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Dennis Aogo stand für Deutschland gegen Italien am Mittwoch 90 Minuten auf dem Platz © imago

Der Nationalspieler hat genug vom Hamburger Theater und setzt den Aufsichtsrat unter Druck. Van Nistelrooy will sich reinhauen.

Von Nikolai Kube und Sven-Arne Görn

München/Hamburg - Sportlich hinkt der Hamburger SV seinen Ansprüchen mit Rang acht in der Liga weit hinterher. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Führungsetage ist nicht erst seit der missglückten Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor Konzeptlosigkeit eingezogen.

Der Bundesliga-Dino ist vor dem richtungweisenden Spiel beim VfL Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) angeknockt.

Und nun machen sich auch die sonst so abgeklärt wirkenden Sportlichen Angestellten Sorgen um die Zukunft ihres Arbeitgebers.

Hoffmanns Zukunft ungewiss

Linksverteidiger Dennis Aogo schlägt Alarm: "Die wichtigen Entscheidungen müssen jetzt geregelt werden. Wenn nicht klar ist, wer Sportchef oder Präsident ist, kann die Kaderplanung für die neue Saison nicht umgesetzt werden."

Deutliche Worte eines Spielers, dessen Schicksal eng mit dem HSV verbunden ist. Erst vor Monatsfrist hatte Aogo seinen Vertrag bis 2015 verlängert.

Das generelle Problem bei den Hanseaten: Der Klub ist gelähmt. Alles hakt, solange nicht entschieden ist, wie es mit Klubchef Bernd Hoffmann, dessen Vertrag im Dezember endet, weitergeht.

Aogo ist erbost

Doch Otto Rieckhoff, Vorsitzender des Aufsichtsrates und damit wichtigster Entscheidungsträger, sieht dies anders.

Vor dem 1. März sollen keine Gespräche stattfinden - weder mit Hoffmann, noch mit Trainer Armin Veh oder den acht Spielern, deren Verträge im Sommer auslaufen.

Aogo ist angesäuert und setzt die Bosse unter Druck: "Es ist wichtig, dass schnell Klarheit herrscht. Ansonsten könnte man zur neuen Serie wichtige Personalien versäumen."

Es herrscht Unruhe im Team - Aogo gibt zu: "Es beschäftigt mich und wir unterhalten uns darüber."

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Zieht Veh seine Ausstiegsklausel?

Klingt nicht so, als könnten sich die HSV-Spieler derzeit voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren. Eine gefährliche Situation.

Zumal auch Vehs Zukunft noch immer ungewiss ist. Der Trainer ist im Besitz einer Ausstiegsklausel für den Sommer.

Seine Perspektive in Hamburg verknüpft der Schwabe stark mit der von Hoffmann. Mit anderen Worten: Geht Hoffmann, ist auch Veh weg.

"Ich habe ein Zeitfenster, aber das will ich nicht öffentlich kommentieren", hatte Veh, angesprochen auf die anstehenden Vertragsverhandlungen, zuletzt gesagt.

Leere Versprechungen

Brisant: Spielerberater lehnen derzeit Gespräche mit den Hamburgern mit dem Hinweis ab, man wisse nicht, mit wem es beim HSV weitergehe.

Daher haben Spieler wie Aogo Angst, dass ihm bei der Vertragsverlängerung leere Versprechungen gemacht wurden.

"Ich hoffe darauf, dass passiert, was mir gesagt wurde. Man sprach davon, dass man in Sachen Kaderplanung einiges vor hat", verrät der Nationalspieler.

"Das ist dann genug gewesen"

Was mit dem HSV in der kommenden Saison passiert, interessiert Ruud van Nistelrooy wohl nicht mehr.

Der Stürmer, dessen Wechsel-Wunsch zu Real im Winter abgelehnt wurde, bekräftigte zuletzt in einem Fernseh-Interview erneut: "Ich muss noch 13 Meisterschaftsspiele für den HSV antreten. Das ist dann genug gewesen."

Sein Abgang im Sommer ist beschlossene Sache. Dennoch will er sich plötzlich in der Rückrunde noch einmal voll ins Zeug legen.

HSV freut sich auf "geile Woche"

"Es gab Theater um nichts. Ich bin vollkommen konzentriert und zeige hunderttausend Prozent Leidenschaft", so der Niederländer.

Van Nistelrooy weiter: "Ich will mich nicht mit der fernen Zukunft beschäftigen, sondern nur mit den verbleibenden 13 Spielen. Wir haben eine geile Woche vor uns und können noch viel erreichen."

In der Tat: Dem Auswärtsspiel in Wolfsburg folgen das Stadt-Derby gegen St. Pauli (16.2.) und das Nord-Derby gegen Werder Bremen (19.2.).

Und es gibt leise Hoffnung, dass es zumindest sportlich bald wieder besser läuft: Abwehrchef Joris Mathjisen feiert gegen die "Wölfe" nach zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback in der Startelf.

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