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Andreas Müller (r.) stellt sich voll hinter die Arbeit von S04-Trainer Fred Rutten © getty

Im DSF-Doppelpass spricht Schalkes Manager Müller über die sportlichen Probleme, die Arbeit von Trainer Rutten und mögliche Einkäufe.

München - Dicke Luft auf Schalke:

Nach der 1:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen hat Manager Andreas Müller Trainer Fred Rutten in Schutz und die Spieler in die Pflicht genommen.

"Wir müssen den Spielern jetzt in den Hintern treten", sagte Müller im DSF-Doppelpass.

"Wir brauchen Spieler, die mit der Überzeugung auf den Platz gehen, gewinnen zu wollen. Das muss man in jeder Aktion sehen, und da fehlt mir im Moment der Glaube, dass die Spieler das richtig im Kopf haben."

Zudem sprach er über die Arbeit von Rutten, die Kritik an den Neuzugängen, mögliche Einkäufe in der Winterpause und das angebliche Interesse des FC Bayern an Rafinha.

Andreas Müller im Doppelpass über...

den Auftritt in Leverkusen und die Konsequenzen:

"Wir stecken im Moment in einer kritischen Situation, dass ist uns allen klar. Ich war auch sehr sauer über den Auftritt der Mannschaft. Da war keine Leidenschaft im Spiel. Notfalls muss man eben auch über Umstellungen im Kader nachdenken. Wir müssen den Spielern jetzt in den Hintern treten."

die Einstellung des Teams:

"Ich habe so den Eindruck, als wären wir mit der Einstellung ins Spiel gegangen, nur nicht verlieren zu wollen. Das ist die falsche Mentalität. Wir brauchen Spieler, die mit der Überzeugung auf den Platz gehen, gewinnen zu wollen. Das muss man in jeder Aktion sehen, und da fehlt mir im Moment der Glaube dass die Spieler das richtig im Kopf haben."

fehlende Kreativität in der Spielgestaltung:

"Es wird immer gesagt, dass wir eine Nummer Zehn benötigen. Als wir 2006 ganz nah an der Meisterschaft dran waren, haben aber genau diese Typen in unserer Mannschaft versagt! Wir brauchen Gewinnertypen, Spieler mit der richtigen Mentalität, und das möchte ich nicht an einer Nummer Zehn festmachen.

Wenn wir umsetzen können was der Trainer erarbeitet, werden wir auch so guten Fußball spielen, da ist eine Nummer Zehn gar nicht unbedingt gefragt. Wir wollen auch nicht wie andere Mannschaften von so einem Spielertypen abhängig sein, dass ist das immer gefährlich. Wir haben da zusammen mit dem Trainer eine andere Philosophie."

Wir befinden uns im Umbruch, und benötigen einfach Zeit, unsere spielerische Philosophie umzusetzen. Dabei kann es einfach zu Rückschlägen kommen. Aber auch in Leverkusen habe ich bereits positive Ansätze gesehen."

die Rolle von Trainer Fred Rutten:

"Wir haben in Fred Rutten den besten Trainer, den man für Schalke finden konnte. Er passt Tausendprozentig nach Schalke. Ich denke, dass er nun das Schutzschild, welches er die ersten vier Monate über der Mannschaft gehalten hat, wegnimmt. Es wird sicherlich personelle Konsequenzen geben.

Er ist ein absoluter Disziplinfanatiker. Es gibt immer wieder Ansätze, die zu erkennen geben, dass der ein der andere Spieler nicht ganz bei der Sache ist. Da wird er jetzt sicherlich mehr die Schrauben andrehen."

die Kritik an den Neueinkäufen Engelaar und Farfan:

"Natürlich müssen wir uns ganz klar hinterfragen, ob all unsere Transfers richtig waren. Aber alle Spieler die wir geholt haben, haben große Qualität. Engelaar hat eine starke Europameisterschaft gespielt, war am Anfang der Saison verletzt, und kommt immer besser in unser Spiel hinein. Er ist einer, der das Spiel leiten und lenken kann.

Im Moment hat er sein Potenzial auf Grund der Verletzung noch nicht abrufen können. Ähnlich ist das mit Jefferson Farfan, ein außergewöhnlich guter Stürmer, von dem ich mir noch viel mehr erwarten. Vielleicht muss man gerade bei Ihm jetzt den Druck erhöhen."

mögliche Veränderungen des Kaders zur Winterpause:

"Wir brauchen Spieler, die Spiele entscheiden können. Man kann heute aber keinen kaufen, der nur fünf Millionen kostet und 25 Tore macht, schon gleich gar nicht im Winter. Wir müssen erstmal intensiv mit unserer Mannschaft arbeiten und versuchen, deren vorhandenes Potenzial weiterzuentwickeln. Möglicherweise werden wir uns dann aber auch von dem ein oder anderen Spieler trennen."

das angebliche Interesse des FC Bayern an Rafinha:

"?Bei Rafinha weiß ich, das er, wenn er überhaupt wechseln sollte, das Ausland bevorzugen würde. Wegen der Sprache wäre das dann vor allem Spanien.

Er möchte Stammspieler in der brasilianischen Nationalmannschaft werden. Dafür muss er sich natürlich bei einer Top-Mannschaft präsentieren und weiterentwickeln.

Im Moment sieht es ja nicht so aus, als könnten wir uns wieder für die Champions League qualifizieren, was für einen Spieler wie ihn aber ungemein wichtig wäre. Deswegen kann es durchaus sein, dass der ein oder andere Top-Klub auf Rafinha zukommt, und er dann auch weg möchte, wenn wir unsere Ziele verpassen sollten. Aber letztendlich hat er noch Vertrag und wir haben das letzte Wort."

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