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Schalke-Trainer Felix Magath ließ Jurado auf der Bank und wechselte Huntelaar aus © getty

Schalke verliert nach der Pleite gegen Hoffenheim den Europapokal aus den Augen. Die ständigen Personalwechsel machen dem Team zu schaffen.

Gelsenkirchen - Das Transferkarussell von Felix Magath dreht sich wieder Schwindel erregend schnell - und Schalke 04 hat die Orientierung verloren.

Nach dem 0:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim mitten zwischen den letzten Winterwechseln fand selbst der mächtige Trainer und Manager sein Ziel nicht mehr.

"Darüber denke ich im Moment nicht nach", antwortete Magath auf die Frage nach den Europapokalplätzen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auf die hatte er vor einer Woche noch vollmundig die Jagd eröffnet, jetzt blies er sie kleinlaut wieder ab.

Farfan nach Wolfsburg?

Das ständige Kommen und Gehen auf Schalke ist dagegen noch nicht beendet.

33 Spieler sind unter Magaths Ägide zu den Königsblauen gewechselt, 25 wurden abgegeben - zuletzt Mittelfeldspieler Ivan Rakitic, der beim FC Sevilla einen Vertrag bis 2015 unterschrieb.

Der Nächste könnte Jefferson Farfan sein. Der beste Schalker der Hinrunde soll angeblich dem VfL Wolfsburg 15 Millionen Euro wert sein.

"Ich habe hier einen Vertrag, aber ich weiß nicht, ob ich bleibe", sagte der Peruaner nach der Heimpleite: "Es können viele Dinge passieren, es ist noch nichts klar."

Huntelaar ein Totalausfall

Magath, der als Neuzugang Nummer 34 den Frankfurter Patrick Ochs im Visier haben soll, sagte nur: "Die Transferperiode endet am Montag, bis dahin werden wir es wissen."

Welche Folgen sein Radikalumbau für die sportliche Qualität der Schalker Mannschaft hatte, wusste er schon am Samstag.

Der vermeintliche Spielmacher Jose Manuel Jurado 90 Minuten auf der Bank, der vermeintliche Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nach indiskutabler erster Halbzeit ausgewechselt. 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

"Das war wohl nix"

Drei vermeintliche Verstärkungen aus dem letzten Sommer nicht mal im Kader, auf dem Platz ausgerechnet der Kämpfer und Zerstörer Peer Kluge als offensivstärkster Spieler - die Heimpleite gegen Hoffenheim durch das frühe Tor von Isaac Vorsah (4.) war eine sportliche Bankrotterklärung.

"Wir haben wenig versucht", stellte Magath nach der schlechtesten Leistung seiner Mannschaft seit dem katastrophalen Saisonstart mit vier Niederlagen fest.

Und Torhüter Manuel Neuer, der viermal in höchster Not retten musste, als seine Abwehr längst ausgespielt war, fügte hinzu: "Das war wohl nix."

Keine Ausreden

Der Nationaltorwart ist der letzte Übriggebliebene aus der Mannschaft, die in den vergangenen sechs Jahren fünfmal unter den ersten Vier landete und dreimal Vizemeister wurde.

Die ständigen Personalwechsel wollte Neuer aber dennoch nicht als Grund für die großen sportlichen Probleme gelten lassen.

"Die Mannschaft hat sich ja schon öfter verändert. Das ist ganz normal im Fußball", sagte er, "das als Ausrede zu nehmen, ist der falsche Weg."

Neuer gilt im kommenden Sommer als heißer Kandidat für Abgang Nummer 27 unter Magath - wenn Bayern München zugreifen sollte.

Babel deutet Qualitäten an

Mit ihrem spektakulären Transfer ganz zufrieden waren die Hoffenheimer.

Ryan Babel, für sieben Millionen Euro vom FC Liverpool verpflichtet, ließ bei seinem Bundesliga-Debüt zwar eine Großchance aus, als er allein vor Neuer scheiterte (30.). Seine Qualitäten deutete der Niederländer aber an.

"Er hat sehr viel für die Mannschaft gearbeitet", sagte Trainer Marco Pezzaiuoli, "das war entscheidend."

Pezzaiuoli-Vertrag vor dem Abschluss

Nach seinem ersten Sieg als Chefcoach nach der Trennung von Ralf Rangnick kündigte der 42-Jährige ein baldiges Ende der Hängepartie um seinen Vertrag an.

"Wir haben uns letzte Woche zusammengesetzt und hatten ein super Gespräch. Alle Fakten sind jetzt auf dem Tisch", sagte Pezzaiuoli, "ich denke, in der nächsten Woche werden wir es abschließen."

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