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Anthony Annan kam im Winter von Rosenborg Trondheim nach Gelsenkirchen © getty

Felix Magath reagiert gelassen auf angebliche brisante Äußerungen von Neuzugang Annan. Der blickt bei SPORT1 optimistisch voraus.

Von Matthias Becker und Julian Meißner

München/Dortmund - Schlechte Presse hatte der FC Schalke mit seinen Wintereinkäufen eigentlich schon genug.

Vor allem die Verpflichtung der Routiniers Angelos Charisteas und Ali Karimi sorgte im Umfeld der Königsblauen für empörte Reaktionen.

Anthony Annan war für Trainermanager Felix Magath da die wohltuende Ausnahme, der Transfer des Ghanaers, als Ersatz für den zum FC Sevilla abgewanderten Ivan Rakitic geholt, wurde nicht wirklich hinterfragt.

Bis zum Mittwoch - und da dann ausgerechnet von Annan selbst.

Eigentlich habe er nicht vorgehabt, von Rosenborg Trondheim nach Gelsenkirchen zu wechseln, erklärte Annan dem norwegischen Onlineportal "Fotbal" da angeblich: "Ich war überrascht, als ich ins Flugzeug nach Deutschland gesetzt wurde."

Noch kurioser: Annan, Neffe des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan, wollte eigentlich den Job den nun sein Schalke-Vorgänger Rakitic bekommen hat, den in Sevilla.

"Enttäuscht" sei er, dass er nun "nicht die Chance habe, gegen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zu spielen", gestand er.

Starker Tobak, der Magath aber nicht aus der Bahn wirft. "Da wurde versehentlich oder mit Absicht falsch übersetzt", wiegelte der S04-Coach im "kicker" ab. "Mag sein, dass Annan grundsätzlich lieber in in Spanien gespielt hätte. Aber wir haben ihn bewusst erst kontaktiert, nachdem seine Gespräche mit Sevilla gescheitert waren."

In einen Bieterwettstreit habe er nicht einsteigern wollen, ergänzte Magath und stellte klar: "Er kam aus Überzeugung zu uns, und wir sind froh, ihn zu haben."

Magath reagiert mit Ironie

Auf die angeblich Klage Annans, er verdiene auf Schalke zu allem Überfluss auch noch zu wenig Geld, reagierte Magath deshalb auch nur mit Ironie. "Dann klopfe ich mir doch auf die Schulter, dass er trotzdem unterschrieben hat", spottete er.

[kaltura id="0_4251z4wv" class="full_size" title="T nnies kritisiert Magath"]

Magaths Ausführungen erscheinen durchaus plausibel, obwohl sich der umstrittene Zampano derzeit auf Rechtfertigungstour befindet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Denn das Debüt Annans im Derby bei Borussia Dortmund war solide. Lustlus wirkte der WM-Teilnehmer keinesfalls.

Begeistert von der Stimmung

Und auch im Gespräch mit SPORT1 vermittelte er nicht den Eindruck, gegen seinen Willen in der Bundesliga festgehalten zu werden.

"Jetzt weiß ich, welche Leidenschaft die Fans hier in der Liga zeigen. Wenn das in jedem Spiel so ist, dann ist das wirklich unglaublich", sagte Annan über die Stimmung im Dortmunder Stadion.

Im für Schalke enorm wichtigen Duell gegen den SC Freiburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kann er sich nun von der Atmosphäre in der heimischen Arena überzeugen.

Derby war nur der Anfang

Dann will Annan den königsblauen Fans zeigen, was er drauf hat. "Ich bin gut am Ball und ein Kämpfertyp. Ich lebe von der Aggressivität", erklärte Annan SPORT1 seine Stärken.

Die Partie gegen den BVB sei nur der Anfang gewesen: "Man wird noch mehr von mir sehen."

Mit den ersten Tagen unter dem neuen Coach Magath ("Ein Top-Trainer") ist Annan jedenfalls zufrieden. "Ich habe gut trainiert und bin ja erst vor kurzem zur Mannschaft gestoßen. Insofern war ich erst einmal froh, dass ich in der Startformation stand", erklärte er.

"Alles möglich"

Das Chaos rund um den Revierklub kann dem Ghanaer jedenfalls nichts anhaben. Der Mannschaftsgeist sei in bester Ordnung, findet er, jetzt müssten eben nur noch die Ergebnisse her.

"Wir verdienen es nicht, so weit unten zu stehen. Wir brauchen nun eine Serie, um weiter nach oben zu klettern. Wenn wir es in den internationalen Wettbewerb schaffen, wäre das super", glaubt er: "Alles ist möglich, wenn wir kämpfen."

Und das würde immerhin auch gute Presse bedeuten.

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