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Jürgen Klinsmann steht mit Bayern auf Rang drei der Bundesliga © imago

Die Herbstmeisterschaft ist das Ziel des Trainers. Doch auch einige Verpflichtungen stehen wohl auf dem Wunschzettel.

Von Christian Stüwe

München - Mit zwei Treffern lag Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann an der Torwand des "ZDF-Sportstudios" schon vorn, als der Zuschauerkandidat mit den letzten beiden Versuchen noch ausgleichen konnte.

Das gleiche war seiner Mannschaft am Nachmittag beim 2:2 in Gladbach passiert. Während Klinsmann das Remis an der Torwand mit einem Lächeln hinnahm, war ihm der Frust nach der Punkteteilung in Gladbach noch anzumerken.

"Das war total unnötig und fahrlässig, man darf das nicht weggeben", ärgerte sich Klinsmann. Doch auch wenn am Samstagabend noch Gladbach präsent war, gingen die Gedanken des Trainers schon wieder in die Zukunft.

"In absehbarer Zeit" auf Augenhöhe mit den Besten

Auf ein genaues Datum wollte sich Klinsmann nicht festlegen, vielleicht ein, zwei oder drei Jahre.

Aber er müsse "eine Mannschaft entwickeln, die hoffentlich in absehbarer Zeit mit den Besten der Welt Schritt hält."

Ob diese Mannschaft jedoch aus den bisher vorhandenen Spielern bestehen wird, scheint mehr als fraglich. Klinsmann wollte nicht ausschließen, dass er zu Weihnachten Manager Uli Hoeneß "einen kleinen Wunschzettel" präsentieren werde.

Nichts perfekt mit Timoschtschuk

Dass auf diesem Zettel Anatolij Timoschtschuk ganz oben steht, wollte Klinsmann nicht bestätigen, aber auch nicht ernsthaft dementieren.

"Timoschtschuk hat nicht unterschrieben", versicherte Klinsmann zumindest, dass mit dem defensiven Mittelfeldmann noch nichts perfekt ist.

Der ukrainische Nationalspieler wird beim FCB als möglicher Nachfolger für Mark van Bommel gehandelt, dessen Abgang nach Vertragsende im Sommer vermutet wird.

"Schauen uns permanent um"

Dass sich auch sonst etwas beim Rekordmeister tut, bestätigte Klinsmann aber schon: "Wir schauen uns permanent um, unser professioneller Scouting-Stab ist weltweit unterwegs."

Und natürlich wird über Namen spekuliert. Die spanische "Marca" meldete am Wochenende bereits den Transfer des russischen Stürmers Pavel Progrebniak von Zenit St. Petersburg zum FCB perfekt.

Auch wenn dies zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich scheint, ist Bayern definitiv auf Stürmersuche. Mit Miroslav Klose, Luca Toni und Lukas Podolski stehen nur drei Stürmer im Kader.

"Ein Klub, der die Ansprüche hat, in der Champions League ein Wort mitzureden, muss Minimum drei, wenn nicht sogar vier Topstürmer haben", erläuterte Klinsmann.

Und um Podolski ranken sich immer wieder Wechselgerüchte. "Stand jetzt ist, dass er bleibt", sagte Klinsmann. Allerdings tue sich Podolski schwer damit, von der Bank Druck auf die gesetzten Toni und Klose auszuüben.

Auch Arshawin und Saviola im Gespräch

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang Andrej Arshawin als Alternative genannt, ebenfalls Stürmer von St. Petersburg. Doch der Shootingstar des europäischen Fußballs wird mit fast allen europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht, unter anderem Real Madrid.

Auch Podolski wurde schon mit den "Königlichen" in Verbindung gebracht. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang auch ein Tausch mit Real-Reservist Javier Saviola.

Der argentinische Nationalstürmer (Spielerporträt) ist bei den "Königlichen" nur Stürmer Nummer fünf, bei Bayern wäre er immerhin auf Anhieb die Nummer drei.

Für ihn spräche, dass er als kleiner dribbler die beiden Kopfball-Spieler Toni und Klose gut ergänzen würde. Auch würde es angesichts der großen Südamerika-Fraktion bei den Bayern keine Eingewöhnungsprobleme geben.

Rafinha oder Donovan?

Spekuliert wurde zuletzt auch über einen Transfer des Schalker Verteidigers Rafinha. Allerdings glaubt S04-Manager Andreas Müller eher an einen Transfer ins Ausland.

Die wahrscheinlichste Verstärkung der Bayern scheint Landon Donovan sein. Der Amerikaner trainiert derzeit mit den Bayern.

Problematisch scheitn allerdings die angeblich von Los Angeles Galaxy geforderte Ablöse von zehn Millionen Euro zu sein, ein Ausleihgeschäft ist wohl wahrscheinlicher.

"Schau'n mer mal", kommentierte Klinsmann ganz im Stile von Franz Beckenbauer.

Konkret werden die Pläne der Bayern wohl erst zur Weihnachtszeit. Bis dahin wird noch viel spekuliert werden und die FCB-Bosse werden sich in Schweigen hüllen und dementieren.

"Nichts als Falschmeldungen", schimpfte Manager Uli Hoeneß bereits und bezog das auch auf die möglichen Abgänge von Toni Kroos und Jose Sosa.

Ziel: Herbstmeisterschaft

Offensiver ging Klinsmann da mit einem anderen Wunsch um. "Ich wünsche mir, dass wir vor Weihnachten Tabellenführer sind", sagte der Bayern-Trainer: "Das ist auch nach Gladbach noch machbar." (Ergebnisse und Tabelle)

Um dann als Herbstmeister weiter an der Zukunft der Bayern zu feilen.

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