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Bastian Schweinsteiger hat in dieser Saison zwei Tore erzielt und fünf Vorlagen gegeben © imago

Gegen Hoffenheim soll die Flügelzange Ribery/Robben wieder greifen. "Schweini" kann zurück auf die Lieblingsposition - Gustavo nicht.

Von Andreas Berten

München - Ganze acht Mal standen Franck Ribery und Arjen Robben gemeinsam in der Startelf, seitdem sie sich das Trikot des FC Bayern München überstreifen.

Am Samstag könnte es im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) den neunten Auftritt von "Robbery" geben. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Sie haben die ganze Woche trainiert", sagt Trainer Louis van Gaal. Ob seine Superstars beide von der ersten Minute an auflaufen und dann wieder Europas gefährlichste Flügelzange bilden, behält der Trainer noch für sich.

Allerdings: Der Hinweis, dass Bastian Schweinsteiger wieder auf seine geliebte Position sechs im zentralen Mittelfeld zurückkehren könne, lässt dann doch das Offensiv-Spektakel mit "Rib" und "Rob" erwarten.

"Vielleicht spielen wir in der ersten Halbzeit zu gut"

Zuletzt wirbelten Ribery und Robben am 15. Mai beim DFB-Pokal-Finale gegen Werder Bremen (4:0) gemeinsam über den Rasen. Robben hat nun seine Erkältung überwunden, Ribery ist schon in der vergangenen Woche beim blamablen 2:3 in Köln wieder eingewechselt worden.

Die Erkenntnisse aus der Analyse dieser peinlichen Darbietung verwundern allerdings: "Vielleicht spielen wir in der ersten Halbzeit zu gut", sagt van Gaal.

Ein Satz, der Erstaunen auslöst. Der Niederländer erklärt: "Im letzten Jahr lagen wir zur Pause immer zurück. Jetzt führen wir." (DATENCENTER: Bundesliga)

Was er damit meint: Seine Spieler gehen nach dem Seitenwechsel nicht mehr die Wege des ersten Durchgangs. "Das fängt mit einem an ? am Ende machen es alle. Es ist schwierig, das zu stoppen."

Van Gaal überdenkt seine Pausen-Ansprachen

Und so bestätigt van Gaal, was schon Thomas Müller erkannt hat: "Das ist ein Kopfproblem." Womöglich verändert der Coach dadurch auch künftig seine Halbzeitansprachen: "Wenn wir gut spielen, können wir auch darüber sprechen. Aber vielleicht ist das nicht gut."

Flankiert von Ribery und Robben wird Thomas Müller hinter der Spitze Mario Gomez auflaufen. Auf Bastian Schweinsteiger wartet dann die Aufgabe, vor der Abwehr für Ordnung zu sorgen.

[kaltura id="0_zptvt1hz" class="full_size" title="Daum FCB fehlt F hrung auf dem Platz"]

Für ihn müssen also Daniel Pranjic oder Andreas Ottl weichen. Dass Anatoli Timoschtschuk aus der Innenverteidigung aufrückt, schließt van Gaal aus: Der Ukrainer ist im Spielaufbau besser als Breno, "bei 70 Prozent Ballbesitz ist das für uns sehr wichtig."

Gustavo muss hinten links ran

Einen Platz an Schweinsteigers Seite hätte gerne auch Luiz Gustavo. Der 15 Millionen Euro teure Winter-Zukauf der Bayern trifft morgen erstmals auf seinen alten Klub - und beginnt wieder als Linksverteidiger.

"Ich habe mein ganzes Leben im Mittelfeld gespielt", sagt Gustavo, "da weiß ich alles, was ich auf dem Platz machen muss. Das ist auf links manchmal nicht so."

Aber nicht mit van Gaal: "Ich denke nicht, dass er viele Chancen aufs Mittelfeld hat", sagt der FCB-Coach und erklärt: "Er hat in Hoffenheim immer alleine vor der Verteidigung gespielt. Wir haben eine Doppel-Sechs ? das ist etwas ganz anderes."

Pezzaiuoli: Bayern angeknockt

Bei den Kraichgauern habe Gustavo auch schon mal Gegner ausschalten müssen. "Das kommt in meiner Philosophie nicht vor", so van Gaal. Immerhin stellt er dem Brasilianer in Aussicht: "Ich will, dass jeder nahe an seiner Identität spielt. Aber das dauert noch bei ihm."

Die Hoffenheimer schwingen vorab die verbale Keule. Keeper Tom Starke: "Bei den Bayern läuft es gerade richtig schlecht, die Stimmung ist mies, das müssen wir ausnutzen."

Und während selbst 1899-Trainer Marco Pezzaiuoli von "angeknockten Bayern" spricht, weht van Gaal schon wieder interner Wind entgegen.

Rummenigge stänkert

Nach der Kriitik in Folge des Köln-Spiels bezeichnet Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge nun im aktuellen Stadionheft die Ziele als "gefährdet".

Aber van Gaal wäre nicht van Gaal, wenn er nicht auch darauf gelassen reagieren würde: "Sein Gefühl ist wahrscheinlich so. Ich aber sehe das nicht so."

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