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Jubel und Verzweiflung: Der VfB beendet gegen Gladbach seinen Auswärtsfluch © getty

Der VfB feiert den ersten Auswärtssieg seit zehn Monaten, doch Labbadia warnt vor Übermut. Schlusslicht Gladbach ist am Boden.

Von Björn Seitner

München/Mönchengladbach - "6-Punkte-Sieg am Niederrhein!"

Dieser Satz prangte am Samstagabend auf der Homepage des VfB Stuttgart und es war in der Tat ein ganz wichtiger Sieg gegen Schlusslicht Mönchengladbach.

Die Schwaben haben beim 3:2 gegen die Borussia das Spiel gedreht, den Anschluss gehalten und Gladbach noch tiefer in den Keller gestürzt.

"Wir sind aus dem Nichts in Rückstand geraten. Wichtig war es, in der Halbzeit Ruhe zu bewahren", resümierte VfB-Coach Bruno Labbadia nach der Partie. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit einem Auge geht sein Blick aber auch in die Zukunft: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wir spielen bis zur letzten Stunde um den Abstieg."

Ende einer langen Negativserie

Die Chancen standen vor Anpfiff gut, dass eine der beiden langen Negativserien reißen würde.

Gladbach konnte bis zum 21. Spieltag noch keinen Heimsieg feiern, Stuttgart keinen Auswärtssieg.

Nach dem Doppelschlag des VfL durch Dante (29.) und Igor de Camargo (31.) sah alles nach dem ersten Heim-Dreier für die Elf vom Niederrhein aus. 346736(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

"Wir hatten uns vorgenommen auf das dritte Tor zu spielen, nach dem Anschluss war dann allerdings die Verunsicherung zu spüren", sagte Borussen-Coach Michael Frontzeck über den Einbruch nach dem Wechsel.

Mit Hajnal kommt die Wende

Genau umgekehrt lief es für die Gäste. "Das, was wir uns in der Pause vorgenommen haben, haben wir umgesetzt. Entscheidend waren die Umstellungen", erklärte Labbadia.

Für die zweiten 45 Minuten brachte der Coach Neuzugang Tamas Hajnal und Zdravko Kuzmanovic, und mit ihnen kam die Wende.

Zuvor habe sich sein Team den "langen Bällen angeschlossen, die Gladbach immer vorlegt", meinte Labbadia. Dadurch habe Stuttgart seine Linie verloren.

Doch Pavel Pogrebnyak sorgte in der 51. Minute für den Anschlusstreffer.

"Mit anderem Geist aus der Kabine"

Laut Manager Fredi Bobic sei die Mannschaft "mit einem anderen Geist aus der Kabine gekommen".

So sah es auch Labbadia. "Beim 1:2 hatten wir das nötige Quäntchen Glück", erklärte er.

"Ansonsten haben wir in der zweiten Hälfte klarer gespielt. Da hat man gesehen, dass Gladbach nicht mithalten konnte. Der Sieg war mehr als verdient."

Hajnal war ebenfalls stolz auf sein neues Team: "Wie wir in der zweiten Hälfte gespielt, gekämpft und an uns geglaubt haben, war klasse. Es hat Spaß gemacht, auf dem Platz zu sein."

Befreiender Sieg für den VfB

Nun geht der Blick bei den Schwaben wieder nach vorne. "Jetzt müssen wir weiterarbeiten und die Gegentore abstellen", erklärte Martin Harnik, der in der 56. Minute den Ausgleichstreffer erzielte:

"Der Sieg war unglaublich befreiend für uns."

Die Entscheidung zu Gunsten der Schwaben brachte kurz vor Schluss das Foul und der Platzverweis von Dante an Pogrebnyak im Sechzehner der Borussen.

Gebhart der Matchwinner

Timo Gebhart verwandelte den Strafstoß (87.) und sorgte für den ersten Auswärtssieg der Stuttgarter seit dem 23. April 2010.

Die einfache Erklärung von Gebhart: "Einer musste den Elfmeter ja schießen, ich habe mich sicher gefühlt. Jetzt ist die Stimmung in der Mannschaft natürlich noch besser."

Auch für Gladbachs Keeper Christofer Heimeroth war es die spielentscheidende Szene:

"Ich denke, man muss den Elfer nicht geben. Dante trifft den Ball. Wenn man durch so eine Entscheidung das Spiel verliert, ist das bitter."

Frust pur in Gladbach

So verließen die Gladbacher den Platz mal wieder mit hängenden Köpfen.

16 Punkte haben die Borussen weiterhin. "Ein bitterer Abend" für Frontzeck: "Wir haben schon einige Nackenschläge hinnehmen müssen, aber das heute war schon ein Klotz."

Auch für Sportdirektor Max Eberl war das Ergebnis "niederschmetternd".

"Es tut verdammt weh, was wir hier erleben mussten. Jetzt sitzen wir da wie ein betröppelter Hund", so Eberl.

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