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Arjen Robben (M.) wechselte im Sommer 2009 von Real Madrid zum FC Bayern © imago

Der Niederländer stellt seinen Wert wieder unter Beweis. Rummenigge ist sicher: Mit ihm wäre die Hinrunde anders gelaufen.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Oben in der Lounge warteten die drei wichtigsten Menschen in seinem Leben auf ihren Helden.

Im dritten Stock der Allianz Arena, hinter der rot leuchtenden Kissen-Fassade, empfingen Bernadien und die Kinder Lynn und Luka ihren Ehemann und Papa Arjen Robben herzlich 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Viele Journalisten warteten nach der 4:0-Gala des FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim in der Mixed Zone somit vergeblich auf den Niederländer. Sie bekamen nichts mit von der familieninternen Feier.

Eines war jedoch sicher: Der Wohlfühlfaktor bei den Robbens hätte wohl kuscheliger nicht sein können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Erst eineinhalb Stunden nach Abpfiff begab sich der Niederländer auf den Heimweg, am goldenen Dienstwagen warteten noch etliche Fans und wollten ein Autogramm.

Mit seiner Glanzleistung hatte der 27-Jährige sie zuvor schon verzückt.

Standing Ovations für Robben

Als Robben in der 84. Minute ausgewechselt worden war, gab es Standing Ovations - auch die Kollegen auf dem Rasen klatschten begeistert Beifall.

Der Linksfuß stellte mit zwei sehenswerten Toren, einer Vorlage und einer Weltklassedarbietung insgesamt seinen immensen Wert für den Rekordmeister eindrucksvoll unter Beweis.

Es klang wie eine Drohung, als der Flügelspieler nach dem Spiel bemerkte: "Ich glaube, dass ich noch besser spielen kann."

Mit Robben, der in dieser Saison erstmals gemeinsam mit Franck Ribery auflief, hoffen die Bayern nun vor den Wochen der Wahrheit wieder auf bessere Zeiten.

Das Gefüge stimmt wieder mit "Robbery", auf den Außen sind die Bayern unberechenbar, Bastian Schweinsteiger kann wieder auf seiner bevorzugten "Sechser-Position" spielen und Thomas Müller darf im zentralen Mittelfeld wirbeln.

Blutende Nase

In der Hinrunde war Robben wegen einer Muskelverletzung komplett ausgefallen. Nun ist er wieder da - und zaubert im Verbund mit Ribery wie zu besten Zeiten.

Selbst eine brutale Attacke von Josip Simunic konnte den Dribbelkönig nicht stoppen: Der Fußballer des Jahres 2010 ließ seine stark blutende Nase kurz behandeln, dann ging es mit viel Elan weiter.

Schon zuletzt hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betont, dass die bisher in der Liga ziemlich verkorkste Saison des Rekordmeisters mit dem Niederländer sicher anders verlaufen wäre.

Eine These, die von der Rückrunden-Tabelle gestützt wird: Dort stehen die mit einem Robben verstärkten Bayern nun auf Platz eins.

"Wie Messi und Xavi"

Lob gab es auch von Trainer Louis van Gaal: "Mit Robben und Ribery haben wir mehr Kreativität nach vorne. Sie sind unglaublich wichtig für den FC Bayern, wie Messi und Xavi für den FC Barcelona oder Ronaldo und Özil für Real."

Die Bosse bemühten sich insgesamt jedoch, die Teamleistung in den Vordergrund zu stellen.

Laut Sportdirektor Christian Nerlinger sei es die Vorstellung einer "homogenen Mannschaft gewesen". Doch auch er musste einräumen, dass Ribery und Robben, eben immer ein i-Tüpfelchen setzen können.

Kapitän Philipp Lahm und Angreifer-Kollege Thomas Müller gefiel an den beiden Offensivkünstlern vor allem, dass sie auch mit nach hinten arbeiteten. "Es ist wichtig, dass die Mannschaft funktioniert - und das war der Fall", analysierte Lahm.

Dadurch geht auch ein Ruck durch die Mannschaft. Mit den Heilsbringern Robben und Ribery scheint noch einiges möglich.

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