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Berti Vogts trifft am 7. Juni in der EM-Quali mit Aserbaidschan auf Deutschland © imago

Berti Vogts nimmt sich bei SPORT1 Borussia Mönchengladbach zur Brust. Schwere Kritik äußert er an Max Eberl und Rolf Königs.

München - Wäre Berti Vogts nicht schon Nationaltrainer in Aserbaidschan, könnte man glatt den Eindruck gewinnen, er wolle sich um ein Amt bei Borussia Mönchengladbach bemühen.

Die Anhänger werden ihm die Art und Weise, wie er sich über die "Fohlen" äußert, sicherlich als Herzblut auslegen. Den handelnden Personen beim Bundesliga-Schlusslicht dürften dagegen die Ohren klingeln.

Denn Vogts lässt an dem Klub, für den er zwischen 1965 und 1979 immerhin 419 Spiele absolvierte, kein gutes Haar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

In der SPORT1-Sendung Bundesliga Aktuell geht der Weltmeister von 1974 mit Sportdirektor Max Eberl hart ins Gericht. Auch Gladbach-Präsident Rolf Königs bekommt sein Fett weg.

Berti Vogts über...

Sportdirektor Max Eberl: "Er weiß ja gar nicht, wie er in diese Position gekommen ist. Er ist wahrscheinlich zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren und Rolf Königs hat ihn gesehen und dann gesagt: 'Max, willst Du nicht Sportdirektor werden?' Er ist kein Borusse! Er ist mal von Torpfosten zu Torpfosten gelaufen und mehr nicht. Das ist die Entscheidung des Präsidiums. Ich hoffe auch, dass Favre sagt: 'Max, geh auf die Tribüne, ich möchte hier jetzt in aller Ruhe alles entscheiden.' Das ist wichtig. Aber was Eberl da von sich gibt, das ist nicht mein Niveau. Er ist ein weiterer 'Ja-Sager' von 'seiner Majestät' (Anm. d. Red.: Präsident Rolf Königs) und das ist ein Problem."

das Verhältnis zu Königs: "Ich kam in ein Restaurant in Düsseldorf, wo zufällig 'seine Majestät' saß und als er mich gesehen hat, hat er die Zeitung vor das Gesicht genommen und die Zeitung gelesen. Die Zeitung war wichtiger, als einen Gladbacher zu begrüßen. Das war schon ein harter Schlag."

Lucien Favre: "Er hat einen sehr guten Ruf und hat ja teilweise auch bei Hertha BSC sehr gut gearbeitet. Aber der Trainerwechsel hätte früher gemacht werden müssen. Es entsteht ja im Moment eine Opposition gegen den Präsidenten und den Vize-Präsidenten.

Die 'Initiative Borussia' will jetzt eine außergewöhnliche Mitgliederversammlung einberufen. Und daraufhin hat der Präsident Rolf Königs jetzt Michael Frontzeck geopfert. Der Präsident, 'seine Majestät', kann mit dem Machtinstrument umgehen. Er hat eine Entscheidung getroffen, um zu signalisieren, dass er etwas getan hat. Es war falsch, denn wenn ich etwas tue, muss ich es früher machen."

[kaltura id="0_q0zf96aa" class="full_size" title=" Eberl ist ein Ja Sager "]

fehlende Philosophie:"Borussia Mönchengladbach wurde immer von großen Trainern geführt - das war Weisweiler, das war Lattek, das war die große Zeit. Dann gab es eine Übergangszeit mit Jupp Heynckes, der auch über zehn Jahre Trainer war und es war eine Philosophie in dem Klub.

Aber nach Heynckes hat man sich darauf verlassen, dass die Trainer, die dann gekommen sind, weiter starke Persönlichkeiten waren. Aber das waren sie nicht. Ab da ging es nicht mehr so aufwärts mit dem Klub. Man muss andere Wege gehen, man muss mehr Menschlichkeit hineinbringen.

Diesen Klub kann man nicht führen wie Bayern München. Es geht hier um ein Prinzip. Borussia Mönchengladbach ist ein Topverein in Europa und in der Welt. In vielen Klubs spielen viele Japaner - Borussia war der erste Klub mit erstklassigen Kontakten zu Japan. Warum haben wir diese Kontakte abbrechen lassen? Das sind alles kleine Mosaiksteinchen - und das tut furchtbar weh."

Stefan Effenberg als Sportdirektor: "Ich könnte mir Stefan Effenberg als Sportdirektor in den nächsten drei, vier Jahren vorstellen. Das wäre sehr, sehr gut für Borussia Mönchengladbach."

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