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Thomas Schaaf (r.) und Klaus Allofs arbeiten seit 1999 zusammen in Bremen © getty

Werder ist in der Krise und die Lage ist "bedrohlich". Verändern soll sich dennoch nichts. Immerhin zeigen die Fans Zuneigung.

Von Björn Seitner

München - Über Unterstützung von den Fans können sich die Profis bei Werder Bremen immerhin nicht beklagen.

Als die Spieler nach dem absolvierten Sonntagstraining ihre Autos aufsuchten, klemmte eine Tafel Schokolade im Türgriff. "Trostschokolade" nennen die Werder-Anhänger das - eine nette Geste.

Dem Team dürfte nach der zehnten Saisonniederlage aber wohl eher nicht nach Naschen zu Mute sein.

1:3 verlor die Truppe von Trainer Thomas Schaaf vor heimischer Kulisse gegen den FC Bayern und rutschte auf Rang 15 ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die nackte Abstiegsangst wird immer greifbarer.

Verändern wird sich an der Weser aber nicht viel, zumindest nicht personell.

"Es gibt kein Zeichen dafür, dass er aufgibt", sagt Geschäftsführer Klaus Allofs zur Causa Schaaf. Und den 49-Jährigen, der bereits seit 1999 im Amt ist, aufgeben, wird wohl auch niemand wollen 344031(DIASHOW: Tops und Flops des Spieltags).

Schaaf sitzt trotz nur 22 von 60 möglichen Punkten in der Liga unerschütterlich im Sattel.

Kommt ein Brasilianer?

Nachgedacht wird lediglich über den 24-jährigen Verteidiger Samuel Firmino de Jesus vom FC Sao Paulo.

Die Verpflichtung ist noch nicht zu 100 Prozent in trockenen Tüchern. Am Montagabend jedenfalls schließt das Transferfenster (Alle Wechsel im Ticker).

Ansonsten muss Werder im Abstiegskampf auf den aktuellen Kader vertrauen. Dass dies jedoch nicht so einfach ist, bewies am Wochenende Tim Wiese.

[kaltura id="0_z7atgteb" class="full_size" title="Tristesse an der Weser"]

Trotz der prekären Situation leistete sich der Werder-Keeper in der Schlussphase gegen Bayern ein äußerst dummes Foul 343547(DIASHOW: Der 20. Spieltag).

Die Folge waren ein Platzverweis und drei Spiele Sperre für den 29-Jährigen. Ersetzen wird ihn Sebastian Mielitz.

Allofs verurteilte den Ausraster: "Die Aktion war völlig unnötig. Sie ist nur durch Frust zu erklären."

"Die Lage ist bedrohlich"

Längst ist die Lage "bedrohlich", wie Allofs zugibt: "Wir müssen zulegen, um erfolgreich zu sein."

"Wenn wir so spielen wie gegen Bayern, holen wir bald die Punkte, die wir brauchen", sagte der 54-Jährige, nur um den Optimismus sofort wieder einzubremsen: "Aber ich habe die Sorge, dass wir weiter so Spiele abliefern wie vor einer Woche beim 0:3 in Köln."

Woran es hakt, weiß Allofs auch: "Wir haben nicht die Qualität im Spiel nach vorn."

Finanzierbare Spielmacher wüchsen aber nicht auf den Bäumen: "Ich sehe keine Lebensretter auf dem Markt, die noch vom Himmel fallen könnten. Es sei denn, Robben, Müller und Schweinsteiger sind im Paket zu haben."

Mertesacker ist selbstkritisch

Torsten Frings haderte nach der Bayern-Pleite lieber mit einer Schiedsrichterentscheidung. Luiz Gustavo beging im Strafraum ein "klares Handspiel" (Allofs).

"Er hat uns die Chance genommen, in Führung zu gehen. Dann geht das Spiel ganz anders aus. Es war einfach nur grottenhaft, was der gepfiffen hat", sagte der Werder-Kapitän.

Abwehrchef Per Mertesacker, der neben dem 1:0 auch für den Treffer zum 1:2 verantwortlich war, zeigte sich selbstkritischer: "Derzeit machen wir aber eben noch gewisse Fehler, die dann eiskalt bestraft werden."

Die Verhältnisse sind intakt

Diese sollte das Team aber schleunigst abstellen, ansonsten wird es richtig ungemütlich an der Weser. Laut Allofs folgt die Mannschaft aber weiterhin ohne Murren dem Trainer. Das Verhältnis sei absolut intakt.

Und solange es von den Fans Schokolade gibt, besteht wohl auch die Hoffnung in Bremen.

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