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Lucien Favre tritt bei Gladbach die Nachfolge des entlassenen Michael Frontzeck an © getty

Der neue Coach will gegen Schalke das erste Erfolgserlebnis feiern. Magath warnt. Bei Bayer ist Ballack fraglich.

München - Neuer Trainer, neues Selbstbewusstsein, neue Hoffnung:

Mit der Verpflichtung von Lucien Favre greift Borussia Mönchengladbach im Kampf gegen den dritten Bundesliga-Abstieg nach dem letzten Strohhalm.

"Die Rettung wäre kein Wunder", sagt der Schweizer vor seinem Debüt auf der Trainerbank des Tabellenletzten im Spiel gegen Schalke 04 am Sonntag (ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) und will mit dem ersten Heimsieg seit zehn Monaten die Wende einleiten:

"Wir haben noch zwölf Spiele und es gibt noch 36 Punkte zu holen. Wir können es schaffen."

Der Nachfolger des glücklosen Michael Frontzeck hat mit viel Akribie seine zweite Station im deutschen Profifußball in Angriff genommen.

Zoff der "Fohlen"-Legenden

Allerdings wird die Bundesliga-Rückkehr Favres überschattet vom Zoff der "Fohlen"-Legenden.

Berti Vogts hatte in der SPORT1-Sendung Bundesliga Aktuell massive Kritik an der Vereinspolitik seines Ex-Klubs und vor allem an Sportdirektor Max Eberl geübt.

"Er weiß ja gar nicht, wie er in diese Position gekommen ist. Er ist wahrscheinlich zufällig mit dem Fahrrad vorbeigefahren und Rolf Königs hat ihn gesehen und dann gesagt: 'Max, willst Du nicht Sportdirektor werden?'", sagte der frühere Bundestrainer:

"Er ist kein Borusse! Er ist mal von Torpfosten zu Torpfosten gelaufen und mehr nicht."

Die Antwort von Vogts' ehemaligem Mitspieler und heutigen Vize-Präsidenten kam prompt. "Das was Berti sagt, ist eigentlich Blödsinn", erklärte Bonhof in der "Bild".

Aufholjagd soll beginnen

Wesentlich positiver als über die Vereinsführung hatte sich Vogts über Favre geäußert: "Er hat einen sehr guten Ruf. Aber der Trainerwechsel hätte früher gemacht werden müssen."

Doch der neue Mann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Gegen Schalke soll mit einem Dreier die Aufholjagd beginnen, was Favre nicht für unmöglich hält. (EINWURF: Favre? Wirklich?!)

"Schalke ist eine Top-Mannschaft, aber jede Mannschaft hat auch Schwächen", sagte der 53-Jährige. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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Magath kritisiert Gladbach

Seinem Gegenüber Felix Magath kommt der Trainerwechsel in Gladbach überhaupt nicht recht.

"Der Gegner wird ums Überleben kämpfen und der Trainerwechsel kann einen Motivationsschub bringen. Für Gladbach ist es eine der letzten Chancen, sich mit einem Sieg noch einmal im Kampf um den Klassenerhalt zurückzumelden", warnt Magath.

Der S04-Coach spart aber auch nicht mit Kritik an der Vereinsführung der Borussia:

"An sich halte ich aber nicht viel davon, ständig den Trainer zu tauschen. Gerade bei Borussia Mönchengladbach hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die vielen Trainerwechsel nicht den erhofften Erfolg gebracht haben."

Kehrt bei Schalke Ruhe ein?

Seine eigene Situation hat sich nach dem Sieg gegen den SC Freiburg (1:0) und dem 1:1 in der Champions League beim spanischen Spitzenklub FC Valencia dagegen wieder beruhigt.

Doch gerade nach Europacupspielen haben die Königsblauen in schöner Regelmäßigkeit einen Gang zurückgeschaltet.

"Bisher haben wir es noch nicht geschafft, das Niveau, das wir in der Champions League fast immer gezeigt haben, auch in der Bundesliga weiterzuführen. Ich hoffe, dass wir dieses Mal soweit sind und in Gladbach auf ähnlichem Niveau spielen können", sagt Magath.

Bayers Wiedersehen mit Labbadia

Beim zweiten Sonntagsspiel (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) kommt es zum Wiedersehen von Bayer Leverkusen mit Ex-Coach Bruno Labbadia, der nun Abstiegskandidat VfB Stuttgart trainiert.

Trotz des 1:2 am Donnerstag in der Europa League bei Benfica Lissabon, hat der Auftritt den Schwaben Mut gemacht.

"Mit der Leistung in der ersten Halbzeit haben wir auch in Leverkusen gute Chancen zu bestehen", meinte Cacau.

Ballack-Rückkehr offen

Bei den Gastgebern ist noch offen, ob Michael Ballack nach seiner neuerlichen Verletzungspause (Reizung im linken Knie) wieder auf den Platz zurückkehrt.

"Michael war sehr ehrgeizig und hat gut gearbeitet. Das Mannschaftstraining hat er ohne Probleme absolviert. Das sah gut aus", lobte Trainer Jupp Heynckes seinen bestbezahlten Angestellten.

Dass es auch ohne Ballack hervorragend läuft, hat Bayer mit dem 4:0 in der Europa League bei Metalist Charkow eindrucksvoll bewiesen.

Zwei Siege, 7:0 Tore lautet die Bayer-Bilanz ohne Ballack in den letzten zwei Begegnungen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30)

Leverkusen: Adler - Schwaab, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Renato Augusto, Castro - Derdiyok

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal - Okazaki, Cacau

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 (Sonntag, 17.30)

Mönchengladbach: Bailly (Heimeroth) - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Neustädter - Nordveit, Arango - Reus (Herrmann), Hanke, Idrissou

Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Kluge, Annan - Farfan, Jurado - Raul, Huntelaar

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

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