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Ausnahmekönner mit Sonderstatus: Arjen Robben (l.) und Franck Ribery © getty

Auf Robbens Würgegriff folgen keine Konsequenzen, sondern Streicheleinheiten. Ribery hofft aufs Comeback.

Von Maik Rosner

München - Arjen Robben zeigte ein bisschen Reue, doch im Kern fühlt er sich immer noch durchaus im Recht.

Auch Sportdirektor Christian Nerlinger schützt den Ausnahmekönner des FC Bayern, obwohl der die Mannschaftskollegen mit seinem gelegentlichen Eigensinn schon mehrfach verärgerte.

Eine durchaus gefährliche Situation. Die Stimmung könnte in der ohnehin wackeligen Hierarchie kippen.

Zumal sich Robben nach seinem Würgegriff gegen Thomas Müller 344108(die Bilder) auch ein bisschen in der Chefrolle sieht.

Neuer Kapitän ist aber Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger sein Stellvertreter.

"Man hat gesehen, dass es auch nach dem Weggang von Mark van Bommel bei uns noch immer eine Hierarchie gibt", sagte Robben am Montag in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport" über die Rollenverteilung im Team nach dem Abgang des Kapitäns zum AC Mailand. Ein Scherz.

Was aber auch so viel hieß wie: Ich muss mir nichts bieten lassen.

Stimmt, findet Nerlinger, zumindest im Hinblick auf die ballverliebte Spielweise.

"Arjen muss nichts ändern"

"Arjen ist über jegliche Diskussion erhaben. Es ist doch bekannt, was er für uns geleistet hat. Er muss sein Spiel nicht umstellen oder ändern", sagte der Sportdirektor der "tz".

Und weiter: "Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo Mitspieler lieber den Ball hätten. Aber Arjen darf und muss es weiter selbst probieren."

Streicheleinheiten für den Würger, der nach dem 3:1-Sieg bei Werder Bremen Thomas Müller am Hals gepackt hatte, weil der sich über zu wenige Vorlagen beschwerte.

Eine für das Mannschaftsgefüge heikle Situation.

[kaltura id="0_2u3i1ltl" class="full_size" title="Beckenbauer zum Robben M ller Disput"]

Keine Strafe durch DFB

Robben räumte allerdings ein, dass sein Aussetzer nicht richtig war.

Aber: "Wenn so etwas schon passieren muss, dann sollte es in der Kabine passieren."

Laut Müller ist der Disput abgehakt. Und auch von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes hat Robben nichts zu befürchten.

DFB-Chefankläger Anton Nachreiner schloss eine durchaus mögliche Sperre aus, "da die in den Zeitungen erschienenen Bilder nicht ausreichen, um Ermittlungen einzuleiten".

Die Bilder sind allerdings eindeutig.

Ribery schmerzfrei

Unterdessen arbeitet der andere Ausnahmespieler des FC Bayern an seinem Comeback.

"Ich fühle mich schon viel besser, aber ich muss abwarten, wie das Knie auf das Training reagiert", sagte Franck Ribery der "tz".

"Noch ein bisschen komisch" sei das Gefühl, "aber ich habe keine Schmerzen und das Knie wird nicht dick".

Mehr Schutz gefordert

Verärgert ist er allerdings über Wolfsburgs Josue, der ihn beim Rückrundenauftakt gefoult und verletzt hatte. Ribery vermutet gar eine Absicht und fordert mehr Schutz.

"Auch die Schiedsrichter müssen ein wenig aufpassen und unfairen Gegenspielern zeigen: Stopp! Es war ein richtig böses Foul, bei dem er eine Verletzung riskiert", meinte der Franzose.

Nun hofft er nach seiner Kniezerrung auf eine rasche Rückkehr in den Spielbetrieb.

"In Köln ist es wahrscheinlich noch zu früh. Aber gegen Hoffenheim könnte es schon klappen", sagte Ribery. Die Bayern empfangen 1899 am 12. Februar.

Ilicevic-Coup geplatzt

Nicht geklappt hat dagegen eine Überraschung kurz vor Ende der Transferfrist.

Laut "Bild"-Zeitung waren die Bayern an Kaiserslauterns Ivo Ilicevic ernsthaft interessiert.

Der offensive Mittelfeldspieler des Aufsteigers sollte als Backup für die verletzungsanfälligen Robben und Ribery verpflichtet werden.

Kaiserslautern aber soll die Freigabe verweigert haben.

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