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Louis van Gaal kam 2009 aus Alkmaar nach München © getty

Van Gaal erwartet mit dem Sieg in Mainz ein Zeichen vor den Wochen der Wahrheit. Robben ist fit. Mailand ist aus den Köpfen.

Von Tobias Hlusiak

München - Es werden heiße Tage für den FC Bayern.

In allen drei Wettbewerben stehen Spiele mit richtungweisendem Charakter auf dem Plan.

Erst in Mainz, dann das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Inter Mailand. Danach kommt Borussia Dortmund in die Allianz Arena, gefolgt vom Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04.

Innerhalb von zwölf Tagen kann der Rekordmeister alles verlieren. Oder ebenso viel gewinnen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Natürlich sind es entscheidende Wochen", meint Trainer Louis van Gaal.

"Kann sehr schön werden"

"Der FC Bayern muss in den nächsten vier Spielen Zeichen setzen", fordert auch Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld in der "tz".

Der 62-Jährige sieht den Druck, der in den kommenden Wochen auf den FCB-Akteuren lastet sogar als Vorteil. "Nur so kann man zeigen, dass man zu den besten gehört", weiß der "General".

Auch van Gaal setzt auf einen Saison-Endspurt seines Teams: "Wenn wir das Zeichen jetzt setzen, kann es noch sehr schön werden für den FC Bayern!"

Angstgegner Mainz erste Hürde

Das Gastspiel am Bruchweg in Mainz steht in den "Wochen der Wahrheit" als erster Punkt auf der Bayern-Agenda. Seit van Gaal vor eineinhalb Jahren als Trainer in München installiert wurde, ist seine Bilanz gegen die Rheinhessen negativ.

Wenige Wochen nach seiner Vorstellung wurden die Bayern vom damaligen Trainer-Frischling Thomas Tuchel mit 2:1 nach Hause geschickt.

Auch das Hinspiel dieser Saison endete mit dem gleichen Ergebnis. Allerdings in der bayrischen Arena.

Robben ist fit

Die Reaktion des Rekordmeisters auf die damalige Niederlage in Mainz ist der Bundesligakonkurrenz gut bekannt. Die Bayern holten Arjen Robben aus Madrid und stürmten zu zwei nationalen Titeln, sowie ins Finale der Champions League.

Unmittelbar vor dem Duell mit dem Tabellenfünften ist Robben wieder in Topform.

Fünf Tore in den letzten fünf Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache.

"Das war dumm von ihm"

Eine Fingerverletzung, die er sich im Training zuzog, brachte Robben zwar aus dem Trainingsrhythmus, spielen soll der Vize-Weltmeister trotzdem.

"Das war auch ein bisschen dumm von ihm", bewertete van Gaal die Blessur seines Superstars, der beim Versuch einen Ball anzunehmen an einem Zaun hängengeblieben war.

Gegen Mainz läuft Robben nun mit einer Schiene auf. Somit kann sein Trainer auf die siegreiche Elf aus dem Spiel gegen Hoffenheim zurückgreifen 350503(DIASHOW: Der 22. Spieltag).

[kaltura id="0_5volf1hg" class="full_size" title="Van Gaal Es ist ein langer Weg"]

"Wenn wir gegen Mainz nicht gewinnen, wird es eng. Wir wollen sobald wie möglich auf dem zweiten Platz stehen", erklärte van Gaal.

Noch sind die Bayern Dritter, drei Punkte hinter Leverkusen und 13 hinter Spitzenreiter Dortmund.

"Wir sind verpflichtet, eine Aufholjagd zu starten", sagte van Gaal, der auch in der Liga immer noch einiges für möglich hält: "Wir können noch etwas machen mit dem FC Bayern."

Kein Gedanke an Mailand

Der Trainer setzt dabei auf die Konzentrationsfähigkeit seiner Stars. Van Gaal ist sich sicher, dass die Spieler erst nach dem Duell mit dem Tabellenfünften einen Gedanken an die Revanche mit Inter Mailand verschwenden.

"Ich denke, dass das passiert", erklärte van Gaal, "aber wissen werden wir das erst nach dem Spiel".

Er habe das ihm Mögliche getan: "Die Fokussierung liegt nur auf Mainz. Wir haben noch nicht über Mailand gesprochen."

Mainz sei "ein direkter Konkurrent, da müssen wir gewinnen", legt derweil Thomas Müller die Zielsetzung fest und auch van Gaal findet es "logisch", gegen den FSV drei Punkte einzufahren.

Breno vor Abschied

In der Abwehr sollen dabei wieder Holger Badstuber und Anatoly Tymoshchuk auflaufen. Ein Umstand, der Innenverteidiger Breno sauer aufstößt.

Der Brasilianer ist unzufrieden mit seiner Reservistenrolle und droht mit Abschied. "Wenn ich bis Saison-Ende keine Chance bekomme, darf ich gehen. Das hat mir Christian Nerlinger versprochen", sagte Breno der "Bild".

Im Vergleich zu den wilden letzten Wochen ist das aber ein für Bayern-Verhältnisse harmloses Störfeuer - und wohl kaum ein Stolperstein in den "Wochen der Wahrheit".

Kroos und Contento bleiben daheim

Die Rekonvaleszenten Toni Kroos und Diego Contento werden die Reise nach Mainz wohl noch nicht antreten.

"Sie haben erst einmal trainiert, normalerweise lasse ich diese Spieler noch zu Hause", sagte van Gaal vor dem Abschlusstraining.

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