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Der VfB Stuttgart spielte zuletzt in der Saison 1976/77 zweitklassig © getty

Beim VfB Stuttgart ist die Stimmung vor dem Auftritt beim punktgleichen Letzten in Gladbach angespannt. Ein Neuer soll es richten.

Von Marcus Giebel und Philipp Langer

München - Beim VfB Stuttgart haben sie die Zeichen der Zeit erkannt:

Für Meister von 2007 geht es nur noch gegen den Abstieg.

"Niemals 2. Liga!" prangt in großen Lettern auf der Homepage des Tabellen-17.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem 0:1 gegen den SC Freiburg - der zwölften Niederlage der Saison - ist aber ungewisser denn je, ob dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann.

Am Samstag (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) muss der VfB beim punktgleichen Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach antreten.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Bei Pleite in Gladbach Schlusslicht

Auswärts sind die Schwaben noch sieglos, bei einer weiteren Pleite wären sie sogar Letzter.

In den lokalen Medien gilt die Partie deshalb schon als "Schicksalsspiel" - stolze 13 Runden vor Saisonende.

"Das Spiel gegen Gladbach ist eine von 14 Etappen, die wir vor uns haben. Wir brauchen einen langen Atem", widersprach Trainer Bruno Labbadia zwar. Trotzdem klingt in Stuttgart bereits jetzt vieles wie ein Abgesang.

Für Labbadia, dritter Coach in dieser Saison, der mit dem Team in vier Partien vier Zähler gesammelt hat, ist es bereits "später als fünf vor zwölf".

Die Schonzeit für ihn und Sportdirektor Fredi Bobic ist abgelaufen.

"Drei Trainer - null Erfolg", schreibt die "Stuttgarter Zeitung", der "kicker" rechnet auf einer Doppelseite die Transferverfehlungen seit dem letzten Meistertitel vor.

Kritik wegen Hajnal-Verpflichtung

Selbst die Verpflichtung von Hoffnungsträger Tamas Hajnal fällt nicht positiv ins Gewicht.

Bobic wird ein Zickzackkurs vorgeworfen, weil er den Ungarn angeblich schon Anfang des Jahres von Borussia Dortmund hätte holen können statt auf den allerletzten Drücker eine halbe Stunde vor Schließung des Transferfensters.

[kaltura id="0_37r190po" class="full_size" title="Stuttgart hofft auf die Trendwende"]

Lob für Labbadia

Auf diese Vorwürfe will Bobic angesichts von drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nicht eingehen und versucht stattdessen Optimismus zu verbreiten.

"Griffiger und strukturierter" als noch unter den Vorgängern Christian Gross oder Jens Keller sei die Mannschaft unter der Anleitung Labbadias, versicherte er.

Grundsätzlich hat er keine Zweifel an der Mannschaft. "Viele meiner Kollegen beneiden uns um die Qualität unseres Kaders", sagte Bobic.

Okazaki bereit zum Kampf

Trotz dieser Qualität liegt die Hoffnung vor allem auf dem neuen Spielmacher Hajnal und auf dem zweiten Neuen, Stürmer Shinji Okazaki.

"Er ist ein sehr positiver Charakter. Das ist ein Top-Profi, der sehr spielstark ist", lobte Labbadia Hajnal. Die Umstellung auf ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute steht mit dem Ungarn als möglichen Zehner im Raum.

Von Asien-Cup-Sieger Okazaki verspricht sich Bobic mehr Optionen in der Offensive.

Und der Japaner, der allerdings erst kommende Woche gegen den 1. FC Nürnberg sein Debüt geben soll, ist heiß:

"Sie erwarten, dass ich bereit bin zum Kampf. Und ich will Tore schießen und dem Klub helfen, in der ersten Liga zu bleiben."

Hoffen auf die Rückrundenstärke

Martialische Worte, aber Kampf und Leidenschaft sind nunmal das, was der VfB jetzt braucht.

Abstiegskampf bedeute "auch Leid und Schmerz. Damit musst Du umgehen können, aber Du musst auch positiv nach vorne schauen. Wenn Du Dich dem unterwirfst, ist es vorbei", dichtete Bobic.

Zudem hoffen die Schwaben auf die fast schon traditionelle Rückrundenstärke - Höhepunkt war der Sprung von Platz 15 auf Platz sechs unter Gross in der Vorsaison.

Führungsspieler gesucht

Mit einem ähnlichen Parforceritt ist in dieser Saison aber nicht mehr unbedingt zu rechnen, auch weil Mangel an Spielern herrscht, die in der schwierigen Lage vorangehen.

Rückkehrer Christian Gentner läuft seiner Form hinterher. Kapitän Matthieu Delpierre ist für das Gastspiel in Gladbach fraglich. Immerhin kehrte Nationalspieler Cacau während der Woche ins Mannschaftstraining zurück, ein Einsatz ist aber noch ungewiss.

"Delpierre hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert - das wird sehr schwierig für den Samstag. Auch bei Cacau ist es kritisch", berichtete Labbadia am Donnerstag.

Cacaus Leidenschaft könnten die verunsicherten Schwaben in jedem Fall gut gebrauchen, sonst droht das Homepage-Motto zur leeren Phrase zu verkommen.

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