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Bisher noch kein Erfolgsduo: Wolfsburgs Manager Hoeneß (l.) und Trainer McClaren © getty

15,95 Euro - klingt nach Wolfsburger Winterschnäppchen, doch es sind Millionen. Sechs Neue kamen. Mit ihnen auch der Erfolg?

Von Maik Rosner

München - Eigentlich sei er kein Freund von Wintertransfers, hat Dieter Hoeneß immer wieder betont. Sogar zu Beginn der Rückrunde sprach er davon, es sei nicht sinnvoll, viele neue Spieler zu verpflichten.

Doch nach dem Ende der Wechselfrist darf sich der VfL Wolfsburg den inoffiziellen Titel Transfermeister zurechnen. Kein Klub investierte mehr.

15,95 Millionen Euro sollen den Werksklub die sechs Profis gekostet haben. Nun ist Trainer Steve McClaren gefordert.

Patrick Helmes und die anderen Neuen muss er schnell integrieren ? und mit ihnen Erfolg haben.

Manager Dieter Hoeneß ist von seiner Transferpolitik überzeugt. Vor allem von Helmes, der fünf Millionen Euro gekostet haben soll.

"Er bringt alle Voraussetzungen mit, die Tore zu machen, die wichtig sind. Patrick ist ein kaltblütiger Vollstrecker, er hat eine fantastische Schusstechnik, er ist deutscher Nationalspieler und natürlich heiß. Er will es allen beweisen", sagte Hoeneß im Interview mit SPORT1.

Hoeneß "sehr, sehr zufrieden"

Viele Vorschusslorbeeren für den 26-Jährigen, der bei Bayer Leverkusen in der Hierarchie hinter Stefan Kießling und Eren Derdiyok abgerutscht war.

Es sei froh, "dass wir diese Gelegenheit nutzen konnten", sagte Hoeneß. Es habe sich zwar bestätigt, "dass es im Winter sehr, sehr schwierig ist". Aber: "Unter diesen Umständen können wir sehr, sehr zufrieden sein."

[kaltura id="0_0sull4mm" class="full_size" title="Hoene zu den Wintertransfers"]

Durch den Wechsel des Torjägers Edin Dzeko zu Manchester City waren knapp 35 Millionen Euro in die Kasse gespült worden. Dafür ließen sich neben Helmes auch noch andere Nationalspieler und Talente locker verpflichten und trotzdem noch knapp 20 Millionen Euro Überschuss erwirtschaften.

Vor allem vom türkischen Offensiv-Allrounder Tuncay Sanli und tschechischen Mittelfeldspieler Jan Polak (beide 29 Jahre alt) verspricht sich Hoeneß wie von Helmes eine sofortige Verstärkung.

Sanli kam für 4,5 Millionen Euro von Stoke City, der ehemalige Nürnberger Polak für 2,5 Millionen Euro vom RSC Anderlecht.

Farfans Forderung

Die weiteren Neuen: Der Südkoreaner Ju-Cheol Koo (21 Jahre, 1,7 Millionen Euro Ablöse), Yolandry Orozco (19, 1,25 Mio) aus Venezuela und der Kongolese Dieudonne Mbokani (25, ausgeliehen für eine Mio mit Kaufoption vom AS Monaco).

Und eigentlich sollte ja auch noch Jefferson Farfan von Schalke 04 kommen. Doch der Transfer platzte, weil der Peruaner angeblich noch vier Millionen Euro Abfindung forderte.

Mit Koo, gerade Torschützenkönig beim Asien-Cup geworden, droht möglicherweise auch Ärger. Der Schweizer Erstligist Young Boys Bern behauptet, mit dem Südkoreaner ebenfalls einen Vertrag abgeschlossen haben.

Talente als strategische Investition

Koo, Orozco und Mbokani sollen langsam herangeführt werden, Hoeneß sieht in ihnen eine strategische Investition.

Trainer McClaren muss zumindest die übrigen Zugänge zügig einbauen, um den VfL aus dem Mittelmaß hieven. Helmes, Sanli, Polak und Orozco trainierten bereits am Dienstag mit.

Artig lobte der Trainer den Manager für die Neueinkäufe, obwohl der Druck nun verstärkt auf ihm lastet.

McClarens Dank an Hoeneß

?Ich möchte mich bei Dieter Hoeneß bedanken, er hatte in den letzten Wochen alle Hände voll zu tun und hat speziell in den letzten Tagen rund um die Uhr gearbeitet", sagte der 49 Jahre alte Brite.

Und weiter: "Nun haben wir gute Qualität dazubekommen. Ich denke, es ist eine sehr gute Mischung. Wir haben jetzt mehr Möglichkeiten."

Es liege nun an den Spielern, sich zu beweisen und schnell in die Mannschaft zu finden. Doch er weiß auch, dass er dafür die Basis schaffen muss.

"Es geht darum, ein System zu finden, das zu uns passt und das es möglich macht, Spiele zu gewinnen?, sagte McClaren.

Weitere Umbauten im Sommer

Hoeneß wehrte unterdessen jegliche Kritik am Kaufrausch ab. "Wir sind sportlich überzeugt und haben keine verrückten Dinge gemacht", sagte er und kündigte weitere Umbauten im Kader für den Sommer an.

Der Wechsel von Kaiserslauterns kroatischem Torjäger Srdjan Lakic zum VfL ist bereits fix.

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