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Lucas Barrios erzielte in Wolfsburg sein neuntes Saisontor © getty

Nach dem klaren Sieg in Wolfsburg sprechen Dortmunds Überflieger deutliche Töne. Der Meister von 2009 gratuliert schon.

Wolfsburg - Jürgen Klopp lächelte alle Fragen nach dem M-Wort weg, Borussia Dortmunds Spieler dagegen spuckten nach der meisterhaften Demonstration ihrer Stärke große Töne (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das war ein klares Zeichen an den Rest der Liga, dass wir nach einem Punktverlust wieder zurückkommen", meinte Torwart Roman Weidenfeller nach dem 3:0 (2:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg voller Selbstbewusstsein 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag).

Tatsächlich auch hatte der Spitzenreiter in beeindruckender Manier beim Ex-Champion die Hoffnungen der Konkurrenz auf einen Ausrutscher wie beim vorherigen Remis gegen den VfB Stuttgart zerstört.

"Das ist Weltklasse"

Bei elf Punkten Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen können sich die Westfalen die siebte Meisterschaft vor allem dank ihrer Auswärtsstärke nur noch selbst nehmen.

Der Erfolg in Wolfsburg war bereits der zehnte Saisonsieg in einem fremden Stadion - Vereinsrekord.

"Das ist schon Weltklasse", befand der überragende Spielmacher Nuri Sahin und sprach zumindest indirekt schon vom Titel.

"Wir wissen, dass wir am Ende belohnt werden, wenn wir es durchziehen."

Dortmund spürt keinen Druck

Klopps Team zeigte sich unbeeindruckt von der schweren Verletzung seines japanischen Shootingstars Shinji Kagawa und zeigte Wolfsburg durch teilweise atemberaubendes Kombinationsspiel die Grenzen auf.

"Wir haben dem Druck standgehalten", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Wohlgemerkt dem Druck, den offenbar jeder außer uns spürt."

Nein, von der Meisterschaft will man beim BVB einfach nicht sprechen.

Watzke teilt Spitzen aus

Dass hindert die Verantwortlichen dennoch nicht daran, ein paar Spitzen an die Konkurrenz auszuteilen.

"Leverkusen interessiert uns nicht, Bayern interessiert uns nicht, keine andere Mannschaft interessiert uns", sagte Watzke - diesmal ohne Grinsen.

Auch Wolfsburg interessierte die Dortmunder Spieler nicht.

Als wäre der Gegner eine Schülermannschaft, wurde der Meister von 2009 in der ersten Halbzeit förmlich überrannt.

Lucas Barrios (2.) und Nuri Sahin (40.) trugen sich in die Torschützenliste ein, der starke Kagawa-Ersatz Mario Götze glänzte als Vorbereiter.

Selbst Friedrich schwärmt

"Dortmund spielt momentan in einer anderen Liga als der Rest der Bundesliga", sagte VfL-Nationalspieler Arne Friedrich.

Der Innenverteidiger kam mit seinem neuen Nebenmann Alexander Madlung erst zum Luft holen, als Dortmund nach der Pause das Ergebnis verwaltete.

Da sich Wolfsburg trotzdem keine Chance erspielt, sorgte eben Dortmund für die Unterhaltung der 30.000 Fans und machte durch Mats Hummels (71.) das 3:0.

Subotic fehlt im Derby

Anschließend konnte sich der Innenverteidiger kaum noch an das Tor erinnern, er war noch von einem Schlag auf den Solarplexus von Grafite benommen.

Eine schwere Verletzung blieb Hummels und dem BVB erspart, denn durch die fünfte Gelbe Karte für Neven Subotic fehlt den Dortmundern am Freitag im Derby gegen Schalke 04 ohnehin schon eine Stammkraft im Abwehrzentrum.

"Das wäre ein riesiges Problem geworden", sagte Klopp.

McClaren gratuliert

Sein Wolfsburger Amtskollege Steve McClaren gratulierte ihm schon zum Titel.

"Dortmund ist das beste Team, gegen das wir in dieser Saison gespielt haben. Wir haben den zukünftigen Meister gesehen", sagte der Brite.

Klopp nahm die Glückwünsche nur mürrisch zur Kenntnis: "Es ist schön, wenn man so etwas hört, aber es löst nichts mehr bei mir aus und erhöht die Wahrscheinlichkeit auch nicht."

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