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Filip Daems (r.) spielt schon seit 2005 für die Gladbacher Borussia © getty

Gladbach ist nach dem erneuten Nackenschlag gegen Stuttgart nur noch ein Häufchen Elend. Der Ärger richtet sich gegen den Schiri.

Mönchengladbach - Mutlos, glücklos, fassungslos:

Borussia Mönchengladbach taumelt dem dritten Abstieg aus der Bundesliga entgegen und sucht vergeblich Halt in Durchhalteparolen und Allgemeinplätzen.

"Wir müssen den heutigen Tag ganz schnell vergessen, denn es geht weiter", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach der der bitteren 2:3 (2:0)-Heimpleite im Kellerduell gegen den VfB Stuttgart.

Trainer Michael Frontzeck pflichtete bei: "Wir haben schon einige Nackenschläge hinnehmen müssen, und das heute war schon ein Klotz. Aber es sind noch 13 Spiele." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch das Unterfangen wird immer aussichtsloser.

Wie ein Häufchen Elend

Das Tabellenschlusslicht liegt bereits sechs Zähler hinter dem Relegationsplatz, und die Seuche aus der Hinrunde setzt sich fort:

Seit acht Monaten wartet die Borussia nun schon auf einen Heimsieg.

Zudem halten umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen und der schon sechste Platzverweis die "Fohlen" im Keller. 346736(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Die Spieler der Borussia standen dann auch unter Schock.

Minutenlang saß Tobias Levels nach dem Schlusspfiff allein auf der Auswechselbank und starrte mit leerem Blick ins Nichts, Mike Hanke hockte wie ein Häufchen Elend auf dem Rasen.

Heimeroth hofft noch

Als erster fand Christofer Heimeroth die Sprache wieder: "Natürlich darf uns so was nicht passieren, gerade in unserer jetzigen Situation", sagte der Torhüter:

"Wir haben noch relativ viele Spiele und wollen es solange wie möglich aus eigener Kraft schaffen können."

Es klang wie das Pfeifen im Walde nach der bitteren Niederlage.

Nach der nicht unverdienten Halbzeit-Führung durch Dante (29.) und Igor de Camargo (31.) zogen sich die Gastgeber nach der Pause ängstlich zurück und wurden prompt bestraft.

"Wenn Stuttgart mit Druck aus der Kabine kommt, heißt es, aggressiv dagegenzuhalten. Nicht fußballerisch, sondern aggressiv" , sagte Eberl:

"Diese Aggressivität haben wir nicht mehr hinbekommen. Wir haben den Mann am Ball spielen lassen und sind nur noch hinterher gelaufen."

Kinhöfer im Fokus

Ein Doppelschlag durch Pawel Pogrebnjak (51.) und Martin Harnik (56.) brachte Stuttgart innerhalb von sieben Minuten zurück ins Spiel, in dem letztlich Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) das Zünglein an der Waage spielte.

Zunächst verweigerte der Unparteiische der Borussia das vermeintlich 3:2 durch Mohamadou Idrissou, weil er zuvor eine Regelwidrigkeit von Dante an VfB Schlussmann Sven Ulreich gesehen hatte (76.).

Dann zeigte Kinhöfer nach einer Grätsche von Dante gegen Pogrebnyak im Strafraum auf den Elfmeterpunkt (87.).

Timo Gebhart ("Ich habe mich sicher gefühlt") verwandelte zum ersten Stuttgarter Auswärtssieg.

"Der Elfmeter war eine Muss-Entscheidung"

"Der Schiedsrichter hat zweimal einen Fehler gemacht", sagte Dante, der für sein Foul die Gelb-Rote Karte sah.

Kinhöfer verteidigte seine Entscheidungen: "Bei Idrissous Tor habe ich ein Handspiel von Dante geahndet", erklärte er.

"Der Elfmeter war eine Muss-Entscheidung. Dante trifft Ball und Mann, geht aber mit so hoher Intensität rein, dass ich das als Foul der größeren Kategorie ahnden muss."

"Der eine sagt, das ist einer, der andere sagt, es ist keiner. Aber mir ist das scheißegal", sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic:

"Moral und Wille hat uns zu drei Punkten geführt."

Stuttgart feiert mit Disco-Musik

Mit Schlachtgesängen und lauter Disco-Musik feierten die VfB-Spieler in der Kabine.

Mit der Einwechslung des starken Neuzugangs Tamas Hajnal hatte der VfB in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte gesetzt und war belohnt worden.

"Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir zwei oder drei Tore erzielen können. Wir wissen genau, was gewesen wäre, wenn wir verloren hätten", sagte Trainer Bruno Labbadia.

Dafür reichte an diesem Abend der Blick auf den geschlagenen Gegner.

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