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Berti Vogts trainierte von 1990 bis 1998 die deutsche Nationalmannschaft © getty

Berti Vogts ist skeptisch, ob mit Lucien Favre noch die Rettung gelingen kann. In Bundesliga Aktuell nimmt er dazu Stellung.

Von Martin Volkmar

München/Mönchengladbach ? Arbeit, Arbeit, Arbeit ? mit diesem Credo will Lucien Favre in Mönchengladbach noch das Unmögliche möglich machen.

Der neue Trainer des Tabellenletzten hat das Pensum gegenüber dem am Sonntag entlassenen Michael Frontzeck erheblich erhöht.

Nur mit "Leidenschaft, Wille und harter Arbeit" sei der dritte Abstieg aus der Bundesliga noch zu verhindern, erklärte Favre.

Angesichts von bereits sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 16 weiß der Schweizer aber auch, dass die Rettung einer kleinen Sensation gleich käme.

Entsprechend groß ist der Frust bei den ehemaligen Gladbacher Idolen wie Günter Netzer, Stefan Effenberg oder Berti Vogts.

Vogts: "Absturz geht mir nahe"

"Der Absturz geht mir nahe", sagte Vogts SPORT1. "Borussia darf nicht absteigen. Das wäre eine Tragödie."

Der ehemalige Kapitän aus glorreichen "Fohlen"-Zeiten macht sich große Sorgen um "seinen" Verein und wird dazu heute ausführlich als Studiogast bei Bundesliga Aktuell(ab 18.30 Uhr im TV auf SPORT1) Stellung beziehen.

Vogts gehört zum Kreis illustrer früherer Gladbach-Stars, die schon seit langem vor einem Absturz des Traditionsklubs gewarnt und immer wieder ihre Hilfe angeboten haben.

Doch die Vereinsführung um die derzeit mächtig in der Kritik stehenden Präsidenten Rolf Königs und Sportdirektor Max Eberl setzten andere Prioritäten.

Favre kein "Feuerwehrmann"

So überraschte auch die Wahl von Favre in der momentanen Situation, da der Ex-Coach von Hertha BSC Berlin alles andere als ein "Feuerwehrmann" ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dennoch hat er die Hoffnung auf die Wende noch nicht aufgegeben: "Wir haben noch die Chance, in der Bundesliga zu bleiben. Dazu brauchen wir aber am Sonntag gegen Schalke drei Punkte, einer wäre zu wenig."

Doch ist auch eine gehörige Portion Optimismus dabei, dass ausgerechnet gegen den Champions-League-Teilnehmer die seit April andauernde Negativserie ohne Heimsieg beendet wird.

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"Werden uns gegen den Abstieg wehren"

"Ich bin Realist: Wir können absteigen. Ich akzeptiere diese Möglichkeit, aber wir werden uns dagegen wehren. Sonntag wollen wir den Anfang machen", sagte Favre der "Bild".

"Jeder kann die Tabelle lesen. Wir haben noch 12 Spiele und ein hartes Programm vor uns. Wir brauchen mindestens 34 Punkte."

Ansonsten soll der 53-Jährige, der einen Vertrag bis 2013 erhalten hat, in der Zweiten Liga den Neuaufbau einleiten und für den sofortigen Wiederaufstieg sorgen.

Frontzeck lobt Nachfolger und glaubt an Rettung

Den Segen seines Vorgängers hat er zumindest. "Objektiv war es für den Klub die letzte Chance, noch einmal einen neuen Impuls zu setzen", zeigte Frontzeck im "kicker" Verständnis für seinen Rauswurf.

"Lucien Favre ist eine ausgezeichnete Wahl. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass die Borussia sich rettet."

Berti Vogts kann diese Zuversicht momentan zu seinem eigenen Leidwesen nicht teilen.

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