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Per Mertesacker wechselte 2006 von Hannover 96 zu Werder Bremen © getty

Nach dem Remis gegen Hannover sehen die Bremer Fortschritte. Doch die Punkte fehlen erneut. Und Claudio Pizarro verletzt sich.

Von Olaf Mehlhose

Bremen - Die Krise von Werder Bremen geht weiter.

Thomas Schaaf stand noch lange nach dem Abpfiff fast regungslos auf dem Rasen und versuchte, den weiteren Rückschlag im Abstiegskampf zu verdauen. 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag)

Trotz eines Sturmlaufs hatte sich Werder im Nordderby gegen Hannover 96 mit einem mageren 1:1 (0:1) zufrieden geben müssen und schwebt als 14. weiter in akuter Abstiegsgefahr.

Die Uhr für den ehemaligen Erfolgstrainer Schaaf und seine Bremer tickt. "Nicht irgendwann, sondern möglichst bald müssen wieder drei Punkte her", sagte Schaaf nach seinem 400. Spiel auf der Werder-Bank. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Pizzaro droht erneut auszufallen

Und auch das Verletzungspech scheint den Bremern treu zu bleiben. Ausgerechnet der große Hoffnungsträger Claudio Pizarro zog sich eine Muskelverletzung zu und droht erneut auszufallen.

"Es sieht so aus, dass er sieben bis zehn Tage pausieren muss. Vielleicht ist es aber nicht ganz so schlimm", sagte Schaaf.

Pizarro könnte damit im Nord-Derby am kommenden Samstag beim Hamburger SV fehlen.

Mertesacker rettet Bremen

Gegen Hannover war es diesmal allerdings nicht der Torjäger, der den wichtigen Ausgleichstreffer erzielte, sondern Per Mertesacker.

Der Innenverteidiger bewahrte Werder mit seinem Tor in der 50. Minute nach dem Rückstand durch Didier Ya Konan (26.) zumindest vor der fünften Heimniederlage.

"Ich habe keine Angst"

"Der Punkt ist für uns zu wenig, wir hatten uns vorgenommen, dass Spiel zu gewinnen. Aber wir haben endlich mal wieder läuferisch und kämpferisch überzeugt", verbreitete Mertesacker nach Abpfiff wieder die schon seit Wochen bei Werder zu hörenden Durchhalteparolen.

Immerhin hat Mertesacker schon Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. "Ich stand schon mal vor sieben Jahren mit Hannover so tief unten drin. Ich bin da Profi, ich habe keine Angst", verkündete der Nationalspieler.

Auch der Trainer versuchte das Positive zu sehen. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gewinnen will und dass sie sich gegen die Situation stemmt. Der Wille und die Begeisterung waren da, und das zählt für mich", sagte Schaaf: "Wir haben versucht, die Entscheidung herbeizuführen."

Allerdings konnten die Bremer ihre über weite Strecken gezeigte Überlegenheit nicht in einen Sieg umwandeln.

Gefährliche Konter der Gäste

Hannover benötigte im Gegensatz zu Bremen nur eine einzige Torchance, um in Führung zu gehen. Die 96er zeigten sich im Anschluss immer wieder bei Kontern gefährlich und hatten auch mehrfach die Chance zum Siegtreffer.

"Es war ein aufregendes und leidenschaftliches Derby", zeigte sich auch Coach Mirko Slomka dementsprechend zufrieden: "Wir konnten dem Bremer Druck lange standhalten, deshalb war es ein gerechtes Unentschieden. Ich kann meiner Mannschaft gegen starke Bremer eine gute Auswärtsleistung bescheinigen."

Während Hannover weiter an den Spitzenplätzen dran bleibt, misslang Werder einmal mehr der Befreiungsschlag.

Rudelbildung nach Schlusspfiff

Wie sehr dies an Nerven zerrt, zeigte eine Aktion nach dem Schlusspfiff: Manuel Schmiedebach foulte Marko Marin, als Schiedsrichter Dr. Felix Brych bereits abgepfiffen hatte. Es kam zur Rudelbildung.

"Wir brauchen jeden Punkt, deshalb ist es normal, dass es in unserer Situation hitzig wird", sagte Mertesacker.

Keine Frage, die richtige Einstellung zum Abstiegskampf scheinen die Bremer gefunden zu haben.

Jetzt müssen nur noch schleunigst Punkte her.

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