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Karl-Heinz Rummenigge bleibt im Kampf um Coach Pep Guardiola gelassen
Karl-Heinz Rummenigge absolvierte 310 Spiele für den FC Bayern © getty

Beim FC Bayern brennt es nach der Niederlage in Köln. Im Interview kritisiert Karl-Heinz Rummenigge die Einstellung der Spieler.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Ähnlich wie die Bayern-Fans unter den 50.000 Zuschauern im Rheinenergie-Stadion hatte sich Karl-Heinz Rummenigge am Samstagnachmittag wohl auf eine gemütliche zweite Halbzeit gefreut.

2:0 führte sein Team, keiner hatte sich verletzt. Gut, Arjen Robben war nicht dabei und Franck Ribery bis dahin nur auf der Bank, aber das war es dann auch schon.

Was sollte also noch schiefgehen?

Eine gute Stunde später stellte sich Rummenigge ein paar Stockwerke unter der Ehrentribüne den unangenehmen Fragen der Journalisten.

Alles war schiefgegangen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Drei Treffer in 20 Minuten

Mit einer indiskutablen Vorstellung verspielte der FCB seinen Vorsprung, kassierte drei Treffer in 20 Minuten und ging am Ende gegen einen Abstiegskandidaten als Verlierer vom Platz.

"Das ist etwas, was uns schon die ganze Saison begleitet", sagte Rummenigge über den krassen Leistungseinbruch: "Wenn wir das nicht abstellen, dann werden wir auch unsere Ziele nicht erreichen."

Im Interview spricht Bayerns Vorstandsvorsitzender über die schwer erklärbare Münchner Schwäche, die Einstellung der Spieler und die Reaktionen der Konkurrenz.

Frage: Herr Rummenigge, was fühlen Sie nach dieser bitteren Niederlage?

Karl-Heinz Rummenigge: Ich glaube, wir sind alle total enttäuscht, weil wir in der ersten Halbzeit sehr guten Fußball gespielt und 2:0 geführt haben. Und dann haben einige wohl gemeint, es ist Schlusspfiff.

Frage: Was ist dann in Halbzeit zwei passiert?

Rummenigge: Es war doch klar, dass der 1. FC Köln bei dem Spielstand nach der Pause von der ersten Minute so rauskommt. Dann ist das passiert, was uns schon in Mönchengladbach, in Leverkusen, in Schalke und sonst wo noch passiert ist. Wir haben das ganze Spiel innerhalb von 15 Minuten zu unseren Lasten kippen lassen. Das ist etwas, was uns schon die ganze Saison begleitet. Wenn wir das nicht abstellen, dann werden wir auch unsere Ziele nicht erreichen. Das ist klar.

Frage: Woran liegt es denn, dass das so oft passiert?

Rummenigge: Ich glaube, in der ersten Hälfte hat Köln nicht einmal aufs Tor geschossen. In der zweiten Halbzeit hat die Einstellung in den Zweikämpfen gefehlt. Dann kommt das dabei heraus, was leider dabei herausgekommen ist.

Frage: Wie ärgerlich ist das gerade mit Blick auf Leverkusen und Dortmund?

Rummenigge: Dortmund interessiert mich nicht. Wobei die sich in Dortmund langsam totlachen müssen. Die spielen Unentschieden und gewinnen noch einen Punkt dabei. Langsam müssen sie doch glauben, sie seien in einem Film, der etwas eigenartig abläuft.

Frage: Thomas Müller sagte, Köln habe Leidenschaft gezeigt, Bayern Dummheit. Würden Sie das unterschreiben?

Rummenigge: Wenn er das so gesagt hat? Aber das nützt uns ja nichts. Es waren wichtige Punkte. Mit einem Sieg heute wären wir Zweiter gewesen. Das ist das Mindestziel, dass wir bei Bayern München brauchen. Das ist mehr als ärgerlich, das ist fahrlässig, was wir hier in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben. Das muss ich klar und deutlich sagen.

Frage: Wie kann man so etwas denn abstellen?

Rummenigge: In dem man es nicht mehr macht, ganz einfach. Wie im richtigen Leben.

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