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Klaas-Jan Huntelaar (l.) ist mit 14 Millionen Ablöse teuerster Schalker Spieler aller Zeiten © getty

Hat Magath den Wolfsburgern tatsächlich Huntelaar anbieten lassen? Die Fans wollen die Entlassung des Schalker Trainers.

Von Andreas Berten

München/Gelsenkirchen - Schalke 04 kommt vor dem Derby bei Borussia Dortmund (Freitag, ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) einfach nicht zur Ruhe.

Nach dem ersten großen Entsetzen über die jüngsten Wechsel hat nun die Fan-Vertretung "Supporters Club" den Aufsichtsrat aufgerufen, den "Irrsinn der letzten Tage zu stoppen".

Den S04-Anhängern geht's um die Seele des Vereins, ums Image als Arbeiterklub.

Genau dies sehen die "Supporters" gefährdet und fordern nach den zuletzt hektischen Neuverpflichtungen einen raschen Kurswechsel.

Unterstützung gibt es hierbei vom mehr als 80.000 Mitglieder starken Schalker Fan-Club Verband (SFCV), der sich um einen Termin beim Aufsichtsrat beziehungsweise beim Vorstand bemühen will.

Fan sammelt Unterschriften für Rauswurf

Noch weiter geht ein Schalke-Fan aus Herten:

Mit einer Unterschriftensammlung im Internet will er den Aufsichtsrat zwingen, Magath zu entlassen, und unterstellt dem Trainer-Manager absichtliches Handeln:

"Der Schaden, den er auf Schalke anrichten darf, ist einzigartig in der Geschichte unseres Vereins."

Magath zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von der massiven Kritik. "Ich bin geholt worden, um ohne große finanzielle Mittel den Verein an die Spitze zu führen", erklärte er,

"Sie werden keinen Besseren finden"

"Wenn sie einen anderen finden, der das besser kann, bitte. Aber ich fürchte, sie werden keinen Besseren finden."

Zwar stehe er den Fans "zur Verfügung, alles zu erklären", ergänzte Magath, zeigte aber für die anhaltende Unruhe kein Verständnis:

"Wir sind im Moment viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Wir diskutieren ständig über interne Dinge. In Dortmund hat man den Eindruck, dass die Vereinspolitik von allen getragen wird."

An dieser Situation ist Magath allerdings mit seinen zahlreichen Zu- und Abgängen alles andere als unschuldig.

Bei den Königsblauen sind in den vergangenen eineinhalb Jahren so viele Profis durch die Drehtür ein- und ausgegangen, dass zwei mehr fast gar nicht aufgefallen wären.

[kaltura id="0_p1ufjmtb" class="full_size" title="BVB Coach Klopp warnt vor Schalke"]

Vermittler auf Magaths Geheiß in Wolfsburg?

Hierbei handelte es sich aber zufällig um die beiden prominentesten Offensivspieler, die Felix Magath am liebsten los geworden wäre.

Bekannt ist, dass der S04-Trainer Jefferson Farfán für 15 Millionen Euro nach Wolfsburg abgeben wollte. Der Peruaner ließ den Deal aber im letzten Moment platzen, weil ihm ein paar Millionen Abfindung fehlten.

Wurde auch Huntelaar Wolfsburg angeboten?

Wie die "Bild" nun berichtet, ist den "Wölfen" auch noch Klaas-Jan Huntelaar angeboten worden.

Der 27-jährige Niederländer, für 14 Millionen im Sommer vom AC Mailand gekommen und damit teuerster Schalker Spieler aller Zeiten, ist nach anfänglich sieben Bundesliga-Toren und drei Treffern in der Champions League bei Magath in Ungnade gefallen.

Angeblich bot ein Vermittler Huntelaar den Wolfsburgern bei deren Heimspiel am 18. Dezember gegen Hoffenheim an.

Doch Magath wiegelt ab:

"Nein, ich habe ihn nicht über einen Vertrauten in Wolfsburg anbieten lassen. Das Transfer-Geschäft läuft ja auch anders. Berater gehen zu den Vereinen und sagen, sie können ihnen diese Spieler besorgen..."

"Absicherung" Charisteas fürs Derby noch nicht fit

Die abenteuerliche Verpflichtung des zuletzt vereinslosen Angelos Charisteas (30) spricht aber dafür, dass Magath von der Torflaute des Vize-Weltmeisters (traf zuletzt am 13. November gegen Wolfsburg) reichlich genervt ist.

"Uns fehlt ein Stürmer, der kopfballstark ist und im Strafraum wühlt", sagt Magath.

Im Freitags-Derby in Dortmund verzichtet er aber auf den griechischen Europameister von 2004: "Er hat Rückstand, ist noch nicht fit."

Einzige echte Verstärkung scheint da Anthony Annan zu sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Schallende Ohrfeige

Dass der zweite Last-Minute-Neuzugang Ali Karimi (32) gleich das Trikot mit der Nummer 10 bekommt, ist ebenfalls eine schallende Ohrfeige für eine Reihe von Profis.

13-Millionen-Mann José Manuel Jurado, Alexander Baumjohann und der rumänische Nationalspieler Ciprian Deac sind allesamt 24 Jahre alt und bekommen nun Konkurrenz durch einen 32-Jährigen, der in der Bundesliga schon als gescheitert galt.

"Bin nun mal kein Hellseher"

Magath begründet die Neuverpflichtungen im "kicker" damit, dass sich Baumjohann oder Deac "nicht wie gewünscht entwickelt" hätten: "Ich bin nun mal kein Hellseher."

Der Kader habe nun eine Struktur, "auf der sich aufbauen lässt".

Der Umbruch müsse jedoch "auch die nächste Transferperiode" umfassen.

Diese Ankündigung dürfte den Unmut bei den S04-Fans keineswegs beschwichtigen.

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