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Schnelllebige Bundesliga: Vor seinen Toren gegen Bayern stand Novakovic in der Kritik © getty

Karnevals-Derby in Köln: Ein Sieg über Mainz und der FC ist das zweitbeste Rückrundenteam. Ein Verdienst von Schaefer.

Von Andreas Berten

München/Köln - Bis zu den richtig tollen Tagen ist es ja noch ein Weilchen. Dennoch macht sich der 1.FC Köln für die erste Polonäse der diesjährigen Karnevalssession bereit.

Im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (So., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) können die "Geißböcke" nicht nur das Duell der närrischen Hochburgen am Rhein für sich entscheiden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Gelingt ein Sieg, mausert sich der FC tatsächlich zur zweitbesten Mannschaft der Rückrunde. Gar nicht auszumalen, wo die Kölner, im Moment noch immer Inhaber des Relegationsplatzes, ohne die starken Resultate der vergangenen Wochen herumkrebsen würden.

Der Aufschwung in der Domstadt ist stark mit dem Namen Frank Schaefer verbunden. Seit dem zehnten Spieltag schwingt der 47-Jährige das Zepter beim FC.

Nicht nur, dass Poldi und Co. seitdem mehr Punkte einfahren als unter Schaefers erfolglosem wie ungeliebtem Vorgänger Zvonimir Soldo.

Mittlerweile kann man sich sogar Spiele anschauen, ohne ein schmerzendes Brennen in den Augen zu bekommen. 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

"Köln spielt mittlerweile deutlich offensiver, deutlich aggressiver", spricht Mainz' Thomas Tuchel seinem Trainerkollegen ein Lob aus, "sie versuchen mehr zu agieren."

Darauf ein Gläschen Kölsch

Wie gut das bisweilen klappt, hat der FC Bayern am vergangenen Samstag auf unbequeme Weise kennen gelernt. "Ich habe ein Gläschen Kölsch getrunken", verrät Schaefer, wie er das 3:2 gefeiert hat, "es gehört auch dazu, dass man solche Abende genießt."

Seit dem 1:2 gegen Hannover 96 im vergangenen Oktober holten die Kölner an zwölf Spieltagen unter Schaefers Regie 17 Punkte, sieben allein seit dem Beginn der Rückrunde.

Die Kritiker eines Besseren belehrt

"Wir haben nach dem Duisburg-Spiel alle, die sagten, diese negative Tendenz schleppst du mit in die Rückserie, eines Besseren belehrt", sagte Schaefer schon vor dem Sieg gegen die Bayern zu SPORT1, "meine Mannschaft hat Erfahrung, sich in Drucksituationen zurückzuarbeiten."

Vor allem das Rhein-Energie-Stadion entwickelte sich zuletzt zur Festung. "Unsere Heimbilanz der letzten sechs Spiele ist kein Zufall", sagt der Trainer, "es hat seine Gründe, dass wir 13 Punkte geholt haben."

In den letzten drei Partien gab's für Frankfurt (1:0), Bremen (3:0) und Bayern (3:2) sogar gar nichts zu holen.

Geromel schätzt Kommunikation

Auch in der Mannschaft ist der Trainerwechsel gut angekommen. "Frank Schaefer ist ein Trainer, der sehr viel kommuniziert", sagte Abwehrchef Pedro Geromel im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"So wie die Charaktere verschieden sind, so sind auch die Einflüsse auf die Mannschaft verschieden." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Mit seiner kölschen Mentalität scheint Schaefer der richtige Mann am richtigen Ort zu sein. Und er ist Realist genug, um nach den letzten Siegen nicht zum Höhenflug in der turbulenten Medienstadt Köln anzusetzen.

Mainz "keinen Deut einfacher" als Bayern

"Das Spiel wird mit keinem Deut einfacher als gegen Bayern München", sagt er vor dem Karnevals-Duell mit den Rheinhessen. "Mainz ist meiner Meinung nach auf Grund ihrer Laufstärke und ihres Pressings neben Borussia Dortmund das beste Team gegen den Ball."

Für die Mainzer ist es daher eine gute Nachricht, dass sich Nationalspieler Andre Schürrle trotz eines Zehenbruchs spielbereit meldete. Auch der Kolumbianer Elkin Soto rückt wieder in den Kader, sodass Mainz nur auf Adam Szalai (Kreuzbandriss) verzichten muss.

Beim FC ist der Portugiese Petit nach überstandenem Muskelfaserriss wieder fit, Christopher Schorch fällt noch zwei Wochen aus. Fabrice Ehret steigt erst wieder zur neuen Woche ins Training ein.

"Wir müssen hinten raus den längeren Atem haben, um drei wichtige Punkte in Köln zu lassen", fordert Frank Schaefer. Damit zu den tollen Tagen Anfang März dann auch richtig gute Stimmung herrscht.

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