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Martin Harnik vergab gegen den SC Freiburg eine Großchance in der Nachspielzeit © getty

Der VfB bleibt nach der Pleite gegen Freiburg auf einem Abstiegsplatz und ist "wie gelähmt". Labbadia trauert Harniks Chance hinterher.

Stuttgart - Nervös, mutlos und fahrig: Der VfB Stuttgart kommt auch unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia nicht aus dem Tabellenkeller.

Die Schwaben präsentierten sich bei der 0:1 (0:1)-Heimpleite gegen den SC Freiburg in einem besorgniserregenden Zustand.

"Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, wir waren zu mutlos, wir haben nicht nach vorne attackiert und sind zurückgewichen. Da haben wir das Spiel verloren", resümierte ein ratloser Labbadia. 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Der 44-Jährige hörte sich nach der ersten Niederlage des Vorletzten im baden-württembergischen Derby seit 17 Jahren alles andere als optimistisch an: "Wenn man mit zwölf Punkten in die Rückrunde startet, hat man den Druck. Wir liegen am Boden und müssen nun aufstehen."

Schnelles Ende einer guten Phase

Mit zwei deftigen Packungen gegen Bayern München in Meisterschaft (3:5) und DFB-Pokal (3:6) war er in seine Amtszeit in Stuttgart gestartet.

Die kurze Erholungsphase mit vier Punkten aus zwei Spielen fand gegen die Breisgauer aber ein jähes Ende.

Das 0:1 durch Johannes Flum (24.) brachte den Ex-Profi, der zuvor in Leverkusen und Hamburg gescheitert war, merklich aus dem Konzept.

Freiburg bleibt dran

"Wir waren in der zweiten Halbzeit besser und haben gute Torchancen ausgelassen, das tut weh", sagte Labbadia und dachte dabei insbesondere an Martin Harnik.

Dem in der 60. Minute eingewechselten Österreicher versagten vollends die Nerven, als er eine Minute vor dem Spielende nach einem Fehler von Freiburgs Keeper Oliver Baumann den Ball anstatt ins leere Tor an den Pfosten schoss.

Labbadia: "Das war eine richtig gute Chance, das hätte uns gutgetan. Er hat die Qualität, das Tor zu machen, deswegen tut das besonders weh."

Dutt zufrieden über glücklichen Sieg

Während Stuttgart auf Abstiegsplatz 17 bleibt, kletterte der seit sechs Spielen unbezwungene SC, der zuletzt am 23. April 1994 in Stuttgart gewonnen hatte (4:0), auf Rang sechs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir freuen uns über jeden Sieg, besonders über Auswärtssiege. Der VfB war aber in der zweiten Halbzeit sehr gut, deswegen ist der Sieg etwas glücklich", sagte Freiburgs Coach Robin Dutt.

Für SC-Kapitän Heiko Butscher war es "ein sehr kampfintensives Spiel, und wir haben alles für die drei Punkte gegeben".

Kein 47. Jahr in der Bundesliga?

"Eine Niederlage gegen einen Gegner, der in der zweiten Halbzeit nichts mehr investieren wollte", war auf der Gegenseite für VfB-Keeper Sven Ulreich "sehr bitter".

Die Schwaben befinden sich weiter im Abstiegskampf. Das Thema Unterhaus ist in aller Munde.

Schon das Spiel gegen den Sport-Club stand unter dem Motto "Niemals 2. Liga".

Um zu dokumentieren, wie ernst die Situation ist, wurden 40.000 Schals mit diesem Schriftzug verteilt.

"Es fehlt die Leichtigkeit"

Auf der Startseite der Klub-Homepage ist in großen Lettern zu lesen: 46 Jahre Bundesliga. 2352 Punkte.

Am Ende könnten es für das 47. Jahr einige Zähler zu wenig sein.

Vergangene Saison gelang dem VfB in der Rückrunde die Wende - im Jahr 2011 sind die Stuttgarter jedoch "wie gelähmt und übernervös", wie Präsident Erwin Staudt bereits zur Halbzeit monierte: "Es fehlt die Leichtigkeit."

Rückschritt für Gebhart

Für Mittelfeldspieler Timo Gebhart, der zu Beginn der zweiten Hälfte für Daniel Didavi eingewechselt wurde, war die Pleite "ein großer Rückschritt".

"Der Druck nach dieser Niederlage wird natürlich nicht weniger", erklärte der 21-Jährige.

Von Gelassenheit in Stuttgart kann in den nächsten Wochen also keine Rede sein.

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