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Gerald Asamoah (M.) wechselte vor der Saison vom FC Schalke 04 zum FC St. Pauli © getty

Nach dem Derby-Sieg beim HSV weiß St. Paulis Matchwinner Asamoah um seine Bedeutung. Der Weg zur Party führt nur über Dortmund.

Aus Hamburg berichtet Jürgen Blöhs

Hamburg - "Schade, dass wir Samstag schon wieder in Dortmund ran müssen", bedauerte nicht nur Ralph Gunesch nach der Sensation im Volkspark.

Über 33 Jahre nach dem 2:0 im Volkspark feierte der FC St. Pauli den erst zweiten Sieg über den großen Nachbarn Hamburger SV in der Bundesliga-Geschichte, eine Feier für die Spieler aber gab es nicht 352925(Die Bilder des Spiels) .

"Wenn wir in Dortmund was holen, werden wir das am Samstag nachholen", blickte der Innenverteidiger auf Nachfage von SPORT1 schon kurz nach Abpfiff nach vorn auf das Duell beim Tabellenführer (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

30 Jahre Zeit zum Verstehen

"Wir können Geschichte schreiben und dafür sorgen, dass in Jahren noch von unseren Namen gesprochen wird", hatte Gerald Asamoah seine Mitspieler vor dem Stadtderby gepusht.

Ob der ehemalige Nationalspieler geahnt hat, wie sehr er Geschichte schreiben würde?

"Ich kann's noch gar nicht fassen", beschrieb der 32-Jährige nach seinem entscheidenden Treffer zum 1:0-Endstand seine Gefühle gegenüber SPORT1.

"Aber ich habe ja viel Zeit, das zu verarbeiten", so der Ex-Schalker lachend.

"Jeder Fan spricht von Franz Gerber (schoss 1977 das 1:0 beim 2:0-Sieg des FC St. Pauli; die Red.). Jetzt werden sie in 30 Jahren noch von Gerald Asamoah reden."

"Wir hatten sehr viel Glück"

"Wir hatten sehr, sehr viel Glück. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir zu passiv, haben zu viele Chancen zugelassen", gestand Holger Stanislawski ein, dass "der HSV 60 Minuten lang die bessere Mannschaft" gewesen sei.

"Der Rucksack war wohl doch zu schwer."

"Aber Glück muss man sich auch verdienen. Das war der erste Sieg über den HSV seit über 33 Jahren, und ich freue mich für die Spieler", so der Trainer weiter. "Am Ende zählt immer das Ergebnis."

[kaltura id="0_cgjzqhpg" class="full_size" title="Bescheidene Helden"]

Und Dank des Ergebnisses führt der FC St. Pauli mit drei Siegen und zwei Remis völlig überraschend die Rückrundentabelle an (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Platz, den im Falle eines Erfolgs des HSV der Bundesliga-Dino eingenommen hätte.

"Wir wollten dieses Derby gewinnen und mit einem weiteren Sieg über Werder Bremen in die Europapokalränge vorstoßen", gab Armin Veh zu.

Veh in "Grusel-Galerie"

"Das war eine bittere Niederlage, auch für mich persönlich", so der HSV-Coach weiter.

"Jetzt hängt mein Bild auch in der Grusel-Galerie, neben dem Portrait von Rudi Gutendorf, der damals die Niederlage zu verantworten hatte."

"Heute können wir noch traurig sein, aber ab morgen müssen wir wieder aufstehen", will Veh die Niederlage so schnell wie möglich abhaken.

"Gegen Bremen müssen wir dann mit einem Sieg einen erneuten Angriff auf Europa starten", gibt sich der 50-Jährige kämpferisch.

Gegen Bremen "einige Rechnungen offen"

Normalerweise müsse er seine Spieler vor dem Nord-Derby nicht motivieren.

"Da sind aus der jüngeren Vergangenheit ja noch einige Rechnungen offen", hofft Veh bei SPORT1 auf eine Trotzreaktion seiner Spieler.

Die waren nach der Pleite gegen den FC St. Pauli mit hängenden Köpfen in die Kabine geschlichen und überließen die heimische Arena ganz den braun-weißen Jubel-Arien.

Freude hält bis Ende des Jahres

"Schade, das wir nach der Sensation nicht mit den Fans Party machen können", bedauerte Sportdirektor Helmut Schulte wie seine Spieler die kurze Pause bis zum nächsten Spiel.

"Aber nach so einem Sieg brauch' ich bis zum Ende des Jahres keinen Alkohol. Da bin ich auch so gut drauf."

"Dieses Gefühl müssen wir am Samstag nach Lüdenscheid-Nord mitnehmen", blickte auch der Ex-Schalker nach vorn auf die Partie beim Tabellenführer.

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