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Claudio Pizarro (l.) spielte bereits zwischen 1999 und 2001 für Bremen © getty

Der späte Treffer durch den Angreifer kann nicht über Bremens Probleme hinwegtäuschen. Mainz hadert mit der Chancenauswertung.

Mainz - Last-Minute-Schütze Claudio Pizarro richtete ein Stoßgebet gen Himmel, die Mitspieler feierten in einer Traube das glückliche Remis.

Werder Bremen hat mit dem 1:1 (0:1) beim FSV Mainz 05 die Krise etwas entschärft. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die 500. Niederlage in der Bundesliga und der Sturz auf den Relegationsrang hatten die Hanseaten so eben abgewendet.

Doch für Entwarnung im Abstiegskampf sahen die Verantwortlichen keinen Anlass. Zu Recht.

Schaaf zurückhaltend

"Es gibt weiterhin noch viel zu verbessern. Der Punkt ist für uns auch aufgrund des späten Ausgleichtreffers ein Erfolgserlebnis", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf zurückhaltend:

"Es war ein kleiner Schritt, aber wir brauchen noch viel mehr davon."

Pizarro spät und artistisch

Dagegen feierten die Spieler das Unentschieden wie einen Sieg. "Wir haben uns gegen die Niederlage gestemmt und sind belohnt worden", meinte Pizarro.

Als niemand mehr einen Pfifferling auf Werder gegeben hätte, traf der Peruaner in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit seinem vierten Saisontor artistisch zum 1:1.

Unmittelbar danach pfiff Schiedsrichter Markus Schmidt die Partie ab.

Der Großteil der Mannschaft ist fest davon überzeugt, dass das späte Remis die Wende zum Guten sein wird.

Werder weiterhin bedroht

"Wir haben Moral gezeigt. Und wir haben einen guten Trainer, der uns den Weg aus dem Tabellenkeller zeigen wird", sagte Nationalspieler Marko Marin.

Doch Skepsis ist nach wie vor angebracht. Werder droht 30 Jahre nach der bislang einzigen Zweitliga-Saison weiter der Sturz in die Zweitklassigkeit.

Die Leistung gab wenig Anlass zu großer Hoffnung auf Besserung.

Nach dem Rückstand durch das zehnte Saisontor von Andre Schürrle (19.) wirkte Werder phasenweise wie gelähmt.

Mielitz bewahrt Werder

Lediglich Torhüter Sebastian Mielitz, der den rotgesperrten Tim Wiese vertrat, bewahrte die Bremer vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Mainzer Bruchwegstadion vor einem höheren Rückstand - ehe Pizarro für ein Happy End sorgte 346736(DIASHOW: Der 21. Spieltag).

"Wir haben zu spät gemerkt, was wir brauchen, um zu bestehen - nämlich den nötigen Einsatz", erklärte Nationalverteidiger Per Mertesacker treffend:

"Immerhin hat der Kampf in der Schlussphase gestimmt. Das müssen wir nun konservieren."

"Ich würde mich jetzt besaufen"

Bei den Mainzern herrschte nach dem ersten Remis der Saison Fassungslosigkeit.

"Wenn ich Alkohol trinken würde, würde ich mich jetzt besaufen", sagte FSV-Trainer Thomas Tuchel und brachte die Stimmung auf den Punkt.

"Wir haben extrem viel Aufwand betrieben, um uns viele, viele Chancen herauszuspielen. Das Gegentor in der letzten Sekunde fühlt sich deshalb umso bitterer an", erklärte Tuchel, gewann der Begegnung dann aber doch noch etwas Positives ab:

"Auf unsere Leistung können wir stolz sein."

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