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Bremens Naldo (r.) erzielte gegen Köln seinen zweiten Saisontreffer © imago

Bäume haben die Bremer gegen Köln nicht ausgerissen. Dennoch bemühen sich alle Beteiligten Positives aus dem Sieg herauszuholen.

Von Michael Schulz

München - In der Tabelle hat Werder Bremen durch das 3:1 gegen den 1. FC Köln einen Sprung um drei Plätze auf den 7. Rang gemacht. Beim Abbau spielerischer Defizite kann das Team von Trainer Thomas Schaaf aber keine ähnlich großen Fortschritte aufweisen.

Dass die Defensive zudem nur ein Gegentor durch Milivoje Novakovic (48.) kassierte, lag eher an den mutlosen Kölnern als der Bremer Abwehrstärke.

Weiter abhängig von Diego

Auffällig war erneut Werders Abhängigkeit von Spielmacher Diego (Spielerporträt). Das fiel gegen den Aufsteiger nicht negativ ins Gewicht, denn der Brasilianer zeigte eine starke Partie. Zudem erzielte er das 1:0 per Foulelfmeter (15.).

Diegos Mitspieler nahmen daher aus dem fünften Saisonsieg ausschließlich Positives mit.

"Wir haben zwar immer noch einen Riesenrückstand, aber wieder ein bisschen was gut gemacht und mit solchen Spielen kommen wir wieder nach oben", meinte Torsten Frings, der mit einer Ecke das 2:0 durch Naldo (45.) einleitete.

Ähnlich fiel auch die Analyse beim Tim Wiese aus, der im gesamten Spiel bis auf zwei Novakovic-Möglichkeiten weitgehend unbeschäftigt blieb.

"Das war ein Arbeitssieg, mit dem wir Selbstvertrauen tanken können. Wir müssen Schritt für Schritt schauen, damit wir näher zu den oberen Mannschaften aufschließen", sagte der Bremer Keeper: "Den ersten Schritt haben wir mit dem Sieg gemacht."

Gegner zu Fehlern gezwungen

Schaaf, der seiner Mannschaft nach dem 0:0 in Bochum noch Passivität vorgeworfen hatte, war das Zustandekommen des Erfolgs gleichgültig.

"Es ist unwichtig, ob es ein Arbeitssieg war oder wir schön spielen. Wichtig ist, dass wir die Ergebnisse erzielen und Punkte einfahren."(Ergebnisse und Tabelle)

Der Werder-Coach lobte ausdrücklich die Aktivität seines Team, weil "wir den Gegner nie richtig in Ruhe gelassen haben und dadurch zu Fehler gezwungen haben".

"Kritische Phasen gut überstanden"

In Hektik verfielen seine Schützlinge aber, sobald die Kölner Druck auf die Bremer Hintermannschaft ausübten. Dann gerieten die Norddeutschen durcheinander wie ein Hühnerhaufen.

"Es gab zwar Phasen, in denen die Kölner gut waren", erkannte Schaaf an, aber: "Diese haben wir gut überstanden."

Mit einer Ausnahme: "Beim 2:1 waren wir nicht aktiv."

In einigen Bereichen nachbessern

Seine Mannschaft habe "vieles versucht und einiges ist uns gut gelungen", meinte der Trainer nach der intensiven Trainingsarbeit und dem zweiten Heimsieg in Folge. "Doch es gibt noch einige Bereiche, die wir verbessern müssen."

Dass seine Defensive weiter unsicher wirkte und Nationalspieler Per Mertesacker beim Gegentreffer alles andere als gut aussah, wollte er so nicht gelten lassen:

"Es war nicht Mertesackers Fehler, sondern wir haben 60 Meter vor dem Tor den Ball nicht abgefangen. Der letzte in der Kette sieht dann nicht gut aus."

Kritisch hinterfragen

Der Innenverteidiger ging mit seiner Leistung beim "immens wichtigen Sieg" selbstkritischer um.

"Wir sahen in der einen oder anderen Situation nicht gut aus, haben uns aber das 3:1 redlich verdient", sagte Mertesacker: "Wir haben gutes Potenzial in der Abwehr, müssen uns aber nach jedem Spiel hinterfragen."

Optimistisch blickte Klaus Allofs auf das Nordderby am nächsten Sonntag.(Spielplan)

"Wir können jetzt eine Serie starten", sagte der Sportdirektor: "Der nächste Gegner heißt Hamburg, da wird es keiner zu locker angehen."

Keine Vorwürfe von Daum

Als fairer Verlierer zeigte sich unterdessenChristoph Daum. "Wir haben alles versucht, aber die Bremer waren heute besser", sagte der Kölner Coach: "Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten gespielt."

Seiner Mannschaft machte er aber keinen Vorwurf: "Aus dem Spiel hat Bremen kein Tor erzielt, bis auf das 3:1. Das war aber ein Glücksschuss von Hugo Almeida."

Nicht alle Kölner nahmen die Niederlage so gelassen.

"Wir haben zu billig Tore bekommen", schimpfte Novakovic: "Wir hatten zu großen Respekt vor den Bremen und haben zu selten gezeigt, dass wir auch Fußball spielen können."

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