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Doppeltorschütze Paolo Guerrero (Mitte) schoss seine Saisontreffer drei und vier © getty

Gegen erschreckend schwache Bremer beruhigt Hamburg nach der Pauli-Pleite seinen Anhang. Guerrero legt ein Doppelpack hin.

Hamburg - Es war ein schwaches Derby - mit einem am Ende eindeutigen Ergebnis.

Der Hamburger SV hat das Krisenduell gegen den Nordrivalen Werder Bremen mit 4:0 (1:0) gewonnen und damit seine aufgebrachten Anhänger nach der Blamage gegen den kleinen Ortsrivalen FC St. Pauli ein Stück weit versöhnt.

Während die Hamburger damit ihre Chance auf einen Europacupplatz wahrten, steckt Werder nach der 500. Niederlage seiner Bundesligageschichte tief im Abstiegskampf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

So wenig Punkte wie jetzt nach 23 Spieltagen (24) hatte Werder bislang nur in seiner Abstiegssaison 1979/80 353701(DIASHOW: Der 23. Spieltag).

Zwei Tore von Guerrero

Mladen Petric (42.), Paolo Guerrero (64./79.) und Änis Ben-Hatira (87.) schossen in einem größtenteils niveauarmen Spiel die Tore für die Elf von Trainer Armin Veh, dessen Job bei einer weiteren Niederlage höchst gefährdet gewesen wäre.

So hat der HSV einen Tag der guten Nachrichten - da parallel in Frank Arnesen ein neuer Sportdirektor gefunden scheint.

"Zweite Liga, Werder ist dabei", mussten sich die Gäste von den HSV-Fans anhören. Tatsächlich spielten die Bremer vor rund 54.00 Zuschauern wie ein Absteiger.

Veh greift durch

HSV-Coach Veh hatte nach der Blamage gegen St. Pauli durchgegriffen und die formschwachen Niederländer Ruud van Nistelrooy und Eljero Elia aus der Mannschaft verbannt.

Elia schaffte es nicht mehr in den Kader, von Nistelrooy saß 90 Minuten auf der Bank, wurde bei der Vorstellung allerdings von den Fans ausgepfiffen.

Gegenüber dem St. Pauli-Spiel mussten auch Marcell Jansen, David Jarolim und Änis Ben-Hatira ihren Platz in der Startelf räumen. Son Heung-Min und Jonathan Pitroipa durften im offensiven Mittelfeld ran.

Viel Nervosität

Diese Maßnahmen zahlten sich aus. Mit Pitroipa und Son kam mehr Tempo ins Spiel, Guerrero, der statt van Nistelrooy auflief, war wesentlich beweglicher als der Holländer.

Die Nervosität war beiden Teams zunächst dennoch deutlich anzumerken. Es gab viele Fehlpässe, Fouls und Abseitssituation - und folglich wenig Spielfluss.

Der HSV hatte zwar deutlich mehr Spielanteile als die Gäste von der Weser, ernsthaft gefährden konnte er das Bremer Tor zunächst jedoch nur selten.

Petrics brillanter Moment

Die beste Gelegenheit vergab bereits in der 9. Minute Heiko Westermann, als er allein im Strafraum einen Querpass auf Mladen Petric versuchte, statt selbst aufs Tor zu schießen.

Per Mertesacker konnte so noch abwehren. Bremens beste Chance vereitelte in der 31. Minute Torwart Frank Rost gegen einen Schuss von Clemens Fritz.

Kurz vor der Pause hatte der HSV dann aber doch einen brillanten Moment. Über Pitroipa und Guerrero kam der Ball nach schnellem Direktspiel zu Petric, der aus elf Metern volley im Fallen zu seinem siebten Saisontreffer verwandelte.

Schwarzer Tag für Mertesacker

Damit war der Bann gebrochen: Der HSV brillierte zwar nicht, aber gegen verunsicherte und ohne den verletzten Claudio Pizarro harmlose Bremer musste er auch keine Glanzlichter abliefern.

Dem Treffer zum 0:2 ging ein schwerer Fehler von Per Mertesacker voraus, der sich den Ball wie ein F-Jugend-Anfänger von Petric wegspitzeln ließ - Guerrero beging vor seinem Treffer aber auch ein ungeahndetes Tackling an Sebastian Prödl.

Ballverluste von Mertesacker gingen auch dem 1:0 - hier im Verbund mit Mikael Silvestre - und dem 3:0 voraus.

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