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Igor de Camargo (l.) und Co. haben alle vier Saisonsiege auswärts geholt © imago

Eine Leistungssteigerung nach der Pause und ein spätes Tor des Stürmers sichern Mönchengladbach den Sieg in Frankfurt.

Frankfurt/München - Michael Frontzeck ballte nach dem Schlusspfiff beide Fäuste und schrie seine Anspannung heraus.

Die Auswechselspieler fielen dem Trainer von Borussia Mönchengladbach um den Hals 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag).

Mit dem 1:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt hat seine Elf im dritten Rückrundenspiel schon den zweiten Auswärtssieg gefeiert und damit im Kampf um den Klassenerhalt ein weiteres Lebenszeichen von sich gegeben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben heute wie auch in Nürnberg das Glück gehabt, was uns in der Hinrunde abgegangen ist. Der Klassenerhalt wird trotzdem eine schwierige Aufgabe, aber wir haben den Anschluss geschafft", sagte Frontzeck.

"Sechs-Punkte-Spiel" gegen Stuttgart

Der 46-Jährige weiß jedoch, dass seine Mannschaft jetzt dringend nachlegen muss: "Wir wollen das, was wir uns auswärts erarbeitet haben, nun mit dem ersten Heimsieg bestätigen."

Das ist gleichwohl leichter gesagt als getan, denn im Borussia-Park kommt es am nächsten Samstag zu einem echten "Sechs-Punkte-Spiel" gegen den punktgleichen Vorletzten VfB Stuttgart.

Das Hinspiel bei den Schwaben hatte das Schlusslicht mit 0:7 verloren.

"Haben einiges gutzumachen"

"Für uns ist es nebensächlich, gegen wen wir spielen. Wichtig ist dass wir Punkte holen müssen", sagte Frontzeck, der das Hinspiel-Debakel aber noch nicht vergessen hat: "Aber wir haben da einiges gutzumachen."

Die Borussia bleibt zu Recht bescheiden. Immerhin sprach anfangs auch in Frankfurt wenig für die "Fohlen", die sich zu viele Fehlpässe leisteten.

Die Hausherren dominierten in der ersten Hälfte das Geschehen, ließen Ball und Gegner laufen - und erspielten sich diverse Chancen.

Borussia dreht auf

In der 33. Minute landete ein abgefälschter Schlenzer des agilen Caio nur am Pfosten.

In der Pause schien Frontzeck dann jedoch die passenden Worte gefunden zu haben, seine Mannschaft kam mit deutlich mehr Biss und Vorwärtsdrang aus der Kabine.

Nachdem Harvard Nordtveit erst knapp vorbeischoss (68.), musste Eintracht-Keeper Oka Nikolov kurz darauf einen Kopfball von Igor de Camargo von der Linie kratzen.

"Fohlen" jubeln zu früh

Seine Teamkollegen hatten zu diesem Zeitpunkt schon zum Jubeln abgedreht, der Schiedsrichter verweigerte dem vermeintlichen Treffer jedoch die Anerkennung.

"Ich habe protestiert, aber ich habe es nicht gesehen", gab Frontzeck im Nachhinein großzügig zu.

Der Coach hatte allen Grund zu guter Laune. Schließlich sicherte de Camargo seinem Team nach einem schönen Konter und einer maßgenauen Vorlage des eingewechselten Karim Matmour den späten Siegtreffer (84.).

Lob vom Gegner

"Das war einfach ein guter Konter", musste dann auch Michael Skibbe neidlos anerkennen. Für den Eintracht-Trainer war die mangelnde Chancenverwertung seiner Elf der Knackpunkt für die dritte Pleite im Jahr 2011.

"Wir hatten eine Masse mehr Möglichkeiten und hätten das Spiel gewinnen müssen. Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit total in der Hand gehabt. Es ist sehr schade, dass wir nach drei Spielen noch immer ohne Punkt dastehen", so der 45-Jährige.

Die Bilanz seines Vorgesetzten Heribert Bruchhagen sah ähnlich durchwachsen aus.

Eintracht "fehlt der Esprit"

"Das heutige Spiel war symptomatisch für unsere Situation. Wir hatten eine gewisse Feldüberlegenheit, aber es mangelte an der Präzision. Uns fehlt momentan der Esprit, wir sind mehr oder weniger auf den Zufall angewiesen. Das heißt aber nicht, dass unsere Mannschaft nicht gewillt ist, das Ruder herumzureißen", erklärte der Vorstandschef bei "LIGA total!".

Der Wille ist da, die Hessen suchen jedoch weiterhin nach den richtigen Mitteln und Wegen aus dem Formtief.

Vielleicht sollte man sich diesbezüglich ja einfach mal in Mönchengladbach erkundigen.

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