach einer Notbremse gegen Robert Mak die Rote Karte gesehen.

Sein Teamkollege Marcell Jansen sprach anschließend von einigen "Schicksalsschlägen in ganz kurzer Zeit".

Auch wenn Veh gar nicht nach Ausflüchten suchte, die Hinausstellung stieß ihm dennoch sauer auf.

Veh vermisst die Balance

"Das war nie im Leben eine Rote Karte. So etwas passiert im Spiel tausendmal", monierte er, zumal nun seine Sorgen in der Abwehr vor dem Spiel gegen den Lokalrivalen noch größer werden.

Deshalb beklagte er auch die "fehlende Balance" in seinem Kader: "Was wir vorne zuviel haben, haben wir hinten zu wenig."

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking hat derzeit dagegen vor allem im Mittelfeld ein Problem, wo gegen den HSV besonders der verletzte Spielmacher Ilkay Gündogan und der gesperrte Mehmet Ekici vermisst wurden.

Nürnberg feiert "Sieg der Moral"

Doch der Club steckte diese Ausfälle ebenso weg wie das bittere Aus im DFB-Pokal-Viertelfinale am Dienstag auf Schalke (2:3 n.V.).

"Nürnberg war trotz 120 Minuten Pokalspiel auf Schalke besser. Man hat keinen psychologischen Vorteil für uns gesehen. Ich dachte, dass wir 200 Minuten in den Knochen haben", sagte Veh.

Hecking sprach von einem "Sieg der Moral und des Charakters. Trotz der Enttäuschung innerhalb der Woche ist es ein schönes Wochenende geworden."

Club verschafft sich Luft

Zumal dem Club der erhoffte Befreiungsschlag in der Liga gelungen war.

Zuvor hatte es in acht Ligaspielen nur zu einem Sieg gereicht.

Nun haben die Franken, die am nächsten Spieltag den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen empfangen, ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz wieder auf sieben Punkte ausgebaut.

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