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Zum ersten Mal in dieser Saison konnte der BVB zwei Spiele in Folge nicht gewinnen © getty

Erst das 0:0 gegen Schalke 04, und jetzt klaut Lauterns königsblaue Leihgabe den Dortmundern den Sieg. Klopp ist sauer.

Kaiserslautern - Nachdem der Dortmunder Meister-Express zum zweiten Mal innerhalb einer Woche von einem Schalker gebremst worden war, musste Mats Hummels erst einmal Dampf ablassen.

"Das ist Schwachsinn, kompletter Mist", antwortete der gereizte Nationalspieler im Anschluss an das 1:1 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern auf die Frage, ob Borussia Dortmund im Titelrennen Boden verloren hat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Blick auf die Bundesliga-Tabelle beweist allerdings, dass der Ausgleich des Aufsteigers in letzter Minute durch die Schalker Leihgabe Jan Moravek den Triumphzug des Spitzenreiters ins Stocken gebracht hat.

Trotz der Unentschieden beim Erzrivalen Schalke 04 und jetzt in Kaiserslautern beträgt der Vorsprung des BVB auf Bayer Leverkusen allerdings immer noch komfortable zehn Punkte.

Allerdings hat sich auch Bayern München trotz 13 Zählern Rückstand noch nicht aufgegeben und erwartet die Borussen in zwei Wochen zu Hause.

Für Hummels spielt die neue Konstellation an der Spitze aber keine Rolle. "Das interessiert mich nicht", sagte der Innenverteidiger trotzig, "es ist nichts passiert, auch wenn die Mannschaften hinter uns gewonnen haben", erklärte der 22-Jährige.

Klopp wettert gegen Meyer

Auch Jürgen Klopp konzentrierte sich nicht auf die Punktabstände in der Tabelle, sondern nahm stattdessen einmal mehr den Schiedsrichter ins Visier.

"Ich fand's nicht in Ordnung, dass er Neven Subotic die gelb-rote Karte gibt", stänkerte der BVB-Coach bei LIGA total! in Richtung Florian Meyers 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Der Unparteiische hatte den Serben nach einem Zweikampf mit Srdjan Lakic wegen wiederholten Foulspiels (82.) des Feldes verwiesen. "Das war nicht mal halb so wild, das war gar nichts!", echauffierte sich Klopp.

Subotic brachte der Platzverweis auf die Palme: "Der Junge (Srdjan Lakic, Anm. d. Red.) läuft mir nicht weg. Er schmeißt sich in mich rein und fällt dann zu Boden. Lächerlich von ihm. Das hat mit Sport nichts zu tun."

"Das verhindert Fußball"

Einmal in Fahrt, machte der 43-Jährige munter weiter: "Das verhindert Fußball", polterte Klopp und verwies auf eine Statistik: "Wir sind die fairste Mannschaft in der Liga. Wir machen keine Notbremsen, hauen niemanden um, es gibt keine Ellbogenchecks."

Und auch der Gegner bekam bei LIGA total! sein Fett weg. Klopp: "Wir waren die bessere Mannschaft. Der FCK hat sehr viele lange Bälle geschlagen. Und wenn der Ball am Boden war, hat der Rasen ihnen geholfen."

Moravek ist das Tor egal

Der Grund für die Niedergeschlagenheit der Dortmunder war die Schlussphase einer typischen Betzenberg-Begegnung. Sven Bender hatte die Borussen mit seinem ersten Bundesligator in Führung gebracht (82.).

Nach Gelb-Rot gegen Subotic sorgte Moravek mit seinem "Sonntagsschuss" (Nuri Sahin) für den Endstand.

Dass er als königsblaue Leihgabe gegen den BVB traf, scherte Moravek nicht sonderlich: "Ich war ein Jahr Schalker. Für welche Mannschaft ich jetzt die Tore mache, ist egal."

Enttäuschung bei den Borussen

Dagegen war Sven Bender, der unter der Woche erstmals in die Nationalmannschaft berufen wurde, richtig sauer:

"Ich freue mich über das Tor, aber nicht über den einen Punkt. Das Gegentor nach einer Standardsituation mit dem zweiten Ball zu bekommen, ist sehr bitter", sagte er bei LIGA total!.

Auch Nuri Sahin war nicht zufrieden, als er auf die letzten beiden Remis angesprochen wurde: "Die beiden Punkte sind gut. Aber die Enttäuschung ist groß, wenn man kurz vor Schluss führt. Das 1:0 müssen wir über die Runden bringen."

Wunden lecken und gut spielen

Ob sich die Dortmunder von den beiden Unentschieden und dem Platzverweis schnell erholen können, wird sich im nächsten Heimspiel gegen Aufsteiger FC St. Pauli zeigen.

Klopp erwartet in dieser Partie eine Trotzreaktion. "Wir müssen jetzt ein bisschen unsere Wunden lecken. Wenn wir wieder anfangen, gut zu spielen, werden wir auch wieder gewinnen", sagte der Coach.

"Die Mannschaft ist stinksauer auf sich selbst und will es das nächste Mal besser machen."

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