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Freiburgs Anton Putsila blockiert Stuttgarts Christian Träsch © getty

Flum schießt den Sport-Club gegen einfallslose Stuttgarter zum Sieg. Harnik vergibt kurz vor Ende die Großchance zum Ausgleich.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steckt nach der ersten Heim-Niederlage im baden-württembergischen Derby seit 17 Jahren weiter im Tabellenkeller fest.

Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verlor das 24. Nachbarschaftsduell gegen den SC Freiburg 0:1 (0:1) und damit erstmals in der Rückrunde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Johannes Flum sicherte dem SC den zweiten Erfolg in Stuttgart überhaupt mit seinem zweiten Saisontor (24.). 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Während Stuttgart auf Abstiegsplatz 17 bleibt, kletterte der seit sechs Spielen unbezwungene SC, der zuletzt am 23. April 1994 in Stuttgart gewonnen hatte (4:0), auf Rang sechs.

VfB liegt "am Boden"

"Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, wir waren zu mutlos und haben nicht nach vorne attackiert und sind zurückgewichen. Da haben wir das Spiel verloren. Wenn man mit zwölf Punkten in die Rückrunde startet, hat man den Druck. Wir liegen am Boden und müssen nun aufstehen", sagte Labbadia.

Kollege Dutt war zufrieden: "Wir freuen uns über jeden Sieg, besonders über Auswärtssiege. Der VfB war aber in der 2. Halbzeit sehr gut, deswegen ist der Sieg etwas glücklich."

Freiburg mit Cisse

Beim SC stand etwas überraschend Top-Torjäger Papiss Cisse nach seinem Muskelfaserriss und dem verpassten Spiel gegen den 1. FC Nürnberg in der Startelf.

"Eine seiner Qualitäten ist sein Ehrgeiz, ich hoffe nur, dass es nicht zu ehrgeizig ist", sagte Trainer Robin Dutt vor der Partie.

Cisse hatte nach dem ersten Torschuss nach 45 Sekunden wenig gute Szenen.

Der VfB hatte das Spiel unter das Motto "Niemals 2. Liga" gestellt.

"Niemals 2. Liga"?

Um zu dokumentieren, wie ernst die Situation auch nach dem guten Rückrundenstart mit vier Punkten in zwei Spielen ist, wurden 40.000 Schals mit diesem Schriftzug verteilt, über der Untertürkheimer Kurve prangte zudem dasselbe Motiv.

Vor 38.600 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena agierte Stuttgart aber in der ersten Halbzeit "wie gelähmt und übernervös", wie Präsident Erwin Staudt monierte: "Es fehlt die Leichtigkeit."

Die soll Zugang Shinji Okazaki der Mannschaft verleihen. Der japanische Offensivspieler, der einen Vertrag bis 2014 erhält, wurde vor dem Spiel vorgestellt.

Okazaki schaut zu

Weil er noch am Samstag in Katar mithalf, den Asienpokal zu gewinnen, saß er aber nur auf der Tribüne.

Erst am 12. Februar gegen den 1. FC Nürnberg wird er frühestens spielen können.

"Laufbereitschaft und Zug zum Tor" - so beschrieb Okazaki seine Stärken. Genau das fehlte dem VfB.

Baumann ist zur Stelle

Zwar hatten die Schwaben einige Chancen. Doch wer sich auch versuchte: ernsthaft geprüft wurde Oliver Baumann im SC-Tor zunächst kaum.

Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte vergab Ciprian Marica, der an der Seite von Pawel Pogrebnyak den verletzten Cacau ersetzte.

Baumann entschärfte den Versuch des Rumänen wie auch den Nachschuss von Daniel Didavi (22.). Kurz darauf stand es 0:1.

Schöne Kombination zur Führung

Jan Rosenthal passte auf Maximilian Nicu, der den Ball von der Strafraumgrenze in den Lauf von Flum spielte.

Der war vor Georg Niedermeier und Cristian Molinaro am Ball und zog mit rechts ab - Ulreich war noch dran, konnte aber nicht mehr retten.

Stuttgart reagierte ratlos auf den Rückstand, während die ballsicheren Freiburger das Geschehen kontrollierten.

Schwache VfB-Leistung

Mit Timo Gebhart für Didavi wollte Labbadia das Offensivspiel seiner Elf nach der Pause beleben.

Spielkultur ließ der VfB dennoch weiter vermissen - obwohl der frisch verlegte Rasen trotz Minusgraden perfekte Bedingungen bot.

Labbadia brachte später noch Joker Martin Harnik (60./für Patrick Funk) und Stürmer Sven Schipplock (71./Marica) und läutete so die Schlussoffensive ein.

Harnik vergibt die Großchance

Harnik versagten in der 89. Minute gänzlich die Nerven, als er nach einem Fehler von Freiburgs Keeper Baumann den Ball anstatt ins leere Tor nur an den Pfosten schoss.

Schipplock scheiterte zuvor gegen Baumann (75.).

Beim Sport-Club überzeugte vor allem Cedrick Makiadi auf der Sechser-Position.

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