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Das Hinspiel gewann Werder Bremen mit 3:2 gegen den HSV © imago

Hamburg und Bremen benötigen dringend drei Punkte im Derby. Bremen muss auf Pizarro verzichten, die HSV-Fans wollen protestieren.

Hamburg - Armin Veh hat genug und greift durch.

Die peinliche Pleite im Derby gegen den Stadtrivalen FC St. Pauli hat offenbar Konsequenzen für ein Versager-Quintett.

Der Trainer des Hamburger SV zeigt seinen Spielern vor dem Nordschlager gegen Werder Bremen deutlich, was er von ihnen hält.

Ruud van Nistelrooy, David Jarolim, Marcell Jansen und Änis Ben-Hatira müssen am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) auf die Bank, Eljero Elia flog gar aus dem Kader.

Im Abschlusstraining ließ Veh Paolo Guerrero, Gojko Kacar, Jonathan Pitroipa und Heung Min Son in der ersten Elf auflaufen.

Neuer Zoff scheint dadurch vorprgrammiert. Es ist kaum vorstellbar, dass "Van the Man" und Jarolim die Degradierung ohne Murren hinnehmen werden.

Der Klassiker wird zum Krisengipfel, denn auch bei Werder herrscht Frust. "Bonjour Tristesse" - oder passender: "Moin Trurigkeit", könnte das Motto sein.

Die Bremer brauchen jeden Punkt gegen den drohenden Abstieg, der HSV einen Sieg, um seine Fans ein klein wenig zu versöhnen.

Große Abwehrschwächen

In den vergangenen Jahren standen die Grün-Weißen für offensiven Spaßfußball wie kein anderes Team.

Die Abwehrschwächen wurden durch die Offensivstärke verdeckt, doch seit dem Weggang von Mesut Özil zu Real Madrid sind nur noch die Abwehrschwächen da.

Sportchef Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf haben in ihrer langen gemeinsamen Zeit bei Werder unglaublich viel richtig gemacht.

Seit zwei Jahren aber hat sie augenscheinlich das Glück verlassen. Die Idee, dass Marko Marin und Aaron Hunt die fehlende Kreativität von Özil ausgleichen könnten, erwies sich als fatale Fehleinschätzung.

Pizarro fehlt verletzt

Der Österreicher Marko Arnautovic ließ sich bislang auch in Bremen noch nicht erziehen.

Der unersetzliche Torjäger Claudio Pizarro wird älter und verletzungsanfälliger. Gegen den HSV fehlt der Peruaner bereits das vierte Mal in dieser Saison wegen einer Muskelverletzung.

[kaltura id="0_6h7ydk7v" class="full_size" title="Siegpflicht im Nordderby"]

Dazu kommt noch das Verletzungspech mit Innenverteidiger Naldo, der wegen seiner Knieprobleme noch monatelang ausfällt. Auch Zugang Wesley fiel lange aus.

Fehlender Glaube beim HSV

Der HSV ist trotz allem hoher Favorit. Gefühlt scheint der Verein ein Absteiger, tatsächlich liegt er auf Platz sieben und kann trotz der Niederlage gegen St. Pauli bei noch zwölf ausstehenden Spielen sein Saisonziel Europacup locker erreichen.

Allein, es fehlt der Glaube an eine Mannschaft, die seit dem traumatischen Doppel-Aus gegen Werder vor zwei Jahren immer versagt, wenn es drauf ankommt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Im Verein fehlt der Zug"

Vereinsidol Uwe Seeler hat via "Bild" Konsequenzen gefordert. "Für die neue Saison sollte man richtig neu planen. Man braucht eine Linie und muss wissen, was man will. Das stimmt derzeit nicht."

Der 74-Jährige fuhr fort: "Im ganzen Verein fehlt der Zug."

Der HSV steht also vor dem großen Umbruch. Nicht nur personell im teilweise überalterten Team. Auch die Zukunft von Vorstandschef Bernd Hoffmann und Trainer Armin Veh ist keinesfalls sicher. Für den Samstag haben die Fans bereits einen Protest beschlossen.

"Nach der Niederlage gegen St. Pauli wäre selbst ein Sieg gegen Werder nicht viel wert", erklärte Fanvertreter-Chef Ralf Bednarik, "da kann keiner zur Tagesordnung übergehen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Hamburger SV: Rost - Demel, Westermann, Mathijsen, Aogo - Kacar, Ze Roberto - Pitroipa, Son - Petric, Guerrero

Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Frings - Bargfrede, Hunt - Marin - Avdic, Arnautovic

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

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