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Ioannis Amanatidis wechselte 2005 aus Kaiserslautern nach Frankfurt © getty

Der begnadigte Frankfurter Stürmer hofft auf einen Einsatz in Nürnberg. Die Eintracht will die Durststrecke im neuen Jahr beenden.

Frankfurt - Rebell, Diva, Kultfigur: An Ioannis Amanatidis scheiden sich bei Eintracht Frankfurt die Geister.

Der Stürmer spielte sportlich bislang keine große Rolle in dieser Saison. Auf nur zwölf Einsätze brachte es der Grieche, meist als Einwechselspieler. Ihm gelang kein einziges Tor.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch vor dem Gastspiel der Frankfurter beim FC Nürnberg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) steht der bei den Fans sehr beliebte Angreifer mit Rauschebart und Zottelhaar im Blickpunkt wie lange nicht mehr.

Denn aus dem öffentlich ausgetragenen Machtkampf mit Trainer Michael Skibbe ist Amanatidis offenbar als Sieger hervorgegangen.

Noch am Donnerstagvormittag hatte Skibbe ausgeschlossen, dass Amanatidis im Kader für das Spiel gegen den Club stehen könnte, am Donnerstagnachmittag folgte dann die völlig überraschende Begnadigung.

Skibbe geschwächt?

Der Kehrtwende im "Fall Amanatidis" war ein Friedensgipfel mit dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen vorausgegangen.

Der mächtige Eintracht-Boss war bereits zuvor als Fürsprecher des Griechen in Erscheinung getreten, auch Präsident Peter Fischer hatte verkündet, dass "die Tür für Ioannis nicht zu ist".

Skibbe hatte sich offenbar verechnet, als er bemerkte, nicht mehr mit Amanatidis zu planen. Ob die Position des Trainers nach dieser Zerreißprobe geschwächt ist, muss abgewartet werden.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Kein Tor im Jahr 2011

Denn auch sportlich läuft es schlecht für die Hessen. Die Mannschaft erzielte im neuen Jahr kein einziges Tor, die Eintracht befindet sich in der Tabelle im freien Fall.

Da auch Torjäger Theofanis Gekas zuletzt nicht mehr traf, forderte Amanatidis öffentlich mehr Einsatzzeiten und wurde vom Trainer auf die Tribüne verbannt.

Der schon seit längerem schwelende Konflikt zwischen dem 29-Jährigen und Skibbe eskalierte in der vergangenen Woche, bevor sich die Kontrahenten dann am Donnerstag öffentlichkeitswirksam die Hände reichten.

Wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle

"Ich freue mich darüber, dass Ioannis Amanatidis sich einsichtig zeigt und bin davon überzeugt, dass er festen Willens ist, dem Verein und der Mannschaft in der Rückrunde beim Erreichen der sportlichen Ziele zu helfen", sagte der Eintracht-Coach nach einer Unterredung mit seinem "Problemfall."

Man darf vermuten, dass Bruchhagen einen großen Anteil am Frankfurter Burgfrieden hat. Denn die Sorgen des Klubchefs waren nicht nur sportlicher Natur. Auf der Tribüne wäre Amanatidis nämlich "totes Kapital".

Der Angreifer hatte 2008 einen neuen Vierjahresvertrag unterzeichnet, der eine stetige Gehaltssteigerung vorsieht und vergleichsweise wenig leistungsbezogene Komponenten beinhaltet.

"Die Mannschaft ist hungrig"

Auch wenn das Theater um Amanatidis die Eintracht zuletzt in Atem hielt, konnte es die sportliche prekäre Situation nicht überdecken. Erst einen Punkt verbuchten die Frankfurter im neuen Jahr, die Abstiegsplätze rücken immer näher.

Zudem hat der Gegner Nürnberg derzeit einen Lauf und bei einem Dreier sogar die Möglichkeit, auf Platz sechs zu springen.

"Sie legen im Spiel eine hohe Aggressivität an den Mann und kommen vor allem über Ekici und Schieber immer wieder gefährlich vors gegnerische Tor", erklärte Skibbe, der trotz der schwierigen Lage optimistisch bleibt.

"Die Mannschaft ist hungrig und wird die Kehrtwende schaffen", sagte er.

Sorgen in der Offensive

Die Chance, dass dabei Ioannis Amanatidis zum Einsatz kommt, ist gar nicht so klein. Mit dem verletzten Caio muss Skibbe ohnehin einen Offensivakteur ersetzen, sollte Gekas' Ladehemmung anhalten, wäre der Grieche die erste Alternative von der Bank.

Und sollte dann ausgerechnet Amanatidis die Durststrecke der Eintracht beenden, würde dies einer gewissen Ironie nicht entbehren.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Nürnberg: Schäfer - Chandler, Wollscheid, Wolf, Pinola - Simons - Hegeler, Ekici, Cohen, Eigler - Schieber

Frankfurt: Nikolov - Franz, Vasoski, Russ, Tzavellas - Schwegler - Ochs, Meier, Köhler, Altintop - Gekas

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)

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