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VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci erlebte gegen Nürnberg einen rabenschwarzen Tag © imago

Die Vorstellung gegen Nürnberg wirft viele Fragen auf. Labbadia bemängelt das fehlende Aufbäumen, Tasci erlebt ein Fiasko.

Von Hardy Heuer

München/Stuttgart - Niemals Zweite Liga: Das stand auf zahlreichen Stuttgarter Fanschals.

Es war kein wirksames Mittel gegen die Abstiegsgeister: Die sind im Schwabenland nach der deutlichen 1:4-Heimklatsche am 22. Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg so aktiv wie lange nicht mehr.

Der VfB hat als Tabellen-17. bereits vier Punkte Rückstand auf Platz 15. Nach der schwachen Leistung herrscht nur noch Ratlosigkeit. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Analysen waren vernichtend: "Heute ist alles danebengegangen, es hat einfach an zu vielen Dingen gefehlt. Es gab zu wenig Bewegung, wir hatten keine Ideen, und bei den Gegentoren hat es an Konzentration gefehlt", erklärte VfB-Kapitän Matthieu Delpierre.

"Darf uns nicht passieren"

Trainer Bruno Labbadia bemängelte vor allem das fehlende Aufbäumen seiner Mannschaft. "Dass wir nach dem 1:3 den Kopf haben hängen lassen, darf uns nicht passieren", meinte der völlig enttäuschte VfB-Coach.

Er "werde klar ansprechen, was falsch gemacht worden ist", sagte Labbadia: "Aber es wäre der falscheste Weg, auf die Mannschaft einzuschlagen."

Es ist jedoch an der Zeit, der Mannschaft klar zu machen, dass sie mit Leistungen wie gegen Nürnberg zielsicher in Richtung Abgrund taumelt.

Tasci von der Rolle

Im Abstiegskampf angekommen sind einige Spieler nämlich offenbar immer noch nicht. Besonders Serdar Tasci tat mit einer schauderhaften Vorstellung alles, um das Gerücht aus der Welt zu schaffen, dass er Nationalspieler sei.

Seine Leistung stand sinnbildlich für die Verfassung der Schwaben. In den Zweikämpfen zeigte sich Tasci nicht erstligareif und musste am Ende sogar bei jedem Ballkontakt Pfiffe der eigenen Fans über sich ergehen lassen.

VfB-Leihgabe Julian Schieber rannte Tasci fast 90 Minuten davon, beim Gegentreffer zum 0:2 ließ der Schieber gewähren.

Trainerwechsel ohne Wirkung

Der Trainerwechsel auf Labbadia, der ratlos an der Seitenlinie stand, trägt bisher keine Früchte.

Der Coach hat es nicht geschafft, Konstanz in das verletzungsgebeutelte Team zu bringen. Die Ergebnisse schwanken, genauso wie die Leistungen.

Besonders in der Defensive wirken die Spieler verunsichert und geradezu hilflos 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Marica erneut nicht im Kader

Und wäre die brisante Situation nicht schlimm genug, brodelt es weiter hinter den Kulissen. VfB-Angreifer Ciprian Marica wurde von Labbadia erneut aus dem Kader gestrichen.

"Marica war mit der Nationalmannschaft unterwegs und konnte sich von daher auch nicht im Training empfehlen", begründete Labbadia die Nichtberücksichtigung des rumänischen Nationalstürmers.

Es darf jedoch angezweifelt werden, ob das die ganze Wahrheit ist. Intern soll es zwischen den beiden schon länger Spannungen geben.

Freigabe-Posse um Okazaki

Dabei würde Marica - zumindest in Bestform - dem Angriff des VfB gut zu Gesicht stehen.

Cacau, der von seiner Verletzung wieder genesen ist, war anzumerken, dass er noch eine Weile braucht. Pavel Pogrebnyak und Martin Harnik blieben blass.

Neuzugang Shinji Okazaki ist noch nicht spielberechtigt: Es fehlt noch immer die Freigabe von Ex-Klub Shimizu S-Pulse - obwohl der Klub laut Labbadia bis eine Stunde vor Anpfiff "alles probiert" hat.

Zweite Liga droht

Labbadia versucht dennoch, wenigstens noch etwas Zuversicht zu vermitteln: "Das war eine bittere Niederlage, gerade nach dem Auftritt in Gladbach. Umso bitterer, wie einfach wir das Spiel hergegeben haben. Jetzt müssen wir wieder aufstehen."

Es erschien unwirklich, dass der VfB noch eine Woche zuvor in Mönchengladbach einen 0:2-Rückstand noch zu einem Sieg gedreht hatte.

Ein anderer lange unwirklich erscheinender Gedanke rückt dafür immer näher an die Realität: Der an die Zweite Liga.

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