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Michael Rensing machte gegen die Bayern sein viertes Bundesligaspiel für Köln © imago

Köln schopft aus dem Sieg gegen die Bayern neue Hoffnung. Rensing genießt den Moment, der neue Sportdirektor sieht Erhellendes.

Von Julian Meißner

Köln/München - So stolz geschwellt war Michael Rensings Brust, als er vom Rasen schritt, er hätte auch gerade aus dem Kraftraum kommen können.

"Eine große Genugtuung" erlebte der Kölner Keeper beim spektakulären 3:2 (0:2) über seinen Ex-Klub Bayern München.

Während Kapitän Lukas Podolski als Fahnenschwenker wie gewohnt die Stimmungskanone gab, sagte Rensing etwas bedächtiger:

"Das sind drei ganz wichtige Punkte, dazu vor so einer Kulisse gegen den ehemaligen Verein, das ist etwas ganz Besonderes." 346736(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

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Wieder mit Spaß bei der Sache

In der Schlussphase hatte er mit seinen Paraden den Sieg festgehalten, doch der Nachmittag hätte auch ganz anders ausgehen können für ihn. Vor allem beim 0:2 durch Hamit Altintop sah der Schlussmann nicht gut aus.

"Den kann ich halten, das ärgert mich", sagte er hinterher selbstkritisch und erklärte: "Hamit schießt sehr ansatzlos. Ekelhaft."

Er sagte es mit einem Lächeln auf den Lippen, weil es am Ende keine Rolle spielte.

"Ich fühle mich pudelwohl, habe wieder richtig Spaß am Fußball", meinte Rensing wohl nicht ganz ohne Hintergedanken an den bitteren Abschied nach fast zehn Jahren in München.

Frohlocken bei Finke

Mit seiner guten Laune fügte sich der 26-Jährige prächtig ein in das allgemeine Stimmungsbild in Köln-Müngersdorf. Nicht nur die unverhofften Punkte kann der FC freilich gut gebrauchen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sportdirektor Volker Finke erlebte bei seinem Einstand in 90 bewegten Minuten das für Köln fast schon übliche Wechselspiel zwischen Himmel und Hölle. "Punkte gegen die Bayern zählen doppelt", freute er sich.

Ex-Kapitän Mohamad wieder da

Der Mann, der für zukünftige Kölner Konzept stehen soll, dürfte am Samstag einige wichtige Erkenntnisse gewonnen haben.

Youngster Christian Clemens gelang sein zweites Bundesliga-Tor, Adam Matuschyk zeigte sich im Mittelfeld giftig, und auch Miso Brecko lieferte eine richtig starke Partie ab.

Mit Youssef Mohamad wandelte sich zudem eine heikle Personalie vorerst zum Guten. Der Libanese, nach der Ausbootung als Kapitän in seinem Stolz verletzt und durch die Auswirkungen der Schweinegrippe geschwächt, stand gegen die Bayern erstmals wieder in der Startformation.

[kaltura id="0_12tk0fd8" class="full_size" title="Scheitert Bayern an van Gaal "]

Vor den Augen seines ehemaligen Freiburger Mentors Finke zeigte er neben Pedro Geromel in der Innenverteidigung eine ansprechende Leistung.

Nur "Nova" trübt die Stimmung

Nur einer stimmte nicht in den allgemeinen Jubelreigen ein: Matchwinner Milivoje Novakovic. Mit seinen Saisontoren sechs und sieben hatte "Nova" entscheidenden Anteil am Coup, und dennoch verließ er das Stadion wortlos und als einer der Letzten.

Nach schwachen Leistungen hatte Novakovic die Bank gedroht, die Verpflichtung der Offensivkraft Eric-Maxim Choupo-Moting unter der Woche platzte bekanntlich nur wegen einer technischen Panne.

All das passte dem sensiblen Slowenen offenbar gar nicht.

Fortsetzung der Achterbahnfahrt?

Trotz kleiner Misstöne deutet die Gemengelage rund ums Geißbockheim also darauf hin, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet, um die Klasse zu halten.

Doch sollte sich die Mannschaft am nächsten Sonntag gegen Mainz wieder von einer anderen Seite zeigen, würde sich wohl niemand wundern.

Soviel wird Michael Rensing nach einem guten Monat in der Domstadt und einem nach eigener Auskunft "lehrreichen" halben Jahr der Arbeitslosigkeit mitbekommen haben.

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