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Ratlos, glücklos, erfolglos: Das Trainer-Trio Martin Jol, Fred Rutten und Armin Veh © getty

Mit großen Ambitionen sind Stuttgart, Schalke und der HSV in die Saison gestartet - doch nach 13 Spieltagen ist die Ernüchterung groß.

FC Schalke 04:

Auf dem Spielberichtsbogen standen ordnungsgemäß die Namen von elf Schalker Akteuren. Trotzdem bezeugten zwei Außenstehende hinterher unabhängig voneinander, die meisten davon nicht bemerkt zu haben.

"In der ersten Halbzeit habe ich nur drei Spieler auf dem Platz gesehen - Rafinha, Bordon und Neuer", sagte Präsident Josef Schnusenberg der "Neuen Rhein Zeitung" nach dem Spiel in Leverkusen.

Zuvor hatte sich schon Trainer Fred Rutten geärgert: "Es kann ja sein, dass mal ein oder zwei Spieler nicht auf dem Platz stehen. Aber nicht, dass gleich acht oder neun Spieler mental nicht da sind."

Rutten verschärft die Tonart

Der Niederländer hat nach der Leverkusen-Pleite und dem daraus folgenden Absturz auf Platz acht die Tonart spürbar verschärft. Hatte er seine Spieler zuvor noch immer aus der Schusslinie genommen, feuerte er diesmal selbst scharf und nahm sogar das Wort "Arbeitsverweigerung" in den Mund - gerade beim Arbeiterverein Schalke ein vernichtendes Urteil.

Aber auch Rutten selbst muss sich immer kritischere Fragen anhören: Er wurde mit der expliziten Weisung verpflichtet, die Mannschaft spielerisch nach vorne zu bringen. Doch das ist im Moment bestenfalls in Ansätzen zu erkennen.

Bei Manager Müller macht sich derweil nach den beiden aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen die Spitzenklubs Bayern und Leverkusen die Erkenntnis breit, dass er sein Team nicht in diese Kategorie einordnen kann. "Dieser ganze Quatsch, das Gerede von der Meisterschaft, das muss raus aus dieser Mannschaft", fordert er.

VfB Stuttgart:

Es ist weniger als eineinhalb Jahre her, dass der VfB die Meisterschale in Händen hielt. Aber wer Stuttgart momentan beobachtet, hat das Gefühl, dass sich das zu prähistorischen Zeiten ereignet haben muss. Es ist noch derselbe Verein, er hat noch viele derselben Spieler und denselben Trainer. Doch Armin Veh steht zunehmend verzweifelt vor dem, was sein Team auf dem Platz treibt.

"Ich kann es mir nicht erklären, warum wir so auftreten. Für mich ist das nicht nachvollziehbar", konstatierte Veh nach dem lethargischen Auftritt seines Teams beim 0:0 gegen Kellerkind Bielefeld.

Fraglich, wie derart öffentlich zur Schau gestellte Ratlosigkeit Vehs Standing in Stuttgart gut tut.

"Lame Duck" Veh unter Druck

Der Coach erweckt zunehmend den Eindruck einer "Lame Duck". Er zögert, seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag zu verlängern. Und mit der Aussage, keine Lust mehr zu haben, "um die Plätze sechs bis zehn zu spielen", hat er schon den Eindruck erweckt, sich innerlich verabschiedet zu haben.

Umgekehrt legen auch immer weniger Fans wert auf einen Verbleib des Coachs: Erste "Veh raus"-Plakate wurden gegen die Arminia schon im Stadion gesichtet.

Sportdirektor Horst Heldt will die Krise aber nicht an Vehs Lavieren festmachen: "Damit würde ich den Spielern nur ein Alibi liefern", erklärte er der "Stuttgarter Zeitung".

Stattdessen droht er einzelnen Spielern mit Rauswurf: "Wenn ich sehe, dass es Leute gibt, die sich verstecken wollen, werde ich handeln. Da verstehe ich keinen Spaß. Diese Leute haben ein Problem, was ihre weitere Karriere beim VfB betrifft."

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