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Michael Skibbe (l.) nomierte Ioannis Amanatidis nun doch für das Nürnberg-Spiel © imago

Kehrtwende bei der Eintracht: Der Stürmer entschuldigt sich und reicht Skibbe die Hand. Der Trainer nimmt ihn mit nach Nürnberg.

Nürnberg/Frankfurt - Überraschende Kehrtwende bei Eintracht Frankfurt im Fall Ioannis Amanatidis:

Der ehemalige Kapitän wurde am Donnerstagnachmittag von Trainer Michael Skibbe begnadigt und in den 18-köpfigen Kader für das Auswärtsspiel am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) beim 1. FC Nürnberg berufen.

Der griechische Stürmer hatte zuvor ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und gab anschließend eine Erklärung ab, in der er versicherte, sportliche Entscheidungen des Trainers nicht infrage zu stellen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dies habe er auch Skibbe in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.

Amanatidis und Skibbe reichten sich anschließend die Hand.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Amanatidis "tut das Ganze leid"

Wenige Stunden zuvor hatte der Eintracht-Coach noch erklärt, dass er den Angreifer nicht nach Nürnberg mitnehmen werde.

Der zuletzt kaum noch berücksichtigte Amanatidis war in der vergangenen Woche wegen erneut öffentlich vorgetragener Kritik von Skibbe aus dem Kader geworfen worden. Dies sei nach Angaben der Griechen aber alles ein großes Missverständnis gewesen.

"Ich bedaure, dass diese Thematik ein solch öffentliches Ausmaß angenommen hat und Unruhe innerhalb des Klubs entstanden ist. Das hatte ich weder gewollt noch erwartet. Grundsätzlich sollten Dinge dieser Art immer intern diskutiert und geregelt werden", hieß es in seiner öffentlichen Entschuldigung.

"Es lag auch nicht in meiner Absicht, sportliche Entscheidungen des Trainers öffentlich infrage zu stellen. Insofern tut mir das Ganze leid", erklärte der Grieche weiter.

Skibbe akzeptiert die Entschuldigung

Skibbe nahm die ausgestreckte Hand an.

"Ich freue mich darüber, dass Ioannis Amanatidis sich einsichtig zeigt und bin davon überzeugt, dass er festen Willens ist, dem Verein und der Mannschaft in der Rückrunde beim Erreichen der sportlichen Ziele zu helfen", sagte der Eintracht-Coach vor der Abreise nach Franken.

Amanatidis ließ seinerseits keine Zweifel daran, dass er den Ansprüchen in der Bundesliga noch genügt: "Ich möchte feststellen, dass ich seit Monaten am Trainingsbetrieb teilnehme und nach meiner Einschätzung in der Lage bin, vollständig am Bundesligaspielbetrieb teilzunehmen."

Hoffen auf Gekas

Aufgrund der Personalnot und der Sturm-Misere bei den Hessen könnte er das schon in Nürnberg wieder beweisen, was am Vormittag noch ausgeschlossen schien.

Da hatte Skibbe auf der turnusgemäßen Pressekonferenz verkündet, dass die weitere Nichtberücksichtigung des Griechen mit Vorstandsboss Bruchhagen abgestimmt sei.

Mit Amanatdis und dem bisherigen Stammpersonal soll nun der freie Fall in der Liga gestoppt werden.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Theofanis Gekas. Der Landsmann von Amanatidis hatte am 18. Dezember 2010 beim 1:0 gegen Tabellenführer Borussia Dortmund mit seinem 14. Saisontor den letzten Treffer für die Eintracht erzielt.

Nach erst einem Punkt in der Rückrunde sind die Hessen nur noch vier Zähler vom Relegationsrang entfernt.

Caio und Jung fehlen

"Wir müssen endlich wieder treffen und punkten - sonst können wir uns einen Helm aufsetzen", sagte Skibbe, nachdem gegen Nürnberg in der Hinrunde nach schwachem Saisonstart die Trendwende geglückt war.

Allerdings haben die Personalsorgen noch zugenommen. Neben den Langzeitverletzten fallen der verletzte brasilianische Spielmacher Caio und der erkrankte Sebastian Jung aus.

Weitaus entspannter ist die Lage nach drei Siegen in Folge in Nürnberg. Mit einem weiteren Erfolg gegen Frankfurt können die Franken vorübergehend sogar auf Platz sechs vorrücken.

Neue Saisonziele will Trainer Dieter Hecking aber nicht ausgeben: "Wir dürfen keinen Deut nachlassen, was Laufbereitschaft, Einsatz und Einstellung angeht."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Nürnberg: Schäfer - Chandler, Wollscheid, Wolf, Pinola - Simons - Hegeler, Ekici, Cohen, Eigler - Schieber

Frankfurt: Nikolov - Franz, Vasoski, Russ, Tzavellas - Schwegler - Ochs, Meier, Köhler, Altintop - Gekas

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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