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Das Spiel zwischen Nürnberg und Frankfurt wird von vielen Zweikämpfen geprägt © getty

Die Eintracht verliert in Nürnberg und und versinkt immer tiefer im Abstiegskampf. Der Club dagegen bleibt auf Erfolgskurs

Nürnberg - Mutlos, torlos, sieglos: Eintracht Frankfurt stolpert immer tiefer in den Abstiegskampf der Bundesliga.

Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe unterlag nach einer erschreckend harmlosen Vorstellung 0:3 (0:0) beim 1. FC Nürnberg und wartet damit auch nach sechs Spielen in der Rückrunde auf den ersten Sieg und das erste Tor. 353701(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

543 Minuten dauert die Torflaute der Hessen jetzt schon an - die Bilanz eines Absteigers.

Nürnberg darf nach dem siebten Saisontor von Julian Schieber (67.), dem ein Patzer von Frankfurts Torwart Oka Nikolov vorausging, sowie den Treffern von Robert Mak (87.) und Almog Cohen (90.) vorzeitig den Klassenerhalt feiern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das Tor, das nicht fallen darf"

Dieter Hecking freute sich vor allem darüber, wie sein Team mit der ungewohnt Favoritenrolle zurechtkam, gab aber zu, dass die Führung glücklich war.

"Das war das erste Mal, dass wir in Favoritenrolle waren. Frankfurt wollte sicher stehen. Wir haben in der zweiten Halbzeit den Druck erhöht, und dann fällt das Tor, das eigentlich nicht fallen darf", sagte der Club-Coach.

Weniger glücklich war natürlich Frankfurts Trainer Michael Skibbe.

"Es ist extrem schade, dass wir in einer Phase, in der wir das Spiel ganz gut in den Griff bekamen, solch ein Tor kassieren", erklärte der Eintracht-Coach: "Wir mussten uns lange dem Druck erwehren, Oka Nikolov hat einige gute Paraden gehabt. Wir hatten einige Chancen, aber die waren nicht gut genug. Wir haben nicht so klar gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben."

Rekordverdächtige Nürnberger

Die nun vier Siege in Folge hatte der Club zuletzt im August/September 1989 hingelegt.

Mit 35 Punkten rückte der Club vorerst auf Rang sechs vor. Eintracht-Coach Skibbe setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte, brachte den begnadigten Ioannis Amanatidis ebenso wie Angreifer Martin Fenin.

Doch all das half nichts: Frankfurt ist nach guter Hinserie angekommen in der Tristesse.

"Das ist halt so, wenn man anfängt an sich zu zweifeln. Dann macht's knacks im Kopf, wenn man davon spricht, dass man von Anfang der Rückrunde an kein Tor schießt. Bis zum 1:0 war es ziemlich ausgeglichen, dann sind wir auseinandergebrochen", sagte Ioannis Amanatidis.

Spiel beginnt später

Wegen der angespannten Verkehrssituation gelangten einige der 40. 853 Fans verspätet ins Frankenstadion, weshalb das Spiel 15 Minuten später angepfiffen wurde.

Wie zahlreiche Zuschauer aus Frankfurt vor der Arena stand die Eintracht auf dem Platz im Stau - nach vorne ging fast nichts.

Immerhin: Die Abwehr war meist auf dem Posten, obwohl Außenverteidiger Sebastian Jung erkrankt fehlte.

Chance für Heller und Rode

Auch den verletzten Caio musste Skibbe ersetzen, freiwillg verzichtete er auf Alexander Meier und Benjamin Köhler, die nur auf der Bank saßen.

"Ich war mit der Leistung einiger Spieler nicht einverstanden", sagte Skibbe zu seiner Entscheidung.

Sebastian Rode und Marcel Heller bekamen eine Bewährungschanche, letzterer nutzte diese aber nur bedingt: Er musste für Köhler raus (61.).

Nikolov verhindert Eigentor

Heller hatte das Offensivspiel der Eintracht beleben sollen, doch Frankfurt war harmlos wie bisher in der gesamten Rückrunde.

Symptomatisch dafür war ein "Luftloch" im Strafraum von Maik Franz nach Freistoß von Georgios Tzavellas (10.).

Aber auch der 1. FCN quälte sich in der ersten Hälfte nur selten bis vor das gegnerische Tor. Mehmet Ekici trat einen Freistoß von der Strafraumgrenze drüber (21.), Cohen köpfte vorbei (27.).

Die beste Chance für den Club hatte Frankfurts Marco Russ, dessen Kopfballabwehr Nikolov entschärfte (41.).

Elmeterpfiff bleibt aus

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel etwas munterer, was aber fast nur an Nürnberg lag.

Bei einem Konter über den starken Ekici und Eigler hatte Jens Hegeler das 1:0 auf dem Fuß, doch er verzog aus zentraler Position neun Meter vor dem Tor freistehend (51.).

Kurz darauf hatte Frankfurt Glück, dass Referee Thorsten Kinhöfer (Herne) bei einer Attacke von Patrick Ochs an Ekici nicht auf Strafstoß entschied.

Schieber mit der Führung

Nach einer Stunde durften die Eintracht-Fans dann endlich jubeln - doch weil Thefanis Gekas bei der Flanke von Heller im Abseits gestanden hatte, wurde das Tor von Ochs zurecht nicht anerkannt.

An Schiebers Tor dagegen gab es nichts zu deuteln: Mit einem Freistoß aus fast 30 Metern überwand er Nikolov, der dabei sehr schlecht aussah.

Mak und Cohen legen nach

Ekici hätte bei einem Gegenstoß per Heber erhöhen können, lupfte den Ball aber über das Tor. Philipp Wollscheid scheiterte mit einem Drehschuss an Nikolov (83.), ehe Mak und Cohen erhöhten.

Der Club hatte seine besten Spieler in Ekici, bei Frankfurt überzeugten Pirmin Schwegler und mit Abstrichen Rode.

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