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Unter Michael Frontzeck (l.) holten die "Fohlen" aus 22 Spielen nur 16 Punkte © getty

Der Tabellenletzte Mönchengladbach trennt sich von Trainer Michael Frontzeck. Der Nachfolger ist offenbar schon gefunden.

München - Lange hatte Borussia Mönchengladbach mit der Entlassung von Michael Frontzeck gewartet.

Bei der Nachfolgeregelung ging offenbar alles ganz schnell: Mehrere Medien melden die Verpflichtung des ehemaligen Hertha-Coachs Lucien Favre als perfekt.

Der 53 Jahre alte Schweizer habe einen Vertrag bis 2013 unterschrieben - und solle auch im Falle eines Abstiegs bleiben.

Gladbachs Pressesprecher Markus Aretz wollte Favres Verpflichtung noch nicht bestätigen. Es sei aber wahrscheinlich, dass im Tagesverlauf der neue Trainer bekannt gegeben werde, sagte Aretz.

Nach SPORT1-Informationen ist die Mannschaft am trainingsfreien Montag schon zusammengetrommelt worden, um ihr den neuen Coach vorzustellen und Frontzeck Gelegenheit zum Abschied zu geben. Für 16 Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt.

Frontzeck enttäuscht

Am Tag zuvor, Knapp 24 Stunden nach der Niederlage gegen St. Pauli hat sich Borussia Mönchengladbach von Trainer Michael Frontzeck getrennt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Natürlich ist die Enttäuschung groß", sagte der 46-Jährige der "Bild". "Aber ich kann verstehen, dass der Verein die letzte Option ziehen will."350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Als Nachfolgekandidaten wurden zunächst unter anderem Christian Gross und Marcel Koller genannt. Franz Beckenbauer brachte am Abend in der Sendung "Sky 90" auch Stefan Effenberg als möglichen Kandidaten ins Gespräch.

Acht Niederlagen in den letzten zehn Spielen

Frontzeck war immer mehr in die Kritik geraten, nachdem die "Fohlen" acht ihrer letzten zehn Spiele verloren hatten.

"Natürlich mache ich weiter", hatte der mittlerweile Geschasste nach dem Gespräch mit Sportdirektor Max Eberl, Vizepräsident Rainer Bonhof und Geschäftsführer Stephan Schippers gesagt. "Ich habe gesagt, dass ich meinen Vertrag erfülle."

"Nach den beiden Niederlagen gegen unsere direkten Konkurrenten Stuttgart und St. Pauli mussten wir unsere Situation neu überdenken", sagte Eberl nun in der Vereinsmitteilung.

[kaltura id="0_j2luz2q7" class="full_size" title="Frontzeck entlassen"]

Frontzeck hatte nur Eberl auf seiner Seite

"Wir hätten uns alle sehr gewünscht, die gesteckten Ziele gemeinsam mit Michael Frontzeck zu erreichen", erklärte Bonhof, "nach den jüngsten Ergebnissen haben wir uns aber entschieden, den Trainer zu wechseln."

Unmittelbar nach der 1:3 (1:1)-Niederlage beim FC St. Pauli hatte Eberl noch demonstrativ Frontzecks Rücken gestärkt:

"Insgesamt präsentieren wir uns in der Rückrunde nicht schlecht. Hätten wir in der Winterpause einen neuen Trainer geholt, wären wir dafür gelobt worden."

Doch damit stand der Sportdirektor alleine auf weiter Flur: Borussen-Boss Rolf Königs war eine halbe Stunde vor dem Abpfiff aus dem Stadion geflohen.

Das letzte Mal, als Königs das Stadion frühzeitig verließ, wurde Holger Fach am nächsten Tag entlassen.

Effenberg spricht Klartext

Auch Effenberg zählte den Trainer nach der Niederlage an.

"Irgendwann muss irgendetwas passieren. Jetzt muss man mal ein Zeichen setzen", sagte der einstige Star von Borussia Mönchengladbach als TV-Experte und forderte damit unverblümt personelle Konsequenzen.

Frontzeck selbst hatte ausgeschlossen, von sich aus zu gehen: "Dass ich aufgebe, das kann ich ausschließen", sagte der Ex-Profi. Nun hat der Verein ihm den Stuhl vor die Tür gesetzt.

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