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Auf den Geschmack gekommen: Franz Beckenbauer (l.) und Jürgen Klopp © getty

Wie Hoeneß schwärmt Beckenbauer vom BVB-Trainer. Und er sagt: Gut, dass Robben und Ribery nicht in van Gaals System passen.

Von Maik Rosner

München - Die Lobeshymnen beim FC Bayern nehmen kein Ende. Nicht nur auf Arjen Robben und Franck Ribery, sondern auch auf Jürgen Klopp.

Nach Präsident Uli Hoeneß adelte nun auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den Trainer des enteilten Tabellenführers Borussia Dortmund (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Er macht das super in Dortmund, da passt alles zusammen. Das ist eine Einheit, besser geht es nicht", schwärmte der "Kaiser" in der "tz".

Ein vergiftetes Lob, um den BVB in der Meisterschaft vielleicht doch noch einmal angreifen zu können? Wohl kaum.

Eher schon ein Fingerzeig für die Zukunft, wenn Louis van Gaal beim FC Bayern einmal abtritt.

Robben wie Messi

Doch natürlich steht derzeit vor allem die Flügelzange "Robbery" nach der Gala beim 4:0 gegen 1899 Hoffenheim besonders im Mittelpunkt 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

Nach van Gaal lobte auch der ehemalige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld das Münchner Traum-Duo in höchsten Tönen.

Und wie der aktuelle Coach vergleicht auch Hitzfeld vor allem Robben mit Stars wie Lionel Messi. Das sieht Beckenbauer ganz ähnlich.

"Wenn du eine bestimmte Klasse erreichen willst, dann brauchst du solche Spieler. Dann machen die Messis, die Ronaldos den Unterschied", sagte er.

"Und da gehören Robben und Ribery auch dazu."

Viel Lob also für den niederländischen Ausnahmekönner und seinen Partner auf der linken Angriffseite des Meisters.

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"Robbery" passt nicht zu van Gaal

Doch der Ehrenpräsident des FC Bayern erkennt noch eine ganz andere, entscheidende Qualität: ihren Hang zur Anarchie.

"Robben und Ribery passen nicht ganz in das Idealschema von Louis van Gaal. Er legt großen Wert auf das Positionsspiel, auf das Passspiel. Er fordert schematisches Agieren."

Und van Gaals Glück sei, dass das Duo genau dem nicht nachkomme.

"Dafür sind Robben und Ribery nicht zu gebrauchen. Es hört sich komisch an, aber beide passen da eigentlich nicht rein - und machen gerade deswegen den Unterschied aus", sagte Beckenbauer.

Erfolg als Kitt für Alphatiere

Ein Anflug von Kritik an des Trainers Philosophie. Gerieben hatte sich ja auch Präsident Uli Hoeneß mehrfach an dem Niederländer.

Und Beckenbauer glaubt, dass nur Erfolg die Dissonanzen zwischen den beiden Alphamännchen überdecken kann.

"Weil die Mannschaft gut spielt - und erfolgreich", sei das Rumoren scheinbar überstanden, meinte der Ehrenpräsident. Wenn der Erfolg ausbleibe, werde es Kritik geben.

"Jeder der beiden hat seine Position", sagte Beckenbauer, und für Hoeneß sei es schwierig, nach so langer Zeit nicht mehr in Entscheidungen eingebunden zu sein.

Klopp "einer der besten Trainer"

Der jetzige Präsident ließ sich 2008 überzeugen, das Experiment Jürgen Klinsmann zu wagen. Dabei hatte er mit Klopp bereits eine mündliche Vereinbarung getroffen.

Dass die Entscheidung pro Klinsmann "ein großer Fehler war, wissen wir nicht erst seit heute", hatte Hoeneß im Januar der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Und nun ergreift auch Beckenbauer Partei für Klopp, obwohl van Gaal noch bis 2012 bei den Münchnern unter Vertrag steht.

"Es steht außer Frage, dass er einer der besten Trainer ist, die wir in Deutschland haben. Dass er sich irgendwann weiterorientieren will, den nächsten Schritt machen will, kann ich mir sehr gut vorstellen", sagte der Kaiser.

Nerlinger gelassen

Folgt Klopp also auf van Gaal? Beckenbauer sagt, er wisse das nicht, lobt aber den Dortmunder Trainer auf Meisterkurs auffällig.

Vielleicht hören das auch die frustrierten Bankdrücker Miroslav Klose und Breno gerne. Beide hatten sich bitterlich über ihre Aussichtslosigkeit unter van Gaal beklagt.

Christian Nerlinger reagierte darauf gelassen.

"Ich bewerte ihre Aussagen nicht über. Es wäre ja komisch, wenn sie mit ihrer momentanen Situation zufrieden wären", sagte der Sportdirektor der "Bild".

Lobeshymnen bekommen andere.

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