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Lothar Matthäus wurde mit dem FC Bayern München sieben Mal Deutscher Meister © imago

Lothar Matthäus spricht mit SPORT1 über die verbleibenden Titelchancen des FC Bayern und die Krise bei Borussia Mönchengladbach.

München - Für Lothar Matthäus wird es am 26. März wieder richtig ernst.

Dann muss der Rekordnationalspieler, derzeit Nationaltrainer Bulgariens, in der EM-Qualifikation mit den Osteuropäern gegen die Schweiz ran.

Obwohl Matthäus in diesem Job voll gefordert ist, hat er natürlich auch das Geschehen in der Bundesliga - und da besonders seine Ex-Vereine Bayern München und Borussia Mönchengladbach - im Blick.

Exklusiv mit SPORT1 spricht er über die stetigen Diskussionen beim FC Bayern um "Robbery" sowie die verbleibenden Titelchancen.

Von den Gladbacher Profis erwartet er nach dem Rauswurf von Trainer Michael Frontzeck, dass sie "sich den Arsch aufreißen".

Lothar Matthäus über...

die Partie des FC Bayern beim FSV Mainz 05: "Normalerweise ist der FC Bayern vom Papier her der klare Favorit. Aber Mainz spielt eine hervorragende Saison. Der FC Bayern muss und will gewinnen, um zumindest den zweiten Platz anzugreifen. Sie werden versuchen, die drei Punkte mit nach München zu nehmen und ich glaube, das wird ihnen auch gelingen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

die stetigen Diskussionen um "Robbery": "Man hat ja andere Ausnahmespieler. Ich denke an Schweinsteiger, Müller oder Toni Kroos, der jetzt zurückkommt. Auch Altintop hat immer gute Leistungen gebracht, wenn er spielt - sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Man redet eigentlich zuviel von diesen beiden Spielern, die natürlich Ausnahmespieler sind. Aber man hat gesehen, dass es eine Schwäche des FC Bayern ist, wenn diese beiden nicht spielen und dass der FC Bayern dann einfach nicht diese Durchschlagskraft hat. Das sollte sich eine große Mannschaft nicht erlauben, dass man sagt: 'Wenn diese beiden fehlen, sind wir einfach um 20 oder 30 Prozent schwächer.' Man muss dann die anderen Spieler stark machen, weil diese auch ihre Qualität haben. Deswegen spielen sie auch beim FC Bayern."

[kaltura id="0_lnnqqdo3" class="full_size" title="Matth us Ohne Robbery fehlt die Durchschlagskraft"]

das Verhältnis zwischen Louis van Gaal und seiner Mannschaft: "Es sind einige Sachen nach Außen getragen worden, die ganz sicher den ein oder anderen Spieler nicht erfreut haben, aber soweit ich gehört habe kommt Louis van Gaal gut bei den Spielern an. Das Verhältnis stimmt anscheinend."

die verbleibenden Titel-Chancen des FC Bayern in der laufenden Saison: "Man sollte die Situation bei allem Optimismus auch realistisch einschätzen. 13 Punkte Rückstand auf eine stabile Dortmunder Mannschaft sind einfach zuviel. Bayern ist großer Favorit auf den DFB-Pokalsieg, in der Champions League ist alles möglich. Die Meisterschaft sollten sie streichen, denn da ist der Weg zu weit."

die öffentlich verbreitete Meinung, die Saison des FC Bayern wäre bereits "verkorkst": "Ich sehe das Jahr für den FC Bayern nicht so schwarz, wie es häufig beschrieben wird. Es sind viele Sachen passiert - viele Verletzte, viele WM-Teilnehmer - und deswegen sollte man auch mal mit einem zweiten Platz zufrieden sein. Man muss auch mal ein bisschen runterkommen und auch die Leistungen der anderen akzeptieren und respektieren. Dortmund hat mit einer jungen Mannschaft bisher eine geile Saison gespielt. In der Champions League sind hochkarätige Mannschaften aus England, Spanien und Italien dabei ? auch das wird sicher kein Selbstläufer. Realistisch ist der DFB-Pokal."

Titelaspirant Borussia Dortmund: "Ich glaube, dass mit Dortmund die stabilste Mannschaft dieses Jahr die Meisterschaft gewinnt."

seine Anfänge in Mönchengladbach und die Krisensituation bei der Borussia: "Ich werde die Zeit nie vergessen, es war eine tolle Zeit und der Anfang einer großen Karriere. Natürlich verfolgt man die Borussia - zurzeit eher mit weinenden Augen. Ich hoffe, dass sie die Sensation noch schaffen und den Abstieg verhindern. Sie haben mit dem Trainerwechsel jetzt ein Zeichen gesetzt, auch wenn ich glaube, dass Michael Frontzeck sehr gute Arbeit geleistet hat. Undiszipliniertheiten auf dem Platz und vielleicht auch die ein oder andere Schiedsrichterleistung haben sicherlich auch dazu beigetragen, dass die Borussia zurzeit so schlecht dasteht."

die Frage, wie Gladbach noch den Sprung aus dem Tabellenkeller schaffen könne: "Der Druck ist da. Jetzt muss die Mannschaft reagieren. Die Fans hat die Mannschaft immer hinter sich, weil ich glaube, dass das Mönchengladbacher Publikum zu den besten in der Bundesliga gehört, das seine Mannschaft nie fallen lässt. Auf dessen Unterstützung kann sich das Team verlassen. Aber sie müssen sich den Arsch aufreißen."

die Frage, ob Lucien Favre der richtige Mann für Borussia Mönchengladbach sei: "Die Entscheidung hat das Gremium der Borussia getroffen. Sie werden sich dabei etwas gedacht haben und sich über Favre informiert haben. Ich gehe davon aus, dass sie in gutem Glauben zum jetzigen Moment den besten Trainer für die Situation geholt haben.

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