vergrößernverkleinern
Pierre Littbarski bestritt in seiner Karriere 406 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln © getty

Zickzack-Kurs bei Diego, Ärger mit Grafite: Der neue "Wölfe"-Coach sorgt schon vor seinem Bundesliga-Debüt für Verwirrung.

Wolfsburg - Pierre Littbarski wirkt grüblerisch und ein wenig ungelenk.

Der Weltmeister von 1990 soll dem VfL Wolfsburg den Weg aus der Krise weisen, sorgt jedoch vor seiner Bundesliga-Premiere als Cheftrainer mit einem kuriosen Zickzack-Kurs für Unruhe und Verwirrung. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Erst wurde Diego suspendiert, doch die Strafe muss er nicht bezahlen, dann wollte "Litti" sich nur noch siezen lassen.

Jetzt, sagt er, "gibt es ein Durcheinander", das sei dann "ganz lustig". 346736(DIASHOW: Der 21. Spieltag)

Keine Geldstrafe für Diego

Für das erste Durcheinander sorgte die Suspendierung des Spielmachers.

Zunächst griff Littbarski hart duch und verbannte die launische Diva für ein Spiel auf die Tribüne.

Dann ließ der Interimscoach Milde walten und bestimmte, dass der Brasilianer die Geldstrafe von 100.000 Euro doch nicht zahlen muss.

"Das bereitet mir Magenschmerzen"

Auf Unverständnis stießen auch Littbarskis Aussagen zum Spiel gegen den Hamburger SV (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) am Samstagnachmittag. (225462DIASHOW: Littbarskis Karriere)

Statt Aufbruchstimmung verbreitete der neue Coach Skepsis und Pessimismus: "Wir werden keine Berge versetzen können", sagte er nachdenklich.

Weil der HSV das Hinspiel verloren hat, gab Littbarski zu bedenken: "Hamburg wird noch mehr motiviert sein. Das ist ein unangenehmer Punkt. Das bereitet mir Magenschmerzen."

[kaltura id="0_izspqwvs" class="full_size" title="Littbarski, übernehmen Sie!"]

Keine Kritik an McClaren

Eine Rolle rückwärts unternahm der 50-Jährige auch im Urteil über Vorgänger Steve McClaren.

Zunächst hatte er die Arbeit des Engländers kritisiert und einigen Spielern "Defizite im konditionellen Bereich oder in der Beweglichkeit" attestiert. (EINWURF: Scherbenhaufen Wolfsburg)

Einen Tag später ruderte Littbarski dann zurück: "Zu einer Kritik an der Arbeit von Steve McClaren besteht überhaupt kein Anlass. Ich habe auch gestern mit ihm telefoniert und mich mit ihm ausgetauscht, das war mir sehr wichtig."

Kein klarer Kurs mit Grafite

Keinen klaren Kurs gab es auch im Streit mit Grafite.

"Ich weiß nicht, was hier passiert", maulte der Brasilianer. Nach einem Schlag auf dem Nacken musste der Angreifer im Training zunächst kürzertreten.

Als er sich wieder fit meldete, schickte ihn "Litti" in die B-Elf. "Ich verstehe nicht, was das soll", sagte Grafite.

Zum Siegen verdammt

Trotz aller Spannungen ist Littbarski am Samstag zum Siegen verdammt.

Sollten die "Wölfe" nicht schnell den Anschluss ans Mittelfeld herstellen, droht dem früheren Profi des 1. FC Köln wie vielen seiner Weltmeister-Kollegen von 1990 als Trainer das vorzeitige Aus.

Nach wie vor werden Ralf Rangnick und Huub Stevens als große Lösung in Wolfsburg gehandelt.

Grafite winkt die Startelf

Entscheidend wird sein, ob der 73-malige Nationalspieler Littbarski auf dem Platz den Weg zum Erfolg findet.

Einige Neuerungen hat er für das HSV-Spiel angekündigt. So bevorzugt er das konservative 4-4-2 und sorgt damit in der Wolfsburger Elf für den x-ten Systemwechsel in dieser Saison.

Einen jedoch wird es freuen: Grafite dürfte neben Neuzugang Patrick Helmes seinen Platz in der Startelf sicher haben - trotz des Ärgers mit Littbarski.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel