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Volker Finke war zwischen 1991 bis 2007 Trainer beim SC Freiburg © imago

Das große Interesse an seiner Vorstellung überrascht den Sportdirektor. Finke äußert sich zu seinen Zielen und zum "Fall Choupo-Moting".

Köln/München - Volker Finke staunte nicht schlecht.

Im Presseraum des 1. FC Köln empfing ihn eine riesige Schar von Medienvertretern und gab ihm einen ersten Vorgeschmack vom dem, was ihn bei seiner neuen Aufgabe erwartet.

"Ich bin überrascht, dass so großes Interesse besteht", sagte der neue Sportdirektor des Bundesligisten bei seinem Amtsantritt: "Ich bin für Dinge verantwortlich, die hinter einer Mannschaft stehen. Dafür braucht man eigentlich nicht so eine Aufmerksamkeit."

Der ehemalige Trainer des SC Freiburg muss sich nach 16-jähriger Tätigkeit im beschaulichen Breisgau in der Medienstadt Köln auf neue Verhältnisse einstellen, das wurde Finke schon vor seinem ersten offiziellen Arbeitstag in Köln bewusst.

Erste Kritik beim Amtsantritt

Der neue starke Mann war von der Presse heftig angegriffen worden, weil er seine Aufgabe erst sechs Wochen nach Unterzeichnung des Vertrages und einen Tag nach Schließung des Transferfensters in Angriff nimmt.

Doch Finke ließ die Kritik an sich abprallen. "Das behandle ich großzügig, wie nicht gelesen. All das, was zu diesem Termin zu tun war, habe ich genauso erledigt als wäre ich hier gewesen. Ich stand seit meiner Unterschrift in regelmäßigem Kontakt mit den Verantwortlichen."

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Finke machte unmissverständlich klar, dass er in Köln hauptsächlich im Hintergrund arbeiten will, den Kontakt mit der Presse sollen in erster Linie andere pflegen.

"Stehe nicht jede Woche im Brennpunkt"

"Ich bin jetzt in einer Position, in der man nicht jede Woche im Brennpunkt steht und Rede und Antwort stehen muss", erklärte der 62-Jährige in der Hoffnung, dass ihm Fragestunden in großer Presserunde künftig erspart werden.

Bei den abstiegsgefährdeten Kölnern will sich Finke, der zuletzt in der japanischen J-League als Trainer des Spitzenklubs Urawa Red Diamonds gearbeitet hat, zunächst einen Überblick verschaffen, ehe er zu konkreten Maßnahmen greift.

"Um etwas zu verändern, muss man erst einmal verstehen, wie das zustande gekommen ist, was man vorfindet", erklärte Finke.

Neuzugänge sorgen für Bewegung

In der Winterpause sei aber schon in die richtige Richtung gearbeitet worden: "Hier ist etwas im Fluss, mit den Neuverpflichtungen ist Bewegung in die Mannschaft gekommen", erklärte Finke in Bezug auf die fünf Neuzugänge Christian Eichner, Tomoaki Makino, Michael Rensing, Slawomir Peszko und Wilfried Sanou.

Trainer Frank Schaefer will Finke jede erdenkliche Unterstützung zukommen lassen.

"Eine meiner Aufgaben ist, dass er seine Rolle gut spielen kann", sagte der neue Sportdirektor und wies Spekulationen darüber zurück, dass er Schaefer schon bald ablösen könnte: "Ich habe überhaupt keine Motivation, auf die Trainerbank zurückzukehren."

Lob für Schaefer

Ganz im Gegenteil, für Schaefer hatte er viel Lob übrig: "Er ist der richtige Mann am richtigen Platz. Ich glaube, dass er mir eine ganz große Hilfe sein wird. Ich werde natürlich auch versuchen zu erreichen, dass er etwas von mir mitnehmen kann", sagte er dem Kölner "Express".

Finke hat beim aktuellen Tabellen-16. einen Zweieinhalbjahresvertrag unterschrieben und formulierte schon bei seinem ersten offiziellen Termin entsprechend langfristige Ziele. "Wir wollen die Qualität und den Erfolg des 1. FC Köln verbessern", so Finke. Zunächst habe aber der Klassenerhalt "absoluten Vorrang".

Der 62-Jährige, der mit seiner Arbeit in Freiburg für viel Furore gesorgt hatte, verfolgt natürlich auch Pläne in Sachen Spielphilosophie. "Ich werde etwas anstoßen, eine Spielidee wächst. Ich finde es toll, etwas zu entwickeln, was den Fußball attraktiv macht. Aber das macht man gemeinsam, das macht nicht Volker Finke allein."

DFL prüft Fall Choupo-Moting

Bei der Transfer-Posse um Eric Maxim Choupo-Moting war Finke vor Ort und erlebte die Problematik mit:

"Ich habe neben dem Faxgerät gestanden. Die Wahrheit ist einfach, dass der Vater des Spielers erst um 17.49 Uhr angefangen hat, das Fax zu senden. Ab der dritten Seite zeigte das Faxgerät nur noch schwarze Querstriche", sagte er dem "Express".

Die Hoffnung, dass der Transfer trotzdem noch zustande kommen könnte, hat Finke noch nicht aufgegeben. Die DFL hat aufgrund der Umstände angekündigt, den Fall nochmal zu prüfen.

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