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Felix Magath wurde 2009 mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister © imago

Schalkes Trainer wendet sich überraschend im Internet an die Fans - und ruft dort zur Einigkeit auf. Das Echo ist positiv.

München - Die Welt von Felix Magath teilt sich in Schwarz und Weiß. Auch im Internet.

Bei Facebook spricht der Trainer von Schalke 04 neuerdings via Videobotschaft zu einer wachsenden Gemeinde.

Weiß der Rollkragen-Pullover, schwarz das Jackett, weiß der FC Schalke, schwarz der Rest der Welt. Ob Berechnung oder nicht, es ist ein PR-Coup: Die Anhänger folgen dem Titel-Propheten wieder. Doch wie lange?

Die Inszenierung jedenfalls ist perfekt. "Mannschaft, Trainer und Fans kämpfen zusammen gegen den Rest der Welt", sagt Magath in einem vierminütigen Video, das er am Donnerstag ins Netz stellen ließ.

Aufruf zur Einigkeit

Er plaudert, das Bild wirkt etwas zu dunkel, er sitzt an seinem Laptop, rückt die Brille zurecht, Augen in der Nahaufnahme.

Der einst allmächtige Trainer-Manager ruft Schalke vor der Partie gegen den SC Freiburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zur Einigkeit auf - Feindbilder liefert er mit.

"Es geht nur mit euch!"

Schwarz und Weiß, wie lieb ich dich, könnte es in Anlehnung an das Vereinslied heißen. "Es wird sowieso schon schwer genug gegen die Klubs, die viel mehr Geld haben als wir, die Sponsoren oder Mäzene haben", klagt er.

München, Hoffenheim und Leverkusen dürfen sich durchaus angesprochen fühlen. Dann ruft Magath der Anhängerschaft zu: "Es geht nur mit euch!"

Die Charme-Offensive kommt blendend an. Zuletzt hatten Teile der Szene Magath noch kritisiert, weil er nicht auf die Fans zuging.

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Positives Echo

Bei Facebook sind über 90 Prozent der Kommentare positiv. Über 20.000 Personen hatten am Freitag mit dem Klick "Gefällt mir" Magaths Seite markiert, Über 1000-mal wurde das Video kommentiert.

Wenige äußern sich negativ. Einer schreibt immerhin vom "schlechtesten PR-Gag aller Zeiten", andere nutzen die Gelegenheit, einen Gruß vom Erzrivalen zu hinterlassen: "Deutscher Meister wird nur der BVB!!!"

Ansonsten gibt es fast nur Zustimmung und Aufmunterung.

Künftig enger Kontakt

Magath klingt, als habe er nicht so recht gewusst, worauf er sich da einlässt.

"Ich bin überwältigt von dem Echo. Wegen der Emotionen, wegen der Fans bin ich hierher gekommen", sagt er, ganz Medienprofi.

Auf einer Pressekonferenz erklärte er schließlich, er sehe eine Diskrepanz zwischen der "veröffentlichten und der wirklichen" Meinung. "Nach Auswärtsspielen sprechen mich Fans an, die sagen: Machen sie weiter so."

Den Schritt ins Netz gehe er "natürlich nicht alleine. Ich habe den einen oder anderen Helfer, werde aber versuchen, möglichst oft online zu sein. Lasst uns gemeinsam Spaß haben - für und mit Schalke 04!"

Seiner Gemeinde hat Magath versprochen, künftig engen Kontakt zu pflegen, auch wenn er versuche, "möglichst ohne Emotionen die Dinge zu regeln".

Magath kämpft um Neuer

Erstes sportliches Thema bei Facebook war Manuel Neuer. "Natürlich beschäftigen sich eure Kommentare damit. Ich werde alles tun, um ihn zu halten. Aber dabei müssen auch die Fans helfen", sagt Magath.

Das werden sie wohl tun, zumindest, bis sich die Lage der Königsblauen wieder verschärft. Am Samstag steht das Spiel gegen den SC Freiburg an. Auch der Fan sieht gerne schwarz-weiß.

Im Erfolg ist alles super, im Misserfolg alles schlecht. Felix Magath ist Profi genug, das zu wissen.

Wenn er künftig regelmäßig Niederlagen bei Facebook erklären muss, wird es wohl auch weniger positive Kommentare geben. Gerade im Internet, wo der Mantel der Anonymität Schutz bietet.

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