vergrößernverkleinern
Marco Pezzaiuoli war von 2007 bis 2010 Nachwuchstrainer des DFB © getty

Hoffenheim-Trainer Marco Pezzaiuoli warnt vor der Partie gegen den wieder erstarkten 1.FC Köln vor dem Lauf des Schaefer-FC.

Von Julian Meißner

Hoffenheim/München - Welten liegen zwischen Kraichgau und Rheinland vor der Partie der TSG 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Köln (Sa., 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Während bei den eigentlich sicher im Mittelfeld platzierten Hoffenheimern der Blick nach dem 0:4 in München wieder nach unten geht, schwimmt der abstiegsbedrohte FC nach zwei triumphalen Siegen auf einer Euphoriewelle und orientiert sich nach oben.

Ohnehin sind bei 1899 die Saisonziele nach dem Trainerwechsel von Ralf Rangnick zu Marco Pezzaiuoli geschrumpft.

Der Neue spricht beharrlich vom "Fundament", vom Klassenerhalt. Dabei hat Hoffenheim gerade einmal fünf Punkte Rückstand auf einen Europapokalplatz.

Prunkstück "Poldovic"

Doch Bescheidenheit ist eingekehrt, und der Respekt vor den erstarkten Kölnern ist groß.

"Die Kölner haben gerade einen Lauf, das muss man so sagen", warnt Pezzaiuoli im Gespräch mit SPORT1 und charakterisiert die Vorzüge der "Geißböcke": "Das Team steht kompakt, arbeitet gut und agiert unheimlich kämpferisch."

Prunkstück des Gegners ist das vom Boulevard "Poldovic" getaufte Offensivduo.

Sechs der letzten sieben FC-Tore erzielten Milivoje Novakovic und Lukas Podolski, Mainz 05 schossen die beiden im Alleingang ab.

Offensive Marschroute

Von "zwei Top-Stürmern" spricht auch Pezzaiuoli.

"Novakovic ist groß, schnell und sehr kopfballstark. Podolski hat bekanntlich einen überragenden linken Fuß und zuletzt wieder zu der Form gefunden, die wir aus der Nationalmannschaft kennen."

Die Marschroute seines Teams sei es, im eigenen Stadion "natürlich offensiv zu agieren", dabei aber immer im Hinterkopf zu haben, "wie wir gegen den Ball spielen".

Zurückgreifen kann Pezzaiuoli dabei wieder auf Verteidiger Isaac Vorsah, der sich nach seiner Knieprellung aus dem Bayern-Spiel fit meldete. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fehlen wird dagegen Edson Braafheid, der zum einen weiter rotgesperrt ist und zum anderen unter einer Innenbanddehnung im Knie leidet.

Köln: Jugend statt Stars

Das Duell der beiden Vereine ist auch eine Begegnung der Beförderten. So wie bei 1899 Pezzaiuoli als interne Lösung auf Rangnick folgte, ersetzte Frank Schaefer auf der Gegenseite den glücklosen Zvonimir Soldo.

Was sich als Modell bei 1899 noch bewähren muss, scheint die immer noch vom Abstieg bedrohten Kölner zumindest aus dem Schlimmsten herauszuhalten.

"Der 1. FC Köln hat lange Jahre versucht, mit Stars auf der Trainerbank seine Ziele zu erreichen. Jetzt geben Sie mit Schaefer jemandem das Vertrauen, der das Trainergeschäft in der Jugend und bei den Amateuren von der Pike auf gelernt hat", weiß Pezzaiuoli.

Handschrift von Frank Schaefer

Beim FC ist nach den jüngsten Erfolgserlebnissen die Zuversicht gewachsen. "Wenn man drei Heimspiele hintereinander gewinnt, kann man schon von einer Entwicklung sprechen", freut sich Schaefer.

"Er hat der Mannschaft eine Handschrift gegeben", lobt Podolski das FC-Urgestein, dessen Fußball-Philosophie auf der "unbedingten Laufbereitschaft des Einzelnen für den anderen" basiere.

Zuversichtlich darf den FC auch der Blick ins Vorjahr stimmen: Am 10. April 2010 kassierte die TSG zu Hause die bislang einzige Niederlage gegen Köln.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel