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Arjen Robben (r.) ging nach dem Spiel auf Teamkollege Thomas Müller los © getty

Die Bayern siegen in Bremen - doch dann fliegen die Fetzen. Robben verpasst Müller eine Watschn. Auch die Bremer sind sauer.

Von Nikolai Kube

München/Bremen - Friede, Freude, Eierkuchen.

Die Bayern siegen mit 3:1 in Bremen - und Trainer Louis van Gaal zeigt seinen Kritikern wieder einmal eine lange Nase.

Die Welt der Münchner könnte nach dem Sprung auf Platz drei in der Tabelle wieder in Ordnung sein. "Ich hoffe, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt. Wir sind Dritter. Das ist das, was wir wollen", sagte van Gaal. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Falsch gedacht! Denn nach dem Schlusspfiff ging es im Weserstadion abseits der Fernsehkameras richtig rund.

Robben: "Das ist respektlos"

Arjen Robben stürmte auf Thomas Müller los und verpasste seinem Teamkollegen einen Fausthieb 344108(die Bilder)! Erst Anatolij Tymoshchuk und Mario Gomez trennten die beiden Streithähne.

Der Grund für die Auseinandersetzung: Müller hatte sich während der Partie mehrmals lautstark und wild gestikulierend über Robbens Egoismus aufgeregt.

"Ich hasse es, wenn Mitspieler ihre Hände ständig nach oben reißen und sich beschweren. Das ist respektlos. Wir sind ein Team", rechtfertigte sich Robben im Anschluss für seinen Aussetzer.

Van Bommel wird nicht vermisst

Nach dem Abgang von Kapitän Mark van Bommel scheinen sich einige bei den Bayern neu positionieren zu wollen. Trainer van Gaal bekam von dem ganzen Trubel erst einmal nichts mit.

Der Niederländer lobte sein Team: "Was meine Mannschaft geschafft hat, finde ich unglaublich stark", sagte der Bayern-Trainer bei LIGA Total!.

Kein Wunder: Denn wieder einmal war van Gaal unter der Woche rauer Wind ins Gesicht geblasen. Erst hatte Oliver Kahn den Niederländer kritisiert, dann Mehmet Scholl.

Die Tatsache, das van Gaal van Bommel vom Hof gejagt hatte, hatte die Bayern-Legenden auf die Palme gebracht. Van Gaal bezeichnete dies als "Papageienmusik".

Nur eine Niederlage in 13 Spielen

Mit den Siegen im DFB-Pokal in Aachen (4:0) und nun bei Werder gab van Gaals Team die passende Antwort: Der Abgang van Bommels ist offenbar - rein sportlich - kein großer Verlust!

In der Tat: Die Fakten sprechen für van Gaal.

Zwar beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Dortmund weiter 14 Zähler. Doch in den letzten 13 Bundesliga-Partien kassierte der Rekordmeister nur eine Niederlage - eine starke Bilanz. 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Gomez lobt Werder

Allerdings hatte es in Bremen lange Zeit nicht nach einem Bayern-Sieg ausgesehen. Denn die Werderaner waren im Vergleich zur 0:3-Klatsche in Köln in der ersten Halbzeit nicht wiederzuerkennen.

Schon nach wenigen Sekunden hätte Fritz die Führung erzielen können, wenn nicht müssen.

Gomez, der zwar ohne Treffer blieb, am 2:1 aber maßgeblichen Anteil hatte, zollte den Bremern Respekt: "Sie haben viel individuelle Klasse in der Mannschaft und sind klasse ins Spiel gekommen."

"Wir machen unglaubliche Fehler"

Doch dafür kann sich das Team von Trainer Thomas Schaaf nichts kaufen. Erneut standen die Grün-Weißen am Ende mit leeren Händen da.

Einer der Gründe: Die löchrige Defensive. 42 Gegentore in 20 Spielen - nur Tabellenschlusslicht Gladbach ist schlechter.

"Wir machen unglaubliche Fehler in der Defensive. Wenn wir das nicht einstellen, gewinnen wir keine Spiele", sagte Kapitän Torsten Frings.

Und wenn es nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. So geschehen in der 68. Minute, als Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer beim Stand von 1:1 ein klares Handspiel von Luiz Gustavo im Strafraum übersah.

Frings und Allofs stocksauer auf Kinhöfer

"Der Schiedsrichter war grottenhaft. Da fällt man vom Glauben ab. Ich denke, er war heute ein bisschen für die Bayern", schimpfte Frings.

In Werder-Manager Klaus Allofs brodelte es nach dem Abpfiff ebenfalls. "Wir sind natürlich sehr verärgert, da das doch wehtut, wenn man sich so bemüht und dann eben doch die Dinge so offensichtlich falsch gesehen werden", so Allofs.

Schiedsrichter Kinhöfer wehrte sich.

"Aus unserer Perspektive hat der Spieler Gustavo den Ball vorher an die Hüfte bekommen", sagte er, "und die Bilder können auch nichts anderes beweisen. Deshalb bleibe ich bei meiner Darstellung".

Weiter keine Trainerdiskussion

Deutlich wird der Manager auch, wenn er auf Trainer Schaaf angesprochen wird. In Bremen gebe es keine Trainerdiskussion!

"Die Mannschaft folgt dem Trainer, das Verhältnis ist absolut intakt. Und deswegen haben wir von unserer Seite auch nie Thomas Schaaf in Frage gestellt. Und das bleibt natürlich weiterhin auch so", sagte Allofs.

"Wir waren einfach besser"

Schaaf selbst bleibt gelassen: "Wenn über mich diskutiert werden sollte, werde ich es sicherlich erfahren."

Durch die über weite Strecken ordentliche Leistung gegen die Bayern hat Schaaf viele Argumente auf seiner Seite. "Am Ende haben wir unglücklich verloren", fasste es Schaaf zusammen.

Stimmt nicht - fand van Gaal. "Wir waren heute nicht cleverer, sondern einfach besser als Bremen."

Und treffsicherer.

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