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In der Rückrunde hat Gladbach schon genau so viele Spiele gewonnen wie in der Hinrunde © getty

Der Sieg in Frankfurt und die Neuen machen Gladbach Mut. Die Borussia hat nun Stuttgart im Blick. Frankfurt schaut nach unten.

Frankfurt - Ein Sieg fast mit Ansage.

Das individuelle Rezept von Matchwinner Igor de Camargo soll beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach zum kollektiven Erfolgsschlüssel werden. 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Der 27-Jährige hatte seinem einjährigen Sohn Enzo vor dem Spiel via Handy einen Treffer versprochen. "Ich habe ihm gesagt, ich mache ein Tor für dich", berichtete de Camargo.

Der Einsatz des Südamerikaners mit belgischem Pass war wegen einer Sprunggelenkverletzung fraglich. "Aber meiner Frau Giovanna", sagte der Angreifer schmunzelnd, "ist eine gute Behandlung gelungen."

Frontzeck: "Anschluss geschafft"

Mit großem Selbstvertrauen blicken die Gladbacher nun dem richtungweisenden Duell der punktgleichen Kellerkinder gegen den VfB Stuttgart am kommenden Samstagabend entgegen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben den Anschluss geschafft. Jetzt müssen wir nachlegen und mit aller Macht das erste Heimspiel der Saison gewinnen", äußerte Borussen-Trainer Michael Frontzeck nach dem 1:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt.

De Camargo hatte den Gladbachern mit seinem Tor des Tages (84.) den zweiten Auswärtssieg in Serie beschert. Doch der Gedanke an den unglaublichen Heimfluch des Ligaschlusslichts, das seit dem 9. April 2010 auf einen Bundesligasieg im Borussia-Park wartet, war auch in Frankfurt allgegenwärtig.

Dante vergisst Sieg schnell

"Nach dem Spiel habe ich die drei Punkte gleich wieder vergessen, weil ich ein großes Ziel vor Augen habe. Das Spiel gegen Stuttgart und den ersten Heimsieg", meinte Borussia-Abwehrchef Dante.

Der fünfmalige deutsche Meister hatte zuletzt am 8. Spieltag Mitte Oktober 2010 auf einem Nicht-Abstiegsplatz gestanden. Nach sechs Pflichtspielpleiten zum Ende der Vorrunde gelang nach der Winterpause die Wende in Form von zwei Auswärtssiege in Frankfurt und Nürnberg (1:0).

Winter-Zugänge überzeugen erneut

Selbst die Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen (1:3) am vorletzten Wochenende konnte den offenkundigen Aufwärtstrend nur zeitweise stoppen.

Für Frontzeck keine Überraschung, sondern der Lohn für viel Fleiß und eine gute Transferpolitik. "Die Mannschaft arbeitet sehr hart. Sie erarbeitet sich auch das Glück, das wir in der Vorrunde nicht hatten", sagte der Ex-Profi mit Blick auf den Pfostenschuss von Frankfurts Caio (33.).

Zudem scheinen die Winter-Zugänge einzuschlagen. Die Defensivspieler Martin Stranzl und Harvard Nordtveit zeigten auch gegen die Eintracht eine gute Leistung.

Fink in der Hinterhand

Frontzeck: "Wir haben insgesamt frisches Blut reingebracht. Die Neuen sind ein Stück weit unbelasteter."

In der Hinterhand hat der Coach, dessen Team nur noch drei Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16 hat, noch den von Besiktas Istanbul ausgeliehenen Michael Fink. Der Mittelfeldspieler saß in Frankfurt zwar 90 Minuten auf der Bank.

Doch gegen die Stuttgarter, die die Borussia im Hinspiel mit 7:0 abgefertigt hatten, dürfte Fink zu seinem Debüt beim fünfmaligen deutschen Meister kommen.

Schwegler kritisiert Offensive

Bei Finks Ex-Klub Eintracht Frankfurt indes geht nach der dritten Rückrundenpleite ohne eigenen Treffer die Angst um. In die Hinrunde war der derzeitige Tabellenneunte ebenfalls äußerst schwach mit vier Niederlagen in fünf Spielen gestartet.

"Wir dürfen den Blick nach hinten nicht außer Acht lassen, damit wir uns weit genug von den Abstiegsplätzen entfernt halten", sagte Trainer Michael Skibbe.

Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler übte Kritik an der harmlosen Offensive: "Vorne hat uns die Gier gefehlt. Wir müssen versuchen, auch mal wieder dreckig zu gewinnen."

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