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Zu Saisonbeginn 2010 übernimmt Armin Veh beim Hamburger SV - glücklich wird er dort nicht
Armin Veh (r.) arbeitet seit dem letzten Sommer mit Ruud van Nistelrooy zusammen © getty

Vor dem Derby gegen St. Pauli treibt der HSV die Personalien voran. Trainer Veh erwartet gegen den Stadtrivalen eine Trotzreaktion.

Von Rainer Nachtwey

München/Hamburg - Stillstand ist Rückschritt, heißt es so schön im Wirtschaftsdeutsch.

Überträgt man diesen Satz ins Fußballgeschäft bedeutet es: Fehlende Punkte, Abrutschen in der Tabelle.

Stillstand herrscht beim Hamburger SV seit geraumer Zeit:

Die ewigen Diskussionen um einen neuen Sportdirektor, der dann doch nicht kam, die Rückkehrabsichten Ruud van Nistelrooys nach Madrid, der dann doch in Hamburg blieb oder besser: bleiben musste.

Noch Hoffnung für Choupo-Moting

Und auch bei den Transferaktivitäten herrschte beim HSV Stillstand. Kein Zugang, kein Abgang - als einziges aller Bundesliga-Teams.

Wobei Eric Maxim Choupo-Moting trotz des per Fax gescheiterten Transfers doch noch den HSV in Richtung Köln verlassen könnte.

Aber warum hat der HSV selbst nicht aufgerüstet? Das Sorgenkind Defensive mit den vielen Verletzten aufgebessert?

"Die Mannschaft ist gut genug"

"Die Mannschaft ist gut genug", sagt Bastian Reinhardt, der nach der Sammer-Posse weiterhin den Posten des Sportchefs inne hat.

"Es macht keinen Sinn, jetzt einen Verteidiger für ein halbes Jahr zu verpflichten", führt Reinhardt weiter aus.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Vielmehr konzentriert sich der Sportdirektor ganz auf die Zusammenstellung der Mannschaft für die kommende Saison.

"Ich habe ein zwei Kandidaten, deren Verträge demnächst auslaufen, die ich gerne halten möchte", meint Reinhardt.

[kaltura id="0_j0h30w8x" class="full_size" title="Derby elektrisiert die Stadt"]

Van Nisterooy gehört etwas überraschend dazu, obwohl er nach dem geplatzten Wechsel zu Real bekannt gab, seinen Vertrag in Hamburg nicht zu verlängern.

Reinhardt: "Seine Entscheidung traf er aus einer emotionalen Lage heraus. Ich werde aber zur gegebenen Zeit das Gespräch mit ihm suchen."

Mehr noch: "Es wäre die richtige Entscheidung für ihn, noch ein Jahr bei uns zu bleiben", sagte der Sportdirektor der "Sport Bild".

Der zweite Spieler soll Ze Roberto sein. Und auch Torwart Frank Rost soll gehalten werden.

Alle drei "Oldies" galten eigentlich als Auslaufmodelle, die dem dringend benötigten Umbau des Teams im Wege stehen.

Wer stürmt im Derby?

Im Fokus steht vor dem Derby am Sonntag gegen St. Pauli aber vor allem die Personalie van Nisterooy.

Denn eigentlich müsste der nun wieder umworbene Stürmerstar nach seinem lustlosen Auftritt beim 0:2 in Nürnberg gegen die "Kiezkicker" aus der Startelf fliegen.

Mladen Petric ist nach seiner Oberschenkelverletzung wieder fit.

"Es ist auch durchaus denkbar, dass er mit Petric zusammen aufläuft", meint HSV-Trainer Armin Veh dazu.

Kredit für Ben-Hatira

Sollte Hinspiel-Held Petric neben van Nistelrooy stürmen, müsste wohl Änis Ben-Hatira weichen.

"Auch Änis hat sich mit seinen starken Auftritten einen kleinen Kredit erarbeitet. Den nehme ich nicht so einfach raus", sagt Veh aber.

Während sich der Coach bei der Aufstellung noch nicht festlegt, erwartet er nach der lustlosen Darbietung seiner Spieler in Nürnberg zumindest eine andere Einstellung.

"Ein geiles Spiel"

"Wenn wir da nicht heiß sind, haben wir unseren Beruf verfehlt", nimmt Veh seine Spieler in die Pflicht. "Gegen Pauli zuhause, das ist einfach nur ein geiles Spiel."

Der auch nicht unumstrittene Coach hat seinen Spielern in dieser Woche im Wortsinn Beine gemacht, wie er schon zu Wochenbeginn angekündigt hatte:

"Wir werden in dieser Woche das machen, was wir in Nürnberg nicht getan haben. Wir werden etwas mehr laufen."

Auch hier hatte Veh Stillstand ausgemacht.

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